Grenzbrigade 8

Von Peter Hauser, Oberst a D und früherer Art Chef F Div 6

Der Einsatzraum der St. Galler/Appenzeller Grenzbrigade 8 erstreckte sich von Steinach bis zur Einmündung des Rheins in den Bodensee, durch das Rheintal hinauf bis Buchs und im oberen Toggenburg (Sperre Starkenbach).

Der Einsatz

Die Grenzbrigade 8 hatte zuletzt den Auftrag, den NSD sicher zu stellen und die durch ihren Raum führenden Achsen zu sperren. Im Brigaderaum lag auch die 1939-1941 gebaute Festung Heldsberg, deren vier 7,5 cm Befestigungskanonen 39 bis in die 1980-er Jahre die Sperrverbände zwischen Altstätten und St. Margrethen unterstützten und bis nach Bregenz-Hohenems und fast bis zur Hafeneinfahrt von Lindau wirken konnten. Die Festung Heldsberg wurde 1992 aus der Geheimhaltung entlassen und ist seit September 1993 ein Museum.

Der wichtigste Auftrag der Grenzbrigade 8 war das Sperren der A 1 zwischen St. Margrethen und St. Gallen. Dabei spielte die Sperrstelle Blatten-Buechen-Steinerner Tisch östlich von Rorschach mit dem zwischen 1939 und 1941 entstandenen Infanteriewerk Halden nahe der heutigen Autobahn eine grosse Rolle. Dieses war neben der Sperre von Stadel im Zürcher Unterland eine der letzten grossen Anlagen aus dem Zweiten Weltkrieg, welche 1986, also kurz vor dem Ende des Kalten Krieges, modernisiert wurden. Der Schutz der Scharten der 5 Pak-Stände wurde durch Betonbauten und Aufschüttungen mit Steinen (Geröllcaisson) massiv verstärkt. Der Kampf dieser Sperre im «Rorschacher-Trichter» konnte von mehreren 12 cm Festungsminenwerfern unterstützt werden.

Der Bau von «Centi-Bunkern» mit Wirkung auf den nahe gelegenen Flugplatz Altenrhein, der sich als Bereitstellungsraum für luft-transportierte mechanisierte Mittel des Gegners eignet, wurde geplant aber nicht realisiert, obwohl bereits Sondierbohrungen stattgefunden hatten. Starke Permanenzen gab es auch an den Appenzellerpässen zwischen Oberegg und dem Hohen Kasten (Reute, Ruppen, Stoss) und beim Aufstieg von Grabs nach Wildhaus und im Toggenburg (z.B. Sperren von Wildhaus und Starkenbach zwischen Alt St. Johann und Stein). Die Grenzbrigade 8 war in den letzten Jahren ihres Bestehens im «Ernstfall» der Felddivision 7 unterstellt.

Die Einheiten (1991)

Die Grenzbrigade 8 hatte ab 1991 folgende Gliederung:

  • Stab, Gz Br Stabs Kp 8;
  • Infanterieregiment 59 mit Füs Bat 287, 288, 289
  • Infanterieregiment 77 mit Füs Bat 141, 142, 187
  • Grenadierkompanie I/8
  • Pak Kp II/8,
  • Mob L Flab Bttr III/8
  • Pal Kp 81, 82, 82
  • Füsilierkompanie 646
  • Sch Füs Kp 920
  • Genieabteilung 48
  • Fest Abt 108 mit Fest Flt Kp 108, Fest Kp I/108 (Mw), Fest Hb Bttr II-IV/108
  • Werkkompanien 44, 45, 49 (Wk Kp 64 wurde 1987 aufgelöst)
  • Gz Uem Kp 8

Die Kommandanten

  • 1938-1939 Kobelt, Werner (1887-1941)
  • 1940-1943 Gubler, Walter (1886-1964)
  • 1943-1945 Schmid, Karl (1891-1966)
  • 1945-1946 Scheitlin, David (1896-1974)
  • 1947-1951 Laager, Victor (1900-1985)
  • 1952-1956 Etter, Karl (1902)
  • 1957-1962 Gremli, Hugo (1906)
  • 1963-1966 Zollikofer, Lorenz (1913)
  • 1967-1970 Stürm, Albert (1914-1974)
  • 1971-1971 Furgler, Kurt (1924)
  • 1972-1977 Tanner, Heinrich (1925)
  • 1978-1982 Rüesch, Ernst (1928)
  • 1983-19xx Lanz, Heinz (1931)

Bemerkungen

Im Raum der Gz Br 8 waren insgesamt sieben Festungsminenwerfer als Unterstützungswaffe der jüngsten Generation gebaut worden. Die Standorte sind Mitte 2019 noch nicht freigegeben, obwohl die Liquidation des Waffensystems beschlossen ist und teilweise einzelne Bunker bereits an Gemeinden oder zivile Organisationen verkauft worden sind.




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