Wie kann Dailly gerettet werden?

Seit Ende 2017 ist der Waffenplatz Dailly geschlossen, die Armee ausgezogen. Was ungenutzt zurück bleibt, sind nicht nur moderne Infrastrukturen, sondern auch 80 Kilometer an Stollen und Kavernen, eine unterirdische Standseilbahn und Artillerie- und Infanteriestellungen aus vielen Jahrzehnten Verteidigungsanstrengungen der Schweiz. Und jetzt?

Mehr als 40 Parlamentarier wollen, dass die Festung Dailly an der Grenze zwischen Waadt und Wallis als historisches Denkmal klassifiziert wird. Entsprechende Vorstösse sind lanciert. Der Bundesrat hat aber keine Lust, das historische Erbe der Festung St. Maurice auf nationaler Ebene wirkungsvoll zu bewahren. Das Bundesinventar der gebauten Gebiete von nationaler Bedeutung in der Schweiz (ISOS) sei nicht das geeignete Instrument. Im ADAB-Inventar (Inventar der Kampf- und Kommandoeinrichtungen) des VBS sei Dailly eingetragen, was aber nur allgemeine Schutzziele beinhaltet. Für den eigentlichen Schutz und Erhalt sei der Kanton Waadt zuständig.

Auch die Besorgnis der Region, die Armee zu verlieren und keine Unterstützung durch den Bund beim Ausgleich z.B. durch die touristische Nutzung von Dailly zu erhalten, wird nicht als massgebend eingeschätzt.

Die Nationalräte Pierre-André Page und Roger Golay (beide SVP) haben die politischen Vorstösse initiiert. Page ist mit den Antworten nicht zufrieden und hat im März per Interpellation nachgehakt. Ihn stört unter anderem, dass keine weitere militärische Nutzung vorgesehen ist und bereits Rückbauarbeiten im Gange sind, ohne zu wissen, was mit den Befestigungsanlagen künftig passieren wird. Er möchte auch wissen, wieviel die Ausserbetriebnahme kostet. «Ich erwarte vom Bundesrat und insbesondere vom VBS, dass sie die wahren Gründe für eine solche Aufgabe darlegen und die finanziellen Gegebenheiten in dieser Sache komplett ausleuchten.» Der letzte Vorstoss ist im Nationalrat noch nicht behandelt worden.

Wie kaum in einer Region ist im Raum St. Maurice mit Savatan und Dailly eine Konzentration von historischen Festungsbauten auf engstem Raum vorhanden. Sowohl Anzahl als auch die Grösse der Anlagen machen es kaum möglich, dass alle erhalten werden können – aber zumindest die wichtigsten und/oder einmaligen Objekte sollten auch künftigen Generationen erhalten bleiben und somit unterhalten werden. Dass das VBS respektive der Bund zusammen mit dem Standortkanton in die Verantwortung genommen werden müssen – mit einem privaten Betreiber – ist wohl die einzige realistische Lösung dafür.

Wie kann Dailly gerettet werden? – Oder ist das nicht nötig?

Die Vorstösse

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