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2012 versicherte der Bundesrat, dass keine Liquidationen von modernen Systemen geplant sei. Die Ausserdienststellung der Festungsminenwerfer wurde gestoppt. In der Armeebotschaft 2018 beantragt der Bundesrat nun die ersatzlose Liquidation dieses Waffensystems in den Jahren 2019-24. In der aktuellen Ausgabe der ASMZ beleuchtet Oberst Markus Oetterli – Präsident der Offiziersgesellschaft der Artillerie – dieses Vorhaben.

Er listet die Vorteile der rund 100 je erstellten Monobloc-Bunker mit je einem 12 cm Fest Mw auf: Rasche Bereitschaft, bewährtes System, Standardkaliber, Integration ins Artilleriesystem, Feuerkadenz entsprechend sechs kampfwertgesteigerten Panzerhaubitzen innerhalb des Wirkungsradius von 10 Kilometer und Versorgungsautonomie.

Neben dem Argument der heutigen mobilen Kampfführung werden die jährlichen Einsparungen von 1,5 Millionen Franken Betriebsaufwand von der Regierung ins Feld geführt – die Beschaffungskosten des Systems beliefen sich auf etwa eine Milliarde Franken. Die einmaligen Kosten für die Ausserdienststellung werden mit 25 Millionen Franken beziffert.

Sein Fazit nach Abwägung von Kosten sowie einsatztaktischer Aspekte lautet: Minimal 10 Prozent aller Werfer seien in tiefer Bereitschaft zu erhalten, damit sie bei Bedarf aktiviert werden könnten. Die modernen und präzisen Werfer würden eine artilleristische Grundlast abdecken, mit der mobilen Artillerie könnten dann Schwergewichte gebildet werden. Die Betriebskosten berechnet Oetterli pro Jahr mit 2 Millionen Franken in einem Verteidigungsbudget von 5 Milliarden Franken.

Kommentar: Ich kann dieser Ansicht nur zustimmen. Das System ist rasch einsatzbereit, heute noch modern, präzise, bietet ein kleines Ziel und auch die heute fehlenden Mannschaften können in kurzer Zeit ausgebildet werden. Das haben eigene Erfahrungen bei der Umschulung von Radfahrer-Soldaten auf den Fest Mw gezeigt. Mit Artilleristen wäre das noch einfacher. Bei aller Begeisterung für mobile Kampfführung kann ein Gerüst aus festen Waffenstellungen in unserem kleinen Land ohne grosse Rückzugsmöglichkeiten für motorisierte Truppen ein starker Rückhalt sein. Zudem sind 24 Schuss/Minute mit Kaliber 12 cm nicht zu verachten… 

12 cm Fest Mw 

Das Artilleriewerk Furkels ist nur noch bis Ende Oktober für Besucher zugänglich. Anschliessend wird die Anlage vom heutigen Besitzer geschlossen – auf der Website wird das grosse Artilleriewerk zum Verkauf angeboten (LINK)

A6355 Artilleriewerk Furkels

Verkauf von Bunkern

Im Aargau wurden bis jetzt rund 150 Verteidigungsbauten verkauft. Der Verkauf von 50 weiteren Anlagen wird geprüft, sagt Armasuisse gegenüber SRF Aargau-Solothurn. Im Kanton Solothurn sind rund 35 Verteidigungsbauten verkauft worden und die Veräusserung von rund 30 weiteren Anlagen wird geprüft.

https://www.srf.ch/news/regional/aargau-solothurn/anlagen-der-armee-verkauf-von-bunkern-und-kommandoposten-kommt-voran

Datencenter verkauft

Der atombombensichere Bunker K7 bei Attinghausen hat einen neuen Besitzer. Deltalis, die Firma, die den Bunker 2005 erworben hatte und darin ein Rechenzentrum betreibt, wurde verkauft.

http://www.nidwaldnerzeitung.ch/nachrichten/wirtschaft/neuer-besitzer-fuer-atombunker;art9642,1244918

Ein Bunker für 3200 Personen unter dem Kasinopark

Die Garage unter dem Aarauer Kasinopark diente bis vor wenigen Jahren auch als Katastrophenschutzraum. Auf den Spuren der leicht geheimen Zweitfunktion des Parkhauses.

https://www.aargauerzeitung.ch/aargau/aarau/ein-bunker-fuer-3200-personen-unter-dem-kasinopark-132417510

Vom Kalten Krieg in die Cloud

EWL hat Besucher zum Rundgang durch sein künftiges Rechenzentrum namens „RZ Stollen“ geladen. Wo im Kalten Krieg die Luzerner im Notfall Schutz gesucht hätten, sollen bald Bits und Bytes fliessen. Die Redaktion wagte sich in den Bunker.

http://www.netzwoche.ch/news/2018-04-30/vom-kalten-krieg-in-die-cloud

Seit Ende 2017 ist der Waffenplatz Dailly geschlossen, die Armee ausgezogen. Was ungenutzt zurück bleibt, sind nicht nur moderne Infrastrukturen, sondern auch 80 Kilometer an Stollen und Kavernen, eine unterirdische Standseilbahn und Artillerie- und Infanteriestellungen aus vielen Jahrzehnten Verteidigungsanstrengungen der Schweiz. Und jetzt?

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2013 hat das VBS bekannt gegeben, dass Immobilien mit einem Wiederbeschaffungswert von 7 Milliarden Franken liquidiert werden sollen. Grund dafür ist vor allem die Reduktion der Personalbestände und Einheiten der Armee. Zu diesen nicht mehr benötigten Objekten gehören u.a. auch grosse Führungsanlagen, die in den 1980-er Jahren erstellt worden sind.

Diese Vorgabe wird jetzt umgesetzt, derzeit sind gerade drei dieser Objekte zum Verkauf ausgeschrieben:

  • Der KP der Felddivision 5 (A5258) in Arni AG für 760’000,– Franken (Richtpreis) – LINK
  • Der KP A1848 Chrachiweid in Hasliberg BE für 311’000.– Franken (Richtpreis) – LINK
  • Der KP A8946 Bieli in Innertkirchen BE für 450’000.– Franken (Richtpreis) – LINK

In absehbarer Zeit soll auch der KP der Reduitbrigade 21 in Frutigen (A1981 Tanzplatz) ausgeschrieben werden.

KP Felddivision 5 in Arni

Via Homegate hat die armasuisse derzeit einen grossen Kommandoposten zum Verkauf ausgeschrieben. Die moderne Anlage «Bieli» steht auf Gebiet der Gemeinde Innertkirchen (Bieli) und der Richtpreis beläuft sich auf 450’000 Franken.

Die Infos dazu gibt es hier

Bern, 22.12.2016 – Das VBS hat mit den Gemeinden Binn, Ernen, Fiesch, Grafschaft, Münster-Geschinen, Obergoms und Reckingen-Gluringen am 22. Dezember 2016 in Bern eine Rahmenvereinbarung zum Kauf von militärischen Objekten unterzeichnet. Die Vereinbarung regelt den Kauf der nicht mehr militärisch genutzten Immobilien. Die Gemeinden kaufen die Immobilien für einen Gesamtpreis von 300‘000.– CHF.

Mit der Weiterentwicklung der Armee und dem entsprechenden Stationierungskonzept wird mit dem Fliegerabwehr-Schiessplatz Gluringen der letzte bedeutende militärische Standort im Goms durch das VBS aufgegeben. Die entsprechenden Verträge mit den Gemeinden werden auf Ende 2017 aufgehoben und die Entschädigung von insgesamt rund 500’000.– im 2017 letztmals bezahlt.

Der Rückzug des VBS soll im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten so erfolgen, dass die Gemeinden die Immobilien des VBS rasch übernehmen können. Die Gemeinden erhalten so die Möglichkeit Arbeitsplätze zu schaffen, das Gewerbe und den Tourismus weiter zu entwickeln und dadurch die Bevölkerungszahl zu stabilisieren.

Das VBS verkauft die nicht mehr benötigten militärischen Immobilien für einen Gesamtpreis 300‘000.– CHF. Die Immobilien gehen per 1. Januar 2017 an die jeweilige Gemeinde über. Dies betrifft insgesamt mehrere hundert Objekte wie zum Beispiel verschiedene Gebäude, Bunker, Grundstücke, Strassen usw. Der Verkauf erfolgt ohne vorgängige Ausschreibung an die jeweilige Standortgemeinde. Vorbehalten bleiben vertragliche oder gesetzliche Vorkaufsrechte zugunsten Dritter.

Jetzt müsste man nur noch die Liste kriegen, welche Objekte an die Gemeinden verkauft werden….