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Im Festungsmuseum Fürigen sind nach einer Überarbeitung der Ausstellung nicht nur die Stollen und Waffenstände zu besichtigen.

Was bisher fehlte, war eine historische Einbettung der Anlage in den Zweiten Weltkrieg und den Kalten Krieg. Vor allem bei jungen Besuchern fehle dieses Vorwissen oft, dabei seien Schulklassen eine wichtige Zielgruppe, heisst es von Seiten des Museums. Mit 300’000 Franken hat nun der Kanton die Ausstellung ganz neu konzipiert.

In einer Art neu konzipiertem, audiovisuellem Hörspiel erwachen Kommandant, Festungssoldaten und Angehörige in der Anlage zu neuem Leben. Plötzlich stehen sie im Zentrum. Über Kopfhörer bekommt der Besucher Gedanken, Erinnerungen, Sorgen und Einschätzungen von damals hautnah vermittelt – und das im typischen leicht muffigen und feuchtwarmen Bunker. Ein Prunkstück ist der neu eingerichtete Ausstellungsraum im einstigen Munitionsmagazin mit einer Videoschau und Schaukästen.

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Die militärische Lage der Schweiz erforderte nach 1940 eine Zentralraum-Verteidigung: Das Reduit. Die Zugänge zu diesem Rückzugsraum in den Alpen wurden besonders stark gesichert. Am linken Thunerseeufer bildeten zahlreiche Bunker die Verteidigungslinie von Einigen über die Sattelegg bis ins Engnis von Wimmis. Gebaut wurde in Einigen ein grosser Tankkanal und in Spiezwiler eine Bunkerlinie für Feldkanonen.

Wer sich achtet, sieht heute viele dieser Bauten im Gelände und fragt sich vielleicht, was hinter den Panzertüren oder Scharten ist. Ob es sich dabei um eine echte Scheune oder einen Bunker handelt, ist oft nicht auf den ersten Blick klar. Und einiges ist gar nicht mehr sichtbar: Zum Beispiel die Stollenanlage im Pintel bei Wimmis.

Buchautor Hans-Rudolf Schoch hat aus dem Bundesarchiv und weiteren Archiven zahlreiche Bilder und Informationen über die Planung, den Bau und den geplanten Einsatz dieser Verteidigungsstellung zusammengetragen. Im bewährten Stil seiner früheren Publikationen über die 3. Division im Raum Thunersee schafft er in Buchform eine Übersicht, die als Standardwerk gelten darf.

Bisher geheim waren die Stellen, wo Sprengstoff eingebaut war, um notfalls Brücken, Bahnlinien und Strassen zu zerstören. Diese Sprengobjekte umfassen ein eigenes Kapitel.

Informationen: Format A4, Softcover, geklebt, 230 Seiten, vierfarbig mit grossenteils erstmalig publizierten Fotos und Plänen. Preis 54 Franken inklusive Versand Inland. Bestellungen via www.hs-publikationen.ch. Nicht im Buchhandel erhältlich!

 

 

KKdt André Blattmann wurde neu in den Stiftungsrat der Fondazione Sasso San Gottardo gewählt. Mit 100 Betriebstagen und rund 17’500 Besuchern im 2017 dürfe auf eine erfolgreiche Saison zurückgeblickt werden, heisst es auf der Website. Trotz der kurzen Betriebsdauer in Folge der Öffnungszeiten der Passstrasse und den somit beschränkten Mitteln für Investitionen und Vermarktung, sei es in der Saison 2017 gelungen eine schwarze Null zu erwirtschaften.

Seit der Eröffnung am 25. August 2012 haben mittlerweile rund 90’000 Besucher das Herz der Schweiz entdeckt. Um auch die Saison 2018 attraktiv zu machen und Gäste sowie potentielle Unterstützer auf den Gotthardpass zu locken, sind wiederum einige Neuerungen und Highlights geplant. Unter anderem wird der Zürcher Künstler Tullio Zanovello im Juni, seine eigens für Sasso San Gottardo kreierte Bildmaschine zur Geschichte über den Gotthard, präsentieren. Dis Saison beginnt am 31. Mai 2018.

«Ohne Mampf kein Kampf.» Wer kennt den Spruch nicht? Und ja, das Essen ist wichtig, wenn Leistung gefordert wird. Das Oberkriegskommissariat hatte deshalb die Aufgabe, für genügend Verpflegung zu sorgen – auch oder gerade im Ernstfall.

Verschiedene Dokumente aus dem Bundesarchiv zeigen, wie und in welchen Mengen zum Beispiel Käse für die Festungssoldaten sichergestellt worden ist.

Ein Schreiben vom 21. März 1947 trägt den Titel «Sicherstellung von 4 Tonnen Käse für die Festung St. Gotthard (Airolo) im Falle einer K.-Mob.» Darin wurde eine Abmachung mit dem Kriegswirtschaftlichen Syndikat Schweizerische Käseunion festgehalten, die eine Lieferung der erwähnten Menge aus den Lagern bei der Firma Emmental A.G. Zollikofen, Filiale Luzern, umfasste.

Ein weiterer vom 9. April 1947 Vertrag regelt die Lieferung von 16 Tonnen Käse für die Festung St. Gotthard (Andermatt) aus den Lagern der Firma Peter Bürki, Käsehandlung in Luzern. Zudem werden für den Kriegsmobilmachungsfall weitere 5 Tonnen Käse durch den Waffenplatzlieferanten (Molkerei Regli in Andermatt) sichergestellt.

Peter Bürki war mit seiner Firma im Auftrag des Syndikats auch verantwortlich, dass 4400 kg Käse für Festungsanlagen im Raum Luzern lieferbar waren. Dabei waren die Bedürfnisse der Artilleriewerke Zingel/Drachenfluh, Kilchlidossen, Wissifluh, Ursprung, Blattiberg und Kleiner Durrren detailiert angegeben (siehe auch Bild).

Natürlich wollten auch die Romands mit genügend frischem Käse versorgt sein. Für die Festung St. Maurice wurden 10 Tonnen sichergestellt. Die Lieferung sollte bei Kriegsmobilmachung durch die Firma Comptoir des fromages de Gruyère S.A. in Vevey erfolgen.Die Vereinbarung datiert vom 5. März 1947.

Aus der Vereinbarung für den Raum Thun (Lieferant Alfred Gerber, Milchhandlung in Thun) umfasst «2500 kg vollfetter Emmentaler- oder Greyerzer-Schnittkäse (ev. nur Emmentalerkäse)» für die Verpflegungungsausrüstung. Für das Artilleriewerk Hondrich waren 450 Kg vorgesehen, für Schmockenfluh 480 kg, Legi-Waldbrand 980 kg und in die Burgfluh sollten 560 kg geliefert werden.

Den Abruf der Ware für den Raum Thun konnte durch das Eidg. Oberkriegskommissariat in Bern, das Kommando Festungskreis 1 in Lausanne oder das Kommando Reduitbrigade 21 (Kriegskommisär) erfolgen. Die Lieferung musste innert 24 Stunden erfolgen, und zwar «mittels firmeneigener Lastwagen in die Werke». Verrechnet würde der «damals gültige offizielle Käsepreis des Kriegswirtschaftlichen Syndikats Schweizerische Käseunion, abzüglich Fr. 8.– per 100 kg Spezialrabatt für Lieferungen an die Armee». 1951 sind in einer Vereinbarung betreffend Festung St. Maurice Kilopreise von 4.56 bis 4.64 Franken angegeben.

Die Abwehrvorbereitungen 1939-45 im Abschnitt des Gebirgs-Infanterieregiments 19 rund um das Gebenstorfer Horn hat Max Rudolf in seiner gewohnten Art auf 100 Seiten zusammengestellt. Das mit vielen Fotos, Plänen und Skizzen von Bunkeranlagen gespickte neuste Rudolf-Werk von der «Armeestellung Nord» ist quasi eine Ergänzung der 2012 erschienenen Broschüre «Als die 47er in Birmenstorf waren…». Angefangen haben die Befestigungsarbeiten mit Feldstellungen; sie wurden dann durch Beton und Fels ersetzt und verstärkt. Allein das Bildmaterial aus dieser Bauzeit machen das Buch zu einer historisch wertvollen Publikation.

Max Rudolf, Format A4, geklebt, 100 Seiten. CHF 40.–

Bezugsquelle: Max Rudolf, Oberzelglistrasse 13,  5413 Birmenstorf sowie im Schweizerischen Militärmuseum in Full.

Bei nasskaltem Wetter haben 20 Vereinsmitglieder am 17. Februar die Arbeiten in Angriff genommen, die für diesen zweiten Arbeitstag des Jahres geplant waren. Glücklicherweise waren es diesmal vor allem Indoor-Aktivitäten, die alle wie vorgesehen erledigt werden konnten. Lediglich die Holzergruppe musste ihr Programm ändern und hat sich auf die Innenrenovation des Unterstandes A 5682 konzentriert.

 

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Es war ein heikles Thema: Was passiert im Ernstfall mit gestorbenen Soldaten in einer Festung?

Von einigen Festungswerken ist bekannt, dass es Totenkammern gab. Beim Art Wk Grimsel existierte zB. unter der Nr. A8929 eine sep. Kaverne mit Gestellen für Leichensäcke resp. Särge. Im Art Wk Castels wurde ein Raum im Bereich des Zugangsstollen als Totenkammer bezeichnet. Uns Rekruten wurde erklärt, dass früher dort ein Krematorium eingebaut gewesen war.

Bei den Festungsminenwerfern (Monobloc) wurde gesagt, dass die Verstorbenen in Leichensäcken im Notausgang zwischengelagert worden wären, bis sich eine Gelegenheit zum Abtransport ergeben hätte…

Gib es zu diesem für die Werk- und Bunkerbesatzungen meist unterdrückten Thema weitere Informationen oder Dokumente?

A6400 Art Wk Castels: Der kleine Stollen links wurde als Totenkammer bezeichnet.

In der heute vom Bundesrat verabschiedeten Armeebotschaft 2018 ist u.a. auch das definitive Ende der Festungsartillerie aufgeführt. Hier die entsprechenden Erklärungen daraus:

*Festungsartillerie: Ausserdienststellung: 2019–2024*

«Die Festungsartillerie war auf die Bedrohung im Kalten Krieg ausgerichtet. Mit der veränderten Lage hat sie an sicherheits-politischer und militärischer Bedeutung verloren.

 

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1993 übernahm der Verein Festungsmuseum Heldsberg das gleichnamige Werk und hat es im Laufe der Zeit zu einem beliebten und spannenden Ausflugsziel ausgebaut. Bis heute haben 230’000 Besucher die Anlage besichtigt! Nun wird das 25-Jahr-Jubiläum der Festung Heldsberg mit verschiedenen Thementagen gefeiert. Alle Infos zum Jubiläumsjahr inkl. Broschüre sind hier abrufbar.

Im Januar ist erfahrungsgemäss nicht sehr viel los in der Branche – einige ausgewählte Links gibt es hier: