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Die Deutschen waren im Zweiten Weltkrieg sehr aktiv, was das Ausspionieren der Schweizer Befestigungsanlagen anging. Entsprechend wurde immer wieder davor gewarnt. Trotz der vielen ausgehängten Plakate «Achtung, der Feind hört mit» und dem Slogan «Wer nicht schweigen kann, schadet der Heimat» konnte der deutsche Nachrichtendienst viele Informationen sammeln. Auch das Infanteriewerk Grynau erhielt Besuch von Spionen. Am Montag, 17. August, um 19.30 Uhr erfahren Interessierte, was die deutsche Abwehr über das Werk zu wissen glaubte.

Die Besucher werden nach einem Rundgang in einem Referat in die Welt der Spione entführt. Wie wurden die Informationen über das Werk Grynau gesammelt, wer spionierte und wieso eigentlich? Warum stimmen einige der Informationen nicht?

Die Teilnehmerzahl ist beschränkt – Platzreservation via Webseite www.grynau.ch nötig.

Im Engadin und Bergell unterwegs auf den Spuren der Militärgeschichte: Ab dem 26. August 2020 starten die ersten Engadiner Festungswochen, eine Fortsetzung in den nächsten Jahren ist in Zusammenarbeit mit dem Tourismus bereits geplant. Alle Infos dazu gibt es hier

Erstmals Besichtigung eines 12 cm-Festungsminenwerfers

Bei genauer Durchsicht des Programms fällt vor allem ein Punkt auf: Die Tageswanderung zu den vier Bergeller Festungen beinhaltet den Besuch des 12 cm-Festungsminenwerfers Pila (A7698). Es ist wohl das erste Mal, dass eine dieser Anlagen der letzten Festungsgeneration öffentlich einem breiteren Publikum gezeigt wird. Die Ausmusterung und der Verkauf dieser knapp 100 Artilleriebunker durch die Armasuisse ist im Gang, jedoch wird zumindest teilweise immer noch das Tuch der Geheimhaltung darüber gelegt. Die Anlage Pila fügt sich von der Bauweise hervorragend in die Umgebung ein, und nur Kenner haben bisher in diesem schmucken Häuschen den Zugang zu einer Festung erkannt.

A7698 Festungsminenwerfer Pila © ZVG

 

Welcher Bunker da wohl genau gemeint ist?
Quelle: Volksstimme 11.8.2020

Am Sonntag, 16.August 2020, können die Festung Schollberg III und verschiedene Bunker besichtigt werden. Die ganze Führung dauert etwa zweieinhalb Stunden. Interessierte treffen sich um 13.50 Uhr beim Parkplatz Klettergarten Schollberg. Gutes Schuhwerk und angepasste Kleidung werden empfohlen.

Eine Anmeldung ist erforderlich per E-Mail an festungen@afom.ch, unter Telefon 0817832611 oder über die Website www.afom.ch.

Das Simplon-Gebiet war beim Schweizer Fernsehen SRF ein grosses Thema. Dabei kamen auch alte Bunker und deren heutige Nutzung zur Sprache. Der LINK dazu (ab ca. 15:00) – am Rande sei die Frage erlaubt, wie man zu einer Bewilligung kommt, eine alte verfallene Feldbäckerei irgendwo in der Gegend zu einem Ferienhaus umzubauen….

Der Bat-KP A6312 in der Sperre Chlus GR ist Geschichte. Der nett bezeichnete Rückbau – die Liquidierung des Innenlebens – konnte gerade noch im Bild festgehalten werden, bevor die Anlage verschlossen wird. Danke für den Hinweis und die Bilder an Pius Whiler.

 

Die Bündner Regierung unterstützt den Verein Pro Castellis bei der Sanierung des Infanteriewerks A7678 Maloja-Kulm mit maximal 220’000 Franken. Die Gesamtkosten betragen rund 1,1 Millionen Franken.

Seite heute sind zwei neue Videos im Youtube-Kanal aufgeschaltet – Merci Lorenz!

Weiteres Material aus dieser Sperrstelle gibt es hier

 

 

Die Zeit des Stillstandes kann man ja prima für die Planung der ersten Bunker-Besichtigungen nach der Krise nutzen. Wie wärs denn mit einem Ausflug in den rückwärtigen Raum der ehemaligen Grenzbrigade 4?

  • A3669 Kommandoposten Lobisei (Grenzbrigade 4)
  • F4300 Kommandoposten Längen Tannen (Infanterieregiment 49)

Dank der Betriebsgruppe historische Militäranlagen des Kantons Solothurn können diese zwei speziellen Objekte auf Anfrage besichtigt werden. Der Kanton hat seit März 2017 seinen Willen umgesetzt, einige Anlagen zu übernehmen und zugänglich zu machen. Aktuell ist die Leistungsvereinbarung zwischen der Betriebsgruppe unter Dach und Fach und die oben erwähnten Anlagen mit all ihren Annex-Objekten sind in der Obhut der Betriebsgruppe. Die Anlagen befinden sich in einem hervorragenden Zustand!

Die Anlagen

  • A3669 befindet sich zwischen St. Wolfgang/Balsthal und Mümliswil und ist die grösste militärische Anlage im Kanton Solothurn. Erstellt wurde ein erster Kommandoposten 1942, der heutige bauliche Zustand wurde 1965 erstellt. Ein letzter Totalumbau wurde 1990 geplant, aber nicht mehr realisiert. Zu diesem Brigade-Kommandoposten für 120 Mann gehörten auch mehrere Atom-Schutz-Unterstände (ASU) für die Aussensicherung sowie die Übermittlung.
  • F4300 ist 1982 zwischen Mümliswil und Ramiswil erstellt worden, der Regiments-Kommandoposten Typ 76 war der modernste KP im Raum der Grenzbrigade 4. Es entstanden nur rund ein Dutzend Bauten dieses Norm-Typs. 60 Arbeits- und 51 Schlafplätze wurden auf einer Grundfläche von 400 Quadratmetern im Tagbau realisiert. Zur Infrastruktur gehören ebenfalls ASU-Bauten. Das dort eingesetzte Infanterieregiment 49 hatte seit jeher die Pässe Schelten und Passwang sowie die Klusen von Balsthal zu sperren.

Die Besichtigung der Anlagen ist auf Anmeldung und geführt möglich. Terminanfragen sind zu richten an Marc Balmer (marc-balmer@bluewin.ch).

 

 

 

Die eindeutige Identifizierung von Objekten ist das A und O der Bunkersuche. Im Laufe der Jahrzehhnte wurden jedoch verschiedene Nummerierungssysteme verwendet, was die Zuordung oder in den Archiven die Suche oftmals erschwert. Die heute gängigste Kennzeichnung sind die AGFA-Nummern. Was das bedeutet?

AGFA bedeutet Abteilung für Genie und Festung Anlageverzeichnis, wie Recherchen der Armasuisse in den Archiven ergeben haben – merci für die Abklärung!

Die neue und heute noch gültige Nummerierung von militärischen Objekten wurde in der Westschweiz angefangen und dann im Uhrzeigersinn abgearbeitet. Da die Abteilung für Genie und Festung (AGF) mit der Truppenordnung 51 geschaffen wurde, wird auch die Einführung dieses Systems auf das Jahr 1951 zurückgeführt.

Die Vorgängerorganisation Abteilung für Genie (1875-1950) dürfte allerdings die Vorarbeiten dazu ausgeführt haben.

Nach jetzigem Stand tauchen diese AGFA-Nummern erstmals auf Skizzen und Plänen vom 15. Juni 1951 (Situation A6802/GL138) und 30. Dezember 1954 (Situation der Terrain-Veränderung beim Bunker A6802/GL138) auf. Der Akten-Ersteller wollte offenbar durch die gleichzeitige Nennung der neuen und der alten Registernummer sichergehen, dass keine Missverständnisse auftauchen.

Eine Liste von militärischen Objekten und ihren AGFA-Nummern (soweit heute vorliegend, leider aber aufgrund des grossen Aufwandes wohl niemals komplett) ist hier angefangen.