Im Juli 1935 kam ein Ingenieur-Offizierskurs zum Schluss, dass Kreuzlingen unbedingt von Artillerie gedeckt werden müsse. Dazu sollten auf dem Ottenberg fünf Artilleriewerke gebaut werden, da der Ottenberg Schlüsselstellung sowohl für Kreuzlingen als auch die Thurline sei. Möglicherweise könnte dafür auf die beiden Artilleriewerke A1 (Bottighofen) und A2 (Triboltingen) verzichtet werden (BAr E5480(A) 1980/73, Band 8).

Im Juli 1936 beschäftigte sich die Armee konkret mit den Grenzbefestigungsanlagen. Für Kreuzlingen wurde ein «Defensiv-Brückenkopf» vorgesehen, mit «permanenten Werken an den wichtigsten Orten». Der Brückenkopf könne allerdings nur mit Artillerie gehalten werden, weshalb hier acht kleinere Art Turmwerke vorgesehen sind mit je einer Kasematt-Batterie zu zwei 7,5 cm Kanonen und 1-2 Türme für 10,5 cm Kanonen und Haubitzen.

Hat sich jemand schon mal mit diesen Planungen beschäftigt? Wäre sicher spannend, mal die Standorte dieser Artilleriewerke zu wissen und die Gedanken nachvollziehen zu können. Unterlagen dazu gibts allenfalls im Bundesarchiv (E27/17357, Band 1).

 

In der Nacht vom 19./20. Dezember 1947 explodierte das unterirdische Munitionslager in Mitholz.

Das Buch «Die Schreckensnacht von Mitholz» zeigt die Entstehungsgeschichte dieses grossen Lagers in der Fluh, lässt Augenzeugen zu Wort kommen und beschreibt, was nach der Explosion und bis heute in dem markanten Felsen von der Armee geplant oder gebaut wurde. Viele der Informationen und Bilder waren bis vor kurzem geheim und unter Verschluss.

240 Seiten, CHF 45 exkl. Versand. Bestellungen sind hier möglich

Der Projektbericht des VBS fasst für die wichtigsten respektive grössten Beschaffung- und Investitionsgeschäfte den aktuellen Stand und die Risikobeurteilung zusammen. Der Bericht 2020 wurde Ende März 2021 publiziert. Aus Sicht der Bunkerfans sind folgende Infos interessant:

FITANIA

Das FITANIA-Programm umfasst die Koordination der Projekte
A) «Telekommunikation der Armee» (TK A),
B) «Führungsnetz Schweiz» und
C) «Rechenzentren VBS/Bund 2020».

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Im Tätigkeitsbericht 2020 der unabhängigen Aufsichtsbehörde über die nachrichtendienstlichen Tätigkeiten AB-ND (publiziert Ende März 2021) sind aus Sicht der Bunkerfans zwei Informationen interessant.

  • Die Aufsichtsbehörde war überrascht, welche Aktenbestände der Nachrichtendienst des Bundes (NDB) lagert – und wohl auch darüber, wo diese archiviert sind. «Der Umfang der in diesen Archiven gelagerten Dokumente überraschte die AB-ND. Der NDB lagert mehrere hundert Meter an Dokumenten in diversen Standorten. Die Dokumente stammen aus einer Zeit, in der der NDB noch nicht der Aufsicht der AB-ND unterlag. Es bestand nur ein grobes Inventar über den Inhalt dieser Ablagen und Archive.» Eines dieser Archive ist in einer K-Anlage: «Der Zutritt zu einem Aussenstandort konnte nicht gänzlich unangekündigt ermöglicht werden, da die K-Anlage, in dem sich ein Teil des NDB-eigenen Archivs befand, erst in Betrieb gesetzt werden musste. Dies bedingte eine Vorlaufzeit von einigen Tagen. Die AB-ND verlangte für diesen Zeitraum die Logfiles zum Zugang der Anlage, damit sichergestellt werden konnte, dass diese zwischenzeitlich nicht betreten worden war.» – Gesundes Misstrauen ist vorhanden …
  • Der Begriff «K-Anlage» wird im Tätigkeitsbericht als «Kriegsanlage» umschrieben. Naheliegender wäre eigentlich der oftmals benutzt Begriff «Kommando-Anlage», da sich deren Nutzung nicht nur auf den Kriegsfall beschränkt. Vielleicht gibt es dazu irgendein Dokument, das Klarheit schafft?
    In K-Anlagen oder Führungsanlagen wurden gemäss dem Bericht der Aufsichtsbehörde «die Stäbe der grossen Verbände der Armee (Brigade, Division, Armeekorps) untergebracht. Auch Führungsanlagen der zivilen Landesverteidigung – Kantonsregierungen und Bundesrat – wurden als K-Anlagen bezeichnet» (man beachte die angewendete Vergangenheitsform!). Eine solche K-Anlage dient dem NDB als operatives Aktendepot.Update 1: Stammt die Abkürzung von den KP K1, K2, K3 sowie K4, die oftmals einfach als «Kavernen» inkl. Nummer bezeichnet wurden?
    Update 2: Gemäss «Reglement Infra Bat» von 2004 sind ausschliesslich die Führungsanlagen von Landesregierung/Stufe Armee (also auch Uem D, Mil Sich, Na D usw.) als K-Anlagen bezeichnet, diejenigen der grossen Verbände haben normale A-Nummern…

Auf Distanz sind die Scharten der Geschütze mit Front gegen einen Gegner trotz dicker Panzerung ein Schwachpunkt eines Artilleriewerkes. Eine Verbesserung wurde in Kettenvorhängen gesehen, die auch getestet wurden. Im Januar 1949 erfolgte der Beschuss einer Mg-Scharte auf dem Waffenplatz Thun, in der so genannten «Kleinen Versuchsmauer».

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Zwischen Spiez und Kandersteg wurde die strategisch wichtige Lötschbergachse mit der Bahnverbindung an verschiedenen Stellen gesperrt. Zentrale Sperrstelle war Mülenen mit verbunkerten Waffen und Hindernissen, ergänzt durch Sprengobjekte vor und nach Mülenen. Dazu gehörte zB. das Viadukt von Frutigen.

Das Buch von Hans-Rudolf Schoch – Band 9 der Serie «Die 3. Division im Reduit» – beschreibt im Detail zudem mehrere Kommandoposten im Raum Reichenbach/Frutigen, u.a. den modernen KP der Reduitbrigade 21.

224 Seiten, CHF 44 exkl. Versand. Bestellungen sind hier möglich

Hier ein kleiner Rückblick zu den Arbeiten, die der Bunkerverein Titterterberg bisher getätigt hat. Vor allem in der Woche vom 8. bis 13. März 2021 wurde am Bunker A3622 auf dem Titterterberg fleissig gearbeitet. Das Holzerteam fällte alle Bäume rund um den Bunker, sägte Meterstücke und astete die Bäume aus.

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Markus Seitz von www.standseilbahnen.ch hat zwei Videos von der Standseilbahn erstellt, die die drei Werke des Artilleriewerkes Mueterschwanderberg verbindet (je ca. 20 Minuten). Die Standseilbahn ist natürlich nicht mehr in Betrieb, deshalb ging es zu Fuss durch den Felsen.

Die Sperrstellen der Grenzbrigade 12 (Graubünden) wurden 1942 in einem Dossier für den Armeestab zusammengestellt. Aussergewöhnlich ist die Art: Es handelt sich um 34 Blätter mit den detailliert eingezeichneten Objekten in Farbe. Wahrlich ein richtiges Kunstwerk, das im Bundesarchiv aufbewahrt wird.

Beispiel der Sperre Maloja aus dem Dossier vom August 1942.