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AESCHI Zwei Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg, als Scheunen meisterhaft getarnt, stehen zum Verkauf. Diese haben eine wechselvolle und noch immer teilweise geheimnisvolle Geschichte hinter sich.

Sie sind unscheinbar, passen sich wunderbar ins ländliche Bild von Aeschiried ein. Einzig die Antennen verfremden das idyllische Bild. Wer ein bisschen in Unterlagen gräbt, stösst aber auf ein paar erstaunliche Fakten über die vier «Scheunen», die eben keine sind. Sie wurden ab 1942 gebaut, als die Gefahr eines deutschen Einmarsches bestand. In den doppelstöckigen Bauten war unterirdisch Platz für die Mannschaft, oben wurde je eine Kanone montiert, die einen anrückenden Gegner im Raum Thun unter Feuer nehmen sollte. Bereits kurz nach dem Aktivdienst waren diese Bunker aber überflüssig, da sie sehr exponiert standen und kaum eine lange Lebenszeit gehabt hätten.

Wer will die Bunker?

Wann genau das zweite Leben der Artilleriebunker begann, ist nicht klar. Details sind noch in Akten vergraben, oder letztere sind teilweise auch vernichtet. Zwei der Bunker sind heute privat genutzt, die anderen beiden stehen grundsätzlich zum Verkauf. Das bestätigt die armasuisse, die Liegenschaftsverwalterin des Departementes für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS). «Die beiden ehemaligen Übermittlungsanlagen sind entklassifiziert respektive befinden sich im Dispositionsbestand als überzählige Militärobjekte. Im Zusammenhang mit einer möglichen Nachnutzung laufen zur Zeit Gespräche mit Interessenten sowie mit dem Eigentümer der Parzelle, welche das Bundesgrundstück 705 mit den Bunkern räumlich umschliesst.» Die Frage ist dann jeweils, was zonenkonform machbar ist: «Vor einem allfälligen Verkauf muss eine rechtskräftige Ausnahmebewilligung gemäss Art. 24a Raumplanungsgesetz vorliegen», erklärt die armasuisse-Mediensprecherin Margrit Schwaller. Die Liegenschaft ist heute in der Landwirtschaftszone und so ist die Nutzung eingeschränkt. Wenn keine Veräusserung zustande kommt, werden die Anlagen ausgeräumt und stillgelegt.

Vorbereitung auf den Krieg

Damit ist klar, was mit den ausgedienten Bunkern geschehen könnte, aber noch nicht, was war. Aufschluss dazu geben einige Akten aus dem Bundesarchiv und die jüngst veröffentlichte Doktorarbeit des Aargauer Historikers Titus Meier über geheime Widerstandsorganisationen. Im Kalten Krieg bereitete man sich auch darauf vor, dass der übermächtige Gegner (natürlich aus dem Osten) die Schweiz zumindest teilweise überrennen und besetzen könnte. Die Armee war dann nicht mehr oder nur beschränkt handlungsfähig. Also wurde gegen Ende der 1960er Jahre der Spezialdienst gegründet, seit Ende der 1970-er Jahre hiess diese Organisation P-26. Die naturgemäss geheimen Widerstandsvorbereitungen bleiben bis 1990 im Verborgenen. Durch die Fichenaffäre wurde die P-26 öffentlich gemacht – und anschliessend aufgelöst.

Kontakt mit Irland

Bis dahin mussten aber Verbindungen zu den Agenten in den allfällig besetzten Teilen der Schweiz möglich sein. Und zwar durch Funk. Die zentrale Funkstation des Hauptquartiers befand sich einige Zeit auf Spiezer Boden in einem alten Bunker, anschliessend wurden die ehemaligen Artilleriestellungen in Aeschiried dafür umgebaut und genutzt. Regelmässig wurden die Verbindungen real getestet. Aeschiried hat als Standort für die Funker eine gute Lage, wie ein Funkamateur bestätigt. Kein Wunder also, dass sogar die Funkverbindung nach Irland problemlos funktionierte, wo die P-26 einen Ausweichsitz für den Bundesrat vorbereitet hatte. Und wer weiss, vielleicht weiss ja ein neuer Besitzer diesen Vorteil künftig auch zu schätzen?

Im Wald zwischen Oppligen und Brenzikofen verbirgt sich ein architektonisches Kleinod. So sieht es jedenfalls Roland Straub vom Verein Infanterie Festung + Berner Oberland. Der Verein will im stillgelegten Munitionsdepot militärische Museumsstücke lagern. Nachzulesen bei www.bern-ost.ch

 

Die Schweiz hat nicht nur viele kleine Militärobjekte gebaut, sondern auch zahlreiche grosse Anlagen. Zudem gibt es umfangreiche zivile Infrastrukturbauten, die im Ernstfall geschützt werden müssten. Aktiver Schutz durch Waffen ist eine Möglichkeit, weitgehende Tarnung eine andere.

1952 wurde im EMD intensiv der Schutz von Staumauern diskutiert. Der Chef der Abteilung für Genie und Festungswesen wurde vom Generalstabschef beauftragt, die Tarnung von Dämmen zu prüfen. Dabei wurden folgende Punkte speziell berücksichtigt:

  • Tarnung der Luftseite von Staumauern
  • Tarnung der Mauerkrone durch Brechen er geometrischen Linien
  • teilweise oder gänzliche Tarnung der Wasserfläche
  • Kostenfrage und Ausführungsmöglichkeiten

Mirage III vor einem temporär  mit Netzen getarnten Kaverneneingang @ Armasuisse

1953 wurde dann die Abteilung mit der Koordination sämtlicher Tarnungsfragen der Armee beauftragt. Es wurde eine Arbeitsgruppe für Tarnungsfragen gebildet, welche nicht nur die Staumauer-Frage anging, sondern Vorschläge und Richtlinien für die Tarnungen im Allgemeinen ausarbeitete.

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Das Artilleriewerk Furkels ist nur noch bis Ende Oktober für Besucher zugänglich. Anschliessend wird die Anlage vom heutigen Besitzer geschlossen – auf der Website wird das grosse Artilleriewerk zum Verkauf angeboten (LINK)

A6355 Artilleriewerk Furkels

Einige wenige Unterlagen, Pläne und Bilder bezeugen, dass Anfang der 1940er Jahre Planungen und Versuche durchgeführt wurden, die damals neuen Flammenwerfer auch in Bunkern einzusetzen.  Bisher war vor allem der Kampf der Angreifer mit Flammenwerfer gegen verbunkerte Stellungen bekannt. Bekannt ist mindestens ein Prototyp der Firma Carba.

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Sommer im April! Bei sommerlichen Temperaturen und Sonnenschein konnte der vierten Arbeitstag dieses Jahres durchgeführt werden, an dem sich 22 Vereinsmitglieder des Vereins Festungsgürtel Kreuzlingen beteiligt haben. Pech hatte am heutigen Arbeitstag Reto Hafner, der in der Gruppe von Robert Schneider im Einsatz war, um den Bunkerwanderweg über das Tägerwiler Allmendtobel zu sanieren.

 

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Heute erstmals durchgeführt: Geführte Besichtigung der Sperre Spissi (Wimmis BE) durch den Verein Infanterie Festung + Berner Oberland und Wimmis Historic. Fazit der Bunker- und Toblerone-Führung: Ein voller Erfolg, Wiederholung bitte!

Das ehemalige Artilleriewerk Krattigen (A1952) wurde nach seiner Zeit als Kampfanlage für andere Zwecke verwendet. Vieles über diese Zeit ist aber unklar respektive nicht zugänglich. Zumindest bis Anfang der 1990er Jahre waren zwischen den Artilleriebunkern noch Baracken vorhanden (Galerie).

Im Zeitraum 1970 bis 1976 wurde die Anlage nach Auskunft eines ehemaligen Armeeangehörigen als nicht permanente Funkzentrale für den Kontakt zu den Schweizer Botschaften im Ausland benutzt. Im WK wurden jeweils die Funkanlagen installiert. Jedenfalls deuten diverse Umbauten in der Festungsanlage (zusätzliche Motoren, zahlreiche Anschlussdosen) auf diese Nutzung hin.

In einer noch späteren Phase wurde die Anlage vom geheimen Widerstand (SpezD und kurzzeitig der P-26) zur Ausbildung verwendet.

Leider ist über die Zeit als Funkzentrale resp. als Ausbildungsanlage bisher kaum etwas bekannt und lässt zur Geschichte dieser speziellen Anlage noch sehr viele Fragen offen.

Seit Ende 2017 ist der Waffenplatz Dailly geschlossen, die Armee ausgezogen. Was ungenutzt zurück bleibt, sind nicht nur moderne Infrastrukturen, sondern auch 80 Kilometer an Stollen und Kavernen, eine unterirdische Standseilbahn und Artillerie- und Infanteriestellungen aus vielen Jahrzehnten Verteidigungsanstrengungen der Schweiz. Und jetzt?

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Der KP Heinrich oberhalb von Spiez am Thunersee war das Nervenzentrum der Festungsartillerie rund um den Thunersee und dem dortigen Réduiteingang. In diesem Buch wird die Rolle der Artilleriebeobachtungskompanie 3 erklärt, die schliesslich zum Bau dieses Beobachtungspostens und der Feuerleitstelle führte. Später wurde er ausgebaut als Kommandoposten verschiedener Einheiten. Mit historischen Bilder und Plänen erklärt der Autor Hans-Rudolf Schoch die Planung, der Bau und der Einsatz dieser Festung im Hondrichhügel detailliert erklärt.

Der Festungsverein Hondrich betreibt heute diese in Privatbesitz befindliche Anlage. Der KP Heinrich ist auf Anfrage zu besichtigen.

Informationen: Format A4, Hardcover, geklebt, 148 Seiten, vierfarbig mit grossenteils erstmalig publizierten Fotos und Plänen. Preis 46 Franken inklusive Versand Inland. Bestellungen via www.hs-publikationen.ch. Nicht im Buchhandel erhältlich!