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Bis am 14. Oktober 2018 ist die Festung Sasso San Gottardo in diesem Jahr noch offen. Anschliessend wird sie für den bevorstehenden Winter vorbereitet. Bis dahin sind die Wunderkammer, die grössten je gefundenen Riesenkristalle, die Bildmaschine Gotthard – das Reduit, die Tessinerausstellung noch zu besuchen und die geführten Rundgänge, Abenteuerführungen, die Familien-Schatzsuche oder die Festungswächtertouren noch zu buchen.

Zudem wird zu zwei einzigartigen Veranstaltungen eingeladen: Am 23. September findet das Klavierkonzert mit Anna Zassimova statt und am 7. Oktober der Vortrag über den Fund der Bergkristalle. LINK zu den Informationen.

 

Aus dem FO-Archiv: Die Eindrücke eines Scheinwerfer-Soldaten bei den Festungstruppen von 1909. LINK (PDF)

Scheinwerfer der Festung Gotthard (ca. 1914/15)

Das alte Hospizwerk auf dem Gotthardpass von 1894 wurde zwischen 1987 bis 1998 saniert und umgebaut. Ein Teil blieb eine Truppenunterkunft, der andere wurde zu einem Museum umfunktioniert. Gesamtkosten 5,4 Millionen Franken. Die Einweihung fand am 25. Juli 1998 statt. Und leider ist die Ausstellung schon lange wieder abgebaut und die Anlage verschlossen – Investition für nichts…

Die Dossier zum damaligen Umbauprojekt gibts hier

Gotthard Hospiz: †Überblick der Anlage

Seit Ende 2017 ist der Waffenplatz Dailly geschlossen, die Armee ausgezogen. Was ungenutzt zurück bleibt, sind nicht nur moderne Infrastrukturen, sondern auch 80 Kilometer an Stollen und Kavernen, eine unterirdische Standseilbahn und Artillerie- und Infanteriestellungen aus vielen Jahrzehnten Verteidigungsanstrengungen der Schweiz. Und jetzt?

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KKdt André Blattmann wurde neu in den Stiftungsrat der Fondazione Sasso San Gottardo gewählt. Mit 100 Betriebstagen und rund 17’500 Besuchern im 2017 dürfe auf eine erfolgreiche Saison zurückgeblickt werden, heisst es auf der Website. Trotz der kurzen Betriebsdauer in Folge der Öffnungszeiten der Passstrasse und den somit beschränkten Mitteln für Investitionen und Vermarktung, sei es in der Saison 2017 gelungen eine schwarze Null zu erwirtschaften.

Seit der Eröffnung am 25. August 2012 haben mittlerweile rund 90’000 Besucher das Herz der Schweiz entdeckt. Um auch die Saison 2018 attraktiv zu machen und Gäste sowie potentielle Unterstützer auf den Gotthardpass zu locken, sind wiederum einige Neuerungen und Highlights geplant. Unter anderem wird der Zürcher Künstler Tullio Zanovello im Juni, seine eigens für Sasso San Gottardo kreierte Bildmaschine zur Geschichte über den Gotthard, präsentieren. Dis Saison beginnt am 31. Mai 2018.

«Ohne Mampf kein Kampf.» Wer kennt den Spruch nicht? Und ja, das Essen ist wichtig, wenn Leistung gefordert wird. Das Oberkriegskommissariat hatte deshalb die Aufgabe, für genügend Verpflegung zu sorgen – auch oder gerade im Ernstfall.

Verschiedene Dokumente aus dem Bundesarchiv zeigen, wie und in welchen Mengen zum Beispiel Käse für die Festungssoldaten sichergestellt worden ist.

Ein Schreiben vom 21. März 1947 trägt den Titel «Sicherstellung von 4 Tonnen Käse für die Festung St. Gotthard (Airolo) im Falle einer K.-Mob.» Darin wurde eine Abmachung mit dem Kriegswirtschaftlichen Syndikat Schweizerische Käseunion festgehalten, die eine Lieferung der erwähnten Menge aus den Lagern bei der Firma Emmental A.G. Zollikofen, Filiale Luzern, umfasste.

Ein weiterer vom 9. April 1947 Vertrag regelt die Lieferung von 16 Tonnen Käse für die Festung St. Gotthard (Andermatt) aus den Lagern der Firma Peter Bürki, Käsehandlung in Luzern. Zudem werden für den Kriegsmobilmachungsfall weitere 5 Tonnen Käse durch den Waffenplatzlieferanten (Molkerei Regli in Andermatt) sichergestellt.

Peter Bürki war mit seiner Firma im Auftrag des Syndikats auch verantwortlich, dass 4400 kg Käse für Festungsanlagen im Raum Luzern lieferbar waren. Dabei waren die Bedürfnisse der Artilleriewerke Zingel/Drachenfluh, Kilchlidossen, Wissifluh, Ursprung, Blattiberg und Kleiner Durrren detailiert angegeben (siehe auch Bild).

Natürlich wollten auch die Romands mit genügend frischem Käse versorgt sein. Für die Festung St. Maurice wurden 10 Tonnen sichergestellt. Die Lieferung sollte bei Kriegsmobilmachung durch die Firma Comptoir des fromages de Gruyère S.A. in Vevey erfolgen.Die Vereinbarung datiert vom 5. März 1947.

Aus der Vereinbarung für den Raum Thun (Lieferant Alfred Gerber, Milchhandlung in Thun) umfasst «2500 kg vollfetter Emmentaler- oder Greyerzer-Schnittkäse (ev. nur Emmentalerkäse)» für die Verpflegungungsausrüstung. Für das Artilleriewerk Hondrich waren 450 Kg vorgesehen, für Schmockenfluh 480 kg, Legi-Waldbrand 980 kg und in die Burgfluh sollten 560 kg geliefert werden.

Den Abruf der Ware für den Raum Thun konnte durch das Eidg. Oberkriegskommissariat in Bern, das Kommando Festungskreis 1 in Lausanne oder das Kommando Reduitbrigade 21 (Kriegskommisär) erfolgen. Die Lieferung musste innert 24 Stunden erfolgen, und zwar «mittels firmeneigener Lastwagen in die Werke». Verrechnet würde der «damals gültige offizielle Käsepreis des Kriegswirtschaftlichen Syndikats Schweizerische Käseunion, abzüglich Fr. 8.– per 100 kg Spezialrabatt für Lieferungen an die Armee». 1951 sind in einer Vereinbarung betreffend Festung St. Maurice Kilopreise von 4.56 bis 4.64 Franken angegeben.

Auf dem Gotthard-Pass hat die Armee weitreichende Artillerie tief in den Felsen gebaut. Was in der Festung Sasso da Pigna – die heute marketingtechnisch Sasso San Gottardo genannt wird – teilweise auch ausserhalb des normalen Publikumsbereich ist, zeigt dieser Film.