zeljava-lybi.com

Kroatische Webseite, welche im Jahr 2009 zu viele schweizerische Bunkergeheimnisse bekannt machte und deshalb Post von der IOS bekam.

Ganze 106 Seiten mit Fotos und Koordinaten von geheimen Schweizer Militäranlagen hatten die Betreiber von www.zeljava-lybi.com online gestellt, wie «Le Matin» damals berichtete: Funkanlagen, Helikopterlandeplätze, Bunkereingänge. Sogar Aufnahmen aus dem Inneren von geheimen Anlagen waren zu sehen – diese stammen wohl von Schweizer Soldaten, die verbotenerweise Fotos geschossen haben.

Damit war bald Schluss: Die kroatischen Betreiber der Website haben die Bilder entfernt. «Wir wollten auf keine Weise militärische Geheimnisse veröffentlichen. Alle Bilder haben wir öffentlich zugänglichen Seiten entnommen», schreiben die Betreiber in einer Bekanntmachung auf der Homepage. Ihre Seite sei in erster Linie der «ehemals grössten unterirdischen Flugbasis Željava» gewidmet. Im Jugoslawienkrieg sei diese zerstört worden. Sie wollten lediglich an den Krieg erinnern und seien keine Terroristen.

Damit war die Sache jedoch nicht erledigt – zumindest nicht für die Schweizer Soldaten, die Fotos geschossen oder hochgeladen haben: Die Informations- und Objektsicherheit des VBS (IOS) hat Ermittlungen aufgenommen. «Die Abklärungen laufen seit einigen Wochen und sind noch nicht abgeschlossen», sagt VBS- Sprecher Sebastian Hueber im «Blick».

Die IOS-Experten stellten fest, dass sich unter den Bildern Aufnahmen von klassifiziertem Inhalt befinden. Gegen die Betreiber der Website kann das VBS allerdings nicht vorgehen: Das IOS kann nur im Inland wirken. «Gewisse Personen, welche Bilder ins Internet geladen haben, konnten aber ermittelt werden», so Hueber. Darum hat das IOS verfügt, dass als Sofortmassnahme Plakate in den Geheimbunkern aufgehängt werden, die die Soldaten an das Aufnahmeverbot erinnern. (cha)
Erstellt: 07.09.2009, 15:12 Uhr

Zensur

«In militärischen Fragen freilich herrschte eine unerbittliche Zensur, und das war auch nötig. Das Photographieren in Festungs- und Grenzgebieten war nur mit ausdrücklicher Genehmigung der zuständigen Militärbehörden gestattet, die Aufnahmen selbst aber wurden für eine Publikation grundsätzlich nicht freigegeben. Wer sich, Photograph oder Redaktor, fahrlässig oder leichtfertig über diese Weisungen hinwegsetzte, hatte schwere Strafen zu gewärtigen, und wer einmal in die Apparatur der Militärjustiz hineingeraten war, dem war in der Regel nicht mehr zu helfen.»

Gewiss – die Grenzen, die das Pressenotrecht der Freizügigkeit des schweizerischen Journalismus setzte, waren vielfach etwas verwischt; mancher Entscheid, der in der Abteilung Presse und Funkspruch als letzter «Zensur»- Instanz gefällt wurde, blieb unverständlich, und die Elastizität, mit der während sechs Kriegsjahren je nach der militärpsychologischen Lage, je nach Gefährdung und Bedrohung unserer eigenen Sicherheit, die einzelnen Artikel des Notrechts interpretiert wurden, wirkte bisweilen etwas opportunistisch. Wo es aber um die fundamentalen, verfassungsmässig verankerten Rechte der Pressefreiheit ging, wo ehrlich um Wahrheit und Gesinnung gekämpft wurde, da blieb dieser Kampf zwischen Presse und Kontrollbehörde – so hart er auch oft geführt wurde – sauber und fair.

Zeus-Karte

Aufgrund des Berichts des Bundesrates zur Konzeption der militärischen Landesverteidigung vom 6. Juni 1966 begann die Schweizer Armeeführung erstmals mittels einer rollenden operativen Planung grundlegende Einsatzpläne der Armee im Voraus zu erstellen. Ausgehend vom weitgehend fixen Mobilmachungsdispositiv wurde per 1992 als Kampfdispositiv das Grunddispositiv «Zeus» entwickelt, das rasch aus dem Mobilmachungsdispositiv bezogen werden konnte. Der Vorteil von «Zeus» war, dass die Miliztruppe Land, Leute und Kampfinfrastruktur kannte und den Abwehrkampf in diesen Räumen regelmässig in den Wiederholungskursen dynamisch übte.

Zentrallager

Die P-26 hatte verschiedene Zentrallager in allen Landesteilen.

Zivilschutz/Bevölkerungsschutz

Text

Zivilschutz-Sirene

Die Sirenen zur Alarmierung der Bevölkerung : Rund 7200 Sirenen in der Schweiz
In der Schweiz werden derzeit ca. 5000 stationäre Sirenen für die Alarmierung der Bevölkerung bei Allgemeinem Alarm (AA) betrieben. Dank der Einführung von neuen „Kombi-Sirenen“ in den letzten Jahren werden gegen 600 davon auch gleichzeitig für die Alarmierung bei Wasseralarm (WA) eingesetzt. Neben diesen stationären Sirenen sind rund 2200 mobile Sirenen im Einsatz. Die mobilen Sirenen kommen insbesondere in dünn besiedelten Gebieten oder beim Ausfall stationärer Sirenen zum Einsatz.Es gibt eine ganze Reihe von zugelassenen Sirenentypen. Früher waren die Sirenen mechanisch oder mit Pressluft betrieben, heute funktionieren sie elektronisch. Vorgabe ist, dass nach drei Tagen Netz-Unterbruch eine gespeicherte Energie für mindestens vier Signale des Allgemeinen Alarms (inkl. Wiederholung) zur Verfügung stehen muss; beim Wasseralarm wird eine gespeicherte Energie für mindestens zwei Alarme gefordert.

Die stationären Sirenen können heute über eine Fernsteuerung (Polyalert) zentral, in der Regel von der Kantonspolizei, ausgelöst werden. Daneben bleibt die Möglichkeit, die Sirenen an Ort und Stelle auszulösen. Aufgrund der föderalistischen Struktur der Schweiz ist nicht vorgesehen, dass alle Sirenen der Schweiz mit einem einzigen Knopfdruck ausgelöst werden können. Ein entsprechendes Ereignis ist auch schwer vorstellbar. Bei grossflächigen Ereignissen können die Kantone durch die Nationale Alarmzentrale NAZ sehr schnell (vernetzt) informiert werden.

Neben den allgemeinen Alarmen ist die Anzeige von Stauwehrbrüchen in bestimmten Gebieten notwendig

Zivilverteidigung

Die Zivilverteidigung oder Zivile Verteidigung umfasst den nichtmilitärischen Teil der Verteidigung.
Die Anfänge der Zivilverteidigung in der Schweiz gehen in die 1920er Jahre zurück. Die russische Revolution und der aufkommende Faschismus in Italien sowie die Verbreitung totalitärer Ideologien mittels Radio und Film, brachte die neue Erkenntnis, dass der demokratische Rechtsstaat bereits in Friedenszeiten verteidigt werden musste.

Von den 1930er bis in die 1960er Jahre wurde mit der Geistigen Landesverteidigung einerseits als schweizerisch anerkannte Grundwerte gestärkt und andererseits faschistische, nationalsozialistische und kommunistische Totalitarismen abgewehrt. Die Schweizerische Landesausstellung von 1939 in Zürich förderte den Zusammenhalt und Widerstandswillen des Schweizer Volkes als Landigeist. Ab 1939 war es vor allem die Aufgabe der neuen Armeesektion Heer und Haus der staatlichen Kulturpropaganda aus Deutschland und Italien entgegenzutreten und die Bevölkerung in ihrem Abwehrwillen zu unterstützen. 1969 führte die Verbreitung des Zivilverteidigungsbuches wegen des Bedrohungsszenarios des revolutionären Krieges zu einem Sturm der Entrüstung, die das Ende der Geistigen Landesverteidigung von offizieller Seite bedeutete.

1973 wurde die Zivilverteidigung in das Konzept der Gesamtverteidigung (Bericht 73 zur Sicherheitspolitik der Schweiz) mit dem integralen Zielsetzung (Kommission Schmid) Wahrung des Friedens in Unabhängigkeit integriert[2]. Der Bericht setzte auf die konventionelle Strategie und ließ die Option der schweizerischen Atombewaffnung endgültig fallen. Die neueren Entwicklungen haben sich von der klassischen Zivilverteidigung im Falle eines bewaffneten Konflikts zum Zivilschutz bei der Bewältigung von Katastrophen und Notlagen verschoben.

Zivilverteidigungsbuch

Das Zivilverteidigungsbuch war ein vom Schweizer Bundesrat im Rahmen der Geistigen Landesverteidigung herausgegebener Ratgeber über den zivilen Schutz des Landes, um die Widerstandskraft des Volkes zu stärken und die Unabhängigkeit der Schweiz zu sichern. Das Buch wurde im September 1969 vom Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement im Auftrag des Bundesrates gratis an alle Haushaltungen der Schweiz abgegeben.

Das Zivilverteidigungsbuch wurde Anfang der sechziger Jahre als Aufklärungsbeitrag der Bundesbehörden gegen die Gefahren der Atomwaffe geplant, entwickelte sich dann aber zu einem umfassenden Ratgeber über die zivile Landesverteidigung. Sein Zweck – gemäss Begleitbrief – war, der Bevölkerung aufzuzeigen, was für Vorkehrungen der Private, die Familie, zu ihrem Schutz und als Beitrag zur Zivilverteidigung treffen können und rechtzeitig ins Auge fassen sollten, damit wir, wenn doch einmal ein Notfall eintreten sollte, bereit und gerüstet sind und wissen, wie wir uns verhalten sollen. Das Buch sollte zusammen mit dem allen Wehrmännern abgegebenen Soldatenbuch helfen, die Unabhängigkeit der Schweiz zu sichern.

Das Geleitwort schrieb der damalige Vorsteher des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartementes, Ludwig von Moos. Das Buch ist in die chronologischen Hauptkapitel Friede, Kriegsgefahr, Krieg, Die zweite Form des Krieges, Widerstand unterteilt. Ihnen schliessen sich Merkblätter an.

Das Kapitel Friede geht vom schweizerischen Leitbild verteidigungswürdiger Werte wie der Freiheit in der Gemeinschaft, dem friedlichen Staat, der Gewissensfreiheit aus. Breiter Raum wird der Vorsorge für den Kriegsfall gewidmet: Verteidigungsbereitschaft, Vorratshaltung, Organisation des Zivilschutzes, Warndienst, Schutzmassnahmen gegen Atom-, biologische und chemische Waffen, Obdachlosenhilfe, Brandbekämpfung, Sanitätsdienst und Geistige Landesverteidigung.

Die Massnahmen bei Kriegsgefahr werden detailliert beschrieben: Treibstoff- und Lebensmittelkontingentierung, kombinierte Zivilschutzübungen, Wehrbereitschaft, Teil- und Kriegsmobilmachung, Lebensmittelsperre, Requisitonswesen, Sabotage und Spionage, Todesstrafe, Rationierung, Strahlenschutz, Internierte und Flüchtlinge usw.

Im Kapitel Krieg wird auf Bombardierungen, Armee- und Zivilschutzeinsätze, Irreführende Meldungen und den Ortskampf eingegangen. Als die zweite Form des Krieges werden getarnte Kriegsmassnahmen des Gegners mit dem Ziel einer inneren Umwälzung oder eines revolutionären Krieges bezeichnet: Verräterische Parteien, Defaitismus und Pazifismus, Sympathie- und Einschüchterungspropaganda, Wirtschaftskrieg, Revolutionärer Kampfapparat, Ablauf eines revolutionären Krieges, Zermürbung und Subversion, Desorganisation des politischen Lebens, Terror, aussenpolitischer Druck, Staatsstreich.

Das Kapitel Widerstand zeichnet ein Konzept des zivilen Widerstandes nach einer militärischen Niederlage auf: Widerstandsrecht, Besetzung, Passiver Widerstand, Völkerrecht, Repressalien, Propaganda und geistige Landesverteidigung, Befreiungskampf im Untergrund und Offener Befreiungskampf.

Zündvorrichtung

Text

Zutrittskontrolle (Zuko)

Insbesondere modernere Führungsanlagen haben eine Eingangskontrolle (Zutrittskontrolle), die auf elektronischen Systemen (Netzhaut, Fingerabdruck, Code) beruht.

Bei Artilleriewerken wurden im Eingangsbereich Ausweise an einer Pinwand aufgehängt, die jeweils beim Verlassen oder Betreten der Anlage gewechselt werden mussten. So war theoretisch immer klar, wer sich in der Anlage befand, sollte sich ein Ereignis wie Feuer usw. ereignen.