Beiträge

Gestorben – und jetzt?

Es war ein heikles Thema: Was passiert im Ernstfall mit gestorbenen Soldaten in einer Festung?

Von einigen Festungswerken ist bekannt, dass es Totenkammern gab. Beim Art Wk Grimsel existierte zB. unter der Nr. A8929 eine sep. Kaverne mit Gestellen für Leichensäcke resp. Särge. Im Art Wk Castels wurde ein Raum im Bereich des Zugangsstollen als Totenkammer bezeichnet. Uns Rekruten wurde erklärt, dass früher dort ein Krematorium eingebaut gewesen war.

Bei den Festungsminenwerfern (Monobloc) wurde gesagt, dass die Verstorbenen in Leichensäcken im Notausgang zwischengelagert worden wären, bis sich eine Gelegenheit zum Abtransport ergeben hätte…

Gib es zu diesem für die Werk- und Bunkerbesatzungen meist unterdrückten Thema weitere Informationen oder Dokumente?

A6400 Art Wk Castels: Der kleine Stollen links wurde als Totenkammer bezeichnet.

Festungsartillerie: Das Ende der letzten Bunker

In der heute vom Bundesrat verabschiedeten Armeebotschaft 2018 ist u.a. auch das definitive Ende der Festungsartillerie aufgeführt. Hier die entsprechenden Erklärungen daraus:

*Festungsartillerie: Ausserdienststellung: 2019–2024*

«Die Festungsartillerie war auf die Bedrohung im Kalten Krieg ausgerichtet. Mit der veränderten Lage hat sie an sicherheits-politischer und militärischer Bedeutung verloren.

Das Konzept der Festungsartillerie beruhte auf einem tiefgestaffelten System an Sperrstellen, Sprengobjekten, geschützten Unterständen und Beobachtungsposten. Zum Betrieb dieses Systems waren grosse Truppenbestände notwendig. Es war auf die Abwehr eines massiven, mit Panzerverbänden vorgetragenen Angriffes des Warschauer Paktes ausgerichtet. Nach Ende des Kalten Krieges wurden bereits mit der Armeereform 1995 alle Festungsartilleriemittel mit Ausnahme der Festungskanonen Bison und der 12-cm-Festungsminenwerfer ausser Dienst gestellt. Diese sollen nun mit der dazugehörenden Infrastruktur entweder veräussert oder ausgeräumt und verschlossen werden.

Die Verteidigung basiert heute auf mobilen Kräften und verfolgt den Ansatz, jederzeit an jedem Ort massgeschneiderte Verbände einsetzen zu können. Dies gelingt mit ortsfesten Waffensystemen nicht. Ausserdem haben moderne Präzisions- und Abstandswaffen den Nutzen von Kampfbauten stark verringert. Seit 2012 sind keine Truppen mehr vorhanden, welche die Festungsartillerie bedienen können.

Festungskanonen Bison
Die insgesamt rund 650 Objekte (Festungsminenwerfer, Bison, Unterstände, Kabel usw.) wurden seit Jahren nur minimal instand gehalten und sind nicht mehr einsatzbereit. Für den Erhalt wären umfangreiche bauliche, betriebliche, organisatorische und ausbildungstechnische Massnahmen erforderlich. Dies würde Investitionen in der Höhe von rund 250 Mio. Franken nach sich ziehen. Der einmalige Aufwand für die Ausserdienststellung beträgt 25 Mio. Franken und ist nötig, um die Eigentümerhaftung sicherzustellen. Der Betriebsaufwand der verbliebenen Festungsartillerie kann von rund 2 auf unter 0,5 Mio. Franken pro Jahr reduziert werden.»

25 Jahre Festungsmuseum Heldsberg

1993 übernahm der Verein Festungsmuseum Heldsberg das gleichnamige Werk und hat es im Laufe der Zeit zu einem beliebten und spannenden Ausflugsziel ausgebaut. Bis heute haben 230’000 Besucher die Anlage besichtigt! Nun wird das 25-Jahr-Jubiläum der Festung Heldsberg mit verschiedenen Thementagen gefeiert. Alle Infos zum Jubiläumsjahr inkl. Broschüre sind hier abrufbar.

Presseschau 01/2018

Im Januar ist erfahrungsgemäss nicht sehr viel los in der Branche – einige ausgewählte Links gibt es hier:

 

 

Tief in der Anlage Sasso da Pigna

Auf dem Gotthard-Pass hat die Armee weitreichende Artillerie tief in den Felsen gebaut. Was in der Festung Sasso da Pigna – die heute marketingtechnisch Sasso San Gottardo genannt wird – teilweise auch ausserhalb des normalen Publikumsbereich ist, zeigt dieser Film.

News auf Facebook

,

Die wichtigsten Updates der Website sowie die Bunker-News gibts jeweils auch hier auf Facebook. Abonniere die Gruppe und stell die Benachrichtigung auf «als Erstes anzeigen»!

Fünf Sterne für Kastels

Die Zustände anfangs der 1990-er Jahre im Schulwerk Kastels waren wirklich nicht sehr komfortabel. Der Tarnanzug wurde am Freitag abend feucht in die Garderobe im Stollen gehängt und am Sonntag Abend beim Einrücken (für die Wache) nass wieder angezogen. Auch die sanitären Einrichtigen waren mehr als grenzwertig, ganz abgesehen von zu wenig Platz in den Unterkünften.

Einige Jahre, nachdem ich dort die RS gemacht hatte, wurde die Anlage noch modernisiert. Die Krönung waren die fünf «Hotel»-Sterne über dem unteren Eingang. Hier der Bericht über die Sanierung aus der BAGF-Mitarbeiterzeitschrift Puzzle  von 1994:

Nach rund zweijähriger Bautätigkeit konnte der Umbau des Schulwerkes Kastels abgeschlossen und dem Benutzer, der Festungsrekrutenschule Mels, anlässlich einer würdigen Feier am 13. Januar 1994 übergeben werden.

Read more

VBS stösst Kommandoposten ab

2013 hat das VBS bekannt gegeben, dass Immobilien mit einem Wiederbeschaffungswert von 7 Milliarden Franken liquidiert werden sollen. Grund dafür ist vor allem die Reduktion der Personalbestände und Einheiten der Armee. Zu diesen nicht mehr benötigten Objekten gehören u.a. auch grosse Führungsanlagen, die in den 1980-er Jahren erstellt worden sind.

Diese Vorgabe wird jetzt umgesetzt, derzeit sind gerade drei dieser Objekte zum Verkauf ausgeschrieben:

  • Der KP der Felddivision 5 (A5258) in Arni AG für 760’000,– Franken (Richtpreis) – LINK
  • Der KP A1848 Chrachiweid in Hasliberg BE für 311’000.– Franken (Richtpreis) – LINK
  • Der KP A8946 Bieli in Innertkirchen BE für 450’000.– Franken (Richtpreis) – LINK

In absehbarer Zeit soll auch der KP der Reduitbrigade 21 in Frutigen (A1981 Tanzplatz) ausgeschrieben werden.

KP Felddivision 5 in Arni