Die Gebirgsbrigade 11 und später die Grenzbrigade 11 hatten den Auftrag, einen allfälligen italienischen (oder sowjetischen) Vormarsch über den Simplon in Wallis zu verhindern. Die Brigade gibt es schon seit 1994 nicht mehr. Was geblieben ist, ist der steinerne Adler auf der Passhöhe – er wird dieses Jahr 75-jährig.

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Eisenbahn-Gefechtsstand für den Oberfehlshaber der Armee

Bereits in einer Studie von 1851 mit dem Titel «Militärische Bedeutung der projektierten Schweizer Eisenbahnen» ist unter anderem ein Extrazug erwähnt – mit einer Maschine und ein bis zwei Personenwagen – zur Disposition des Obergenerals im grossen Hauptquartier!

Im Zweiten Weltkrieg standen General Henri Guisan und seinem engsten Stab dann zwei Eisenbahnkompositionen zur Verfügung. Diese nutzte er für seine Truppenbesuche. Im Ernstfall hätten diese Kompositionen auch als Gefechtsstand dienen sollen. Parkiert werden sollten sie zum Beispiel in Eisenbahntunneln. Die Züge mit den Bezeichnungen GL (Generalszug Lötschberg) und GG (Generalszug Gotthard) umfassten rund zehn Wagen mit Unterkunft, Büros und Übermittlungsgeräten sowie Materialwagen und Güterwagen als Splitterwehren hinten und vorn. Sie standen in Erstfeld respektive Leissigen bereit. Mit dem Ende des Aktivdienstes wurden die Wagen an die Bahngesellschaften zurückgegeben und dieses Kapitel war vorerst beendet.

Auch eine komplette Eisenbahnfelddruckerei (Kriegspressezug) wurde 1941 erstellt. Diese sollte im Ernstfall im Bristentunnel I stationiert werden. Entsprechende Infrastruktur – Wasser, Strom, sanitäre Anlagen – wurden vorbereitet. Verschiedene Übungen zeigten die Tauglichkeit der Technik und Idee. Im Juni 1965 wurde der Zug, weil technisch überholt, liquidiert.

Der Bundesrat liess übrigens Ende 1940 ebenfalls zwei Züge für seine Bedürfnisse zusammenstellen. Einer war für den Bundesrat, Begleiter und Bewachung gedacht, der andere für 200 Personen und 200 Tonnen Güter. Standort sollte Ostermundigen sein. Im Juni 1941 benachrichtigte der Evakuationsoffizier die SBB, dass auf diese Züge verzichtet werde, dafür in Erstfeld eine Komposition vorbereitet werden sollte.

 

Der Generalszug in Interlaken. 7.10.1941 © Bundesarchiv

 

Die ersten neuen Studien

Die Idee eines mobilen Gefechtsstandes beschäftigte später interessanterweise einige militärische Amtstellen erneut. Spätestens im März 1965 waren erneut Studien für einen «Eisenbahn-KP des Armeekommandos» durchgeführt worden. Man sprach von 21 Wagen mit einer Zugslänge von 450 Metern!

Die abzuklärenden Fragen wurden in 15 Gruppen unterteilt:

  • Grundsätzliche Fragen betreffend die Zweckmässigkeit und Umfang eines oder mehrerer Eisenbahn-KP überhaupt,
  • Fragen betreffend den Zeitpunkt des Bezugs eines Eisenbahn-KP, technische Möglichkeiten und Ausweichmöglichkeiten,
  • Standorte,
  • interne Organisation,
  • Verbindungswesen,
  • Energieversorgung,
  • Verdunkelung und Tarnung,
  • materielle Zugsausrüstung,
  • Personalbedarf,
  • Bedarf an Eisenbahnwagen,
  • Traktion,
  • Versorgung,
  • Herrichtung der Zugskomposition,
  • Zeitfaktor und

Ein Dokument vom 7. April 1965 des Kommando Militäreisenbahndienst bestätigt, dass «bereits vor einigen Jahren» auf Wunsch des Bundesrates die Frage eines Kommandozuges für den Bundesrat geprüft wurde. Ein solcher Zug wurde sogar versuchsweise zusammengestellt und an der Militärrampe im Wilerfeld einer Delegation des Bundesrates sowie Vertretern des Generalstabes vorgeführt. «Man hat damals in Aussicht genommen, zwei Züge zu bilden, wovon der eine dem Bundesrat (fest zugesagt) und der andere dem Armeekommando zur Verfügung stehen soll.»

Sinn oder Unsinn?

Die Detailfragen der erneuten Abklärungen sind in einer Aktennotiz vom 7. September 1965 durch die Generalstabsabteilung zusammengefasst worden. Die wichtigste Frage lautete: «Bietet ein Eisenbahn-KP grössere Überlebenschancen und führungstechnisch bessere Möglichkeiten als die heute oder in nächster Zukunft vorbereiteten unterirdischen Kommandoposten?».

Dazu die Antwortnotiz des Unterstabchef Front: «Sowohl in Bezug auf den Schutzgrad gegen alle Arten von Waffenwirkungen als auch führungstechnisch dürfte die Herausnahme der Armeekommandoposten-Organisation aus den bestehenden und zukünftigen unterirdischen Anlagen zugunsten ihrer Unterbringung in Eisenbahnzügen eine Verschlechterung bedeuten. Im Unterschied zu der Ausrüstung der Heereseinheitsstäbe verfügt der Armeestab über keine organisch zugeteilten Büro- und Übermittlungsfahrzeuge. Die jetzt in den bestehenden Anlagen vorhandenen derartigen Einrichtungen müssten daher entweder in improvisierter Art und Weise in die Eisenbahnwagen eingebaut werden, was sicher einen ziemlichen Zeitaufwand bedeuten wird, oder in Form einer zweiten Garnitur schon im Frieden installiert werden (Kosten!). Wenn ein eingerichteter KP-Zug durch feindliche Waffenwirkung auf der Strecke blockiert wird und Besatzung und Passagiere die Zugskomposition verlassen müssen, werden die Schwierigkeiten einer KP-Einrichtung dermassen gross, dass die Führungstätigkeit des Stabes während längerer Zeit ernstlich in Frage gestellt ist.»

Das Grob-Pflichtenheft

Am 9. November 1965 wurde ein Grob-Pflichtenheft an mehrere Empfänger verteilt mit der Aufforderung zu einer kritischen Durchsicht. Als Grundlage diente die Aktennotiz einer Sitzung beim Generalstabchef sowie die «Unterlagen Maximalvariante Generalsstaffel 1964».

Allgemein sollte die Zugskomposition dem Oberbefehlshaber «als beweglicher KP dienen, um von dort aus unabhängig von einem festen Standort die Armee führen zu können». Weiter sollte die Komposition so beweglich sein, dass «unter voller Funktionsfähigkeit als Kommandoposten jeden Tag ein anderer Standort eingenommen werden kann». Die mitgeführten externen Kommunikationsmittel sollten ermöglichen, dass ab jeweiligem Standort kurzfristig jederzeit eine Verbindung hergestellt werden kann zum KP I des Armeekommandos, zum Kommando der Flieger- und Fliegerabwehrtruppen, zu den Armeekorps, zu allfällig dem Oberbefehlshaber direkt unterstellten Divisionen oder Kampfgruppen und zum Bundesrat. Während der Fahrt müssten entsprechende Funkverbindungen funktionieren.

Die Zugskomposition soll in- oder ausserhalb von Tunnels (z.B. Waldschneisen, Abstellgeleise) abgestellt werden können. Bei Abstellen soll der übrige Zugsverkehr aufrechterhalten werden können und in der Nähe müssten Abstellplätze für Strassenfahrzeuge vorhanden sein, zudem Start- und Landeplätze für Helikopter. Die Bereitstellung hat bei K. Mob. Beschluss automatisch, sonst nur auf besonderen Befehl hin zu erfolgen.

Die eingesetzte Arbeitsgruppe folgerte aufgrund der zahlreichen Rückmeldungen im Mai 1966 unter anderem:

  • Im stationären Betrieb sind 118 Mann, während der Verschiebung 64 Mann nötig.
  • Für die Verschiebung soll eine Lokomotive Bm4/4 eingesetzt werden. Da diese keinen Strom für die Heizung erzeugen kann, sind zwei Dieselaggregate sowie Treibstoff zu Heizzwecken nötig.
  • Für Wasser müssen zwei Zisternenwagen mitgeführt werden – für den Winterbetrieb isoliert und geheizt.
  • Zwei spezielle WC-Wagen müssen konstruiert werden.
  • Funkgeräte müssen ausserhalb der Tunnels mit Fernbetrieb aufgestellt werden.

Im August 1966 wurden die Kosten für die Bereitstellung, Ausrüstung und Inbetriebnahme eines solchen Zuges mit 23 Wagen sowie einer Lokomotive auf knapp über eine Million Franken budgetiert. Die Bereitstellungszeit wurde mit drei Jahren angegeben!

Das Ende des Projektes

Mit einem Schreiben vom 18. März 1968 informierte Oberstbrigadier Prisi (Stab der Gruppe für Generalstabsdienste) die beteiligten Stellen abschliessend, dass auf die Weiterverfolgung eines Eisenbahn-Gefechtsstandes verzichtet werde und auf die Angelegenheit erst in Zeiten «erhöhter Kriegsgefahr» zurückgekommen werden soll. Damit war diese Idee grundsätzlich vom Tisch.

 

Projekt Tunnel-Kommandoposten für Divisionsstäbe

Auch die Verlagerung von Divisions-Kommandoposten in Bahntunnels wurde 1963 diskutiert. Der Eisenbahnoffizier der Mech Div 11 erarbeitete dazu im Auftrag des Stabschefs die Grundlagen. Die ursprüngliche Idee, einfach mit den Fahrzeugen des KP in einen Bahntunnel zu verschwinden, war nicht realistisch. Ein Problem war die Schaffung von Zufahrten, ein anderes die hohe Belastung der Fahrzeuge durch das holprige Fahren auf den Schwellen. Auch mit den Abgasen konnte man sich nicht anfreunden.

Als Alternative wurde der Verlad der Fahrzeuge auf Flachwagen näher geprüft. Detailliert aufgeführt wurden die verschiedenen Bedürfnisse vom Verlad über eine geeignete Rampe bis zur Versorgung mit Wasser, Wärme und Strom. Man kam zum Schluss, dass ein ganzer Divisions-KP einen Zug mit 72 Achsen (Länge ca. 420 Meter) und 620 Tonnen Gewicht ergeben würde. Im Raum der Division, der Ostschweiz, hatte es zudem nicht viele geeignete Tunnels. Man bedachte auch, dass ein solcher KP in einem einspurigen Tunnel den gesamten Bahnverkehr unterbrechen würde.

Auf einer Karte wurde die Tauglichkeit diverser Bahntunnel für die Nutzung als Tunnel-KP eingetragen. Ein konkretes Programm für einen Versuch im Wasserfluhtunnel der Bodensee-Toggenburg-Bahn ist ebenfalls ausgearbeitet worden. Dass dieser Versuch durchgeführt wurde, bezweifle ich – habe aber auch keine Belege für das Gegenteil.

Karte aus den Unterlagen der Mech Div 11 mit möglichen Standorten für einen Tunnel.-Kommandoposten. © Bundesarchiv

 

 

 

 

 

 

 

 

Quellen: Bundesarchiv, «Schweizer Bahnen unter Fahnen», Paul Winter, Verlag Minirex 1988

Offenbar hat das VBS im Zuge der Erarbeitung der ADAB-Inventare ja einige Zusicherungen gemacht, was den Erhalt von ehemaligen militärischen Anlagen angeht. Gerade im aufgeführten Raum St.Maurice sind aber offenbar letztes Jahr verschiedene Rückbauarbeiten gemacht worden. Was soll man davon halten?

Aus einem Dossier über die Trinkwasserversorgung des Artilleriewerkes A1750 Gross Tosse stammt dieser handkolorierte Plan der geologischen Verhältnisse. © Bundesarchiv

Schule und Kurse der Festungstruppen. St. Maurice. Infanterie

Rekrutenschule Zum ersten Mal wurde eine Infanterie-Rekrutenschule in den Befestigungen von St. Maurice abgehalten. In derselben wurden im Ganzen 87 Rekruten des Füsilierbataillons Nr. 12 ausgebildet. Der Erfolg war ein befriedigender. Die Bewaffnung, die Ausrüstung und die Bekleidung waren gut.

Wiederholungskurse Die Wiederholungskurse der Füsilierbateillone 9 und 11 L. fanden in Savatan statt und diejenigen des Bataillons 12 L. in Dailly; es wurden zu jedem Wiederholungskurs nur jeweilen 2 Compagnien einberufen. Auch diese Bataillone leisteten ihren ersten Dienst in den Befestigungen. Die Truppe ist im Allgemeinen gut, aber immerhin trifft man einzelne Leute, die für diesen Specialdienst nicht mehr beweglich genug sind. Die Disciplin war befriedigend. Die Cadres sind schwach; sie rückten unvorbereitet ein und hatten das Meiste von dem früher Gelernten vergessen. Ihre Autorität über ihre Untergeordneten liess zu wünschen übrig, was einigermaßen der im Kanton Wallis durchgeführten compagnieweisen Rekrutierung zuzuschreiben ist. Die Zahl der Offiziere war ungenügend, von den 12 Compagnien hatten deren 4 nur 3, 5 Compagnien nur 2 Offiziere, welche in der Compagnie eingeteilt waren, 2 Compagnien sogar nur 1 in der Compagnie eingeteilten Offizier und 1 Compagnie gar keinen. Im Mittel rückten somit per Compagnie nur 2 Offiziere zu den Wiederholungskursen ein.

Quelle: Bericht des Bundesrates an die Bundesversammlung über seine Geschäftsführung im Jahre 1896.

Einen interessanten Einblick in die Entwicklung von Bauten in der und für die Schweizer Armee ergeben sich beim Durchblättern der Baubotschaften und Rüstungsprogramme. Als Beispiel hier das Jahr 1950, als man zwar noch kriegsmüde war, aber dennoch den sich abzeichnenden Ost-West-Konflikt erkannte und entsprechend Investitionen in die Landesverteidigung beantragte. Hier einige Auszüge im Original-Wortlaut.

Rubrik Genie und Festung

Die neue Dienstabteilung muss sich auf dem Gebiet des Bauwesens mit den Minenobjekten und den Festungswerken, einschliesslich der Munitionsmagazine, befassen. Diese Werke bedürfen alle ständiger und regelmässiger Verbesserungen, dafür haben wir 2 von insgesamt 8 Millionen Franken im jährlichen Budget vorgesehen. Neben diesen laufenden Aufgaben muss unser Zerstörungsnetz an einigen Stellen ergänzt werden, und unsere wichtigsten Festungsbauten sollten der normalen Entwicklung der Bewaffnung und dem technischen Fortschritt angepasst werden.

Es ist unerlässlich, die Panzerabwehr gewisser Werke zu verstärken und einige grosse Werke neuzeitlich auszurüsten. Ist jedoch einmal das laufende Bauprogramm für St. Maurice vollendet, wofür die notwendige Summe von 24 Millionen Franken in den «Verpflichtungen» aufgeführt ist, glauben wir, dass nicht gleichzeitig grosse Anstrengungen für die Feldarmee, für Festungswerke und für das Zerstörungswesen gemacht werden können. Wir geben der Feldarmee ohne Vorbehalt den Vorrang und führen im Programm für Neubauten nur 6,5 Millionen Franken auf. Die Hälfte davon ist für Sicherheitsvorkehrungen in Munitionsmagazinen der Festungen vorgesehen.

Rubrik Brennstoffdepots

Die Entwicklung der Motorisierung hat natürlich einen erhöhten Bedarf an Brennstoffen zur Folge. Das Problem der Reserven und Lager berührt nicht nur die militärische, sondern auch die wirtschaftliche Landesverteidigung. Von beiden Seiten hat man sich zusammengeschlossen, um gemeinsam ein grosses Programm für den Bau unterirdischer Lager aufzustellen. Der Anteil an der 1. Tranche dieses Programms beläuft sich für die Armee auf 22 Millionen Franken ; davon sind 3 Millionen schon ausgegeben, und 19 Millionen sind in den 20 Millionen Franken der «Verpflichtungen» enthalten.

Rubrik Munitionsmagazine

Da der ganze Kriegsbedarf an Munition schon im Frieden angelegt werden muss, brauchen wir notgedrungen zahlreiche Depots. Die Waffenentwicklung läuft in der Richtung einer Vergrösserung der Kaliber und Vermehrung der Rohre; daraus entstehen neue Anforderungen für Munitionsart und -zahl und damit auch für die Magazine. Nach den Katastrophen von Dailly und Blausee-Mitholz müssen die Sicherheitsmassnahmen verstärkt werden. Dies verlangt zahlreiche neue Depots, um zu verhindern, dass die Sprengstoffmenge in jedem einzelnen von ihnen das Mass überschreite, das von der nach den Katastrophen eingesetzten Expertenkommission als «zulässig» bezeichnet wurde. Alte Magazine müssen umgebaut und neue in einer viel kostspieligeren Bauweise als bisher erstellt werden.

Seit 1947 wurden die dringlichsten Massnahmen getroffen; aber manchmal waren diese nur vorübergehender Art und müssen jetzt durch dauerhafte Einrichtungen ersetzt werden. Wenn wir auch auf diesem Gebiet die vernünftigste und zugleich preiswerteste Lösung suchen, so ist eine übertriebene Beschränkung nicht zu verantworten, denn unsere Soldaten wären wehrlos, wenn ihnen die Munition für ihre Waffen fehlen sollte, weil die Depots durch Bomben und Sabotagehandlungen zerstört wurden.

Seit Ende des Aktivdienstes wurden Magazine sozusagen ohne Unterbruch, aber in verhältnismässig langsamer Folge, erstellt. Die Arbeiten müssen nun beschleunigt werden. Durch bereits begonnene Bauten bestehen 45 Millionen Franken an «Verpflichtungen»; ihnen müssen 52,5 Millionen Franken hinzugefügt werden, von denen ungefähr die Hälfte durch Verstärkung der Sicherheitsmassnahmen bedingt ist. Die Gesamtsumme von 100 Millionen Franken ist zweifellos sehr beträchtlich, dabei ist dies jedoch nur ein Annäherungswert, denn einmal ist es schwierig, den Raum für die Munition noch nicht bestehender Waffen zu bestimmen und zweitens können die geologischen Verhältnisse, die beim Bau unterirdischer Depots auftreten werden, den Baupreis wesentlich beeinflussen.

Ob wohl dieses Jahr die legale Jagd nach den 12 cm Festungsminenwerfern losgehen kann? Die sind ja schon lange genug ausser Dienst und würden die Objektliste vieler Sammler ergänzen – das wäre doch ein guter Vorsatz für das VBS 😉

Jedenfalls wünsche ich auch in diesem Jahr viele überraschende Begegnungen mit Betonklötzen, Felsentarnungen und anderen geheimnisvollen Objekten.

Als die 3. Division im Aktivdienst den Reduiteingang am Thunersee bezog, bildete sie als «Kampfgruppe Thunersee» mehrere einzelne Kampfgruppen. Die Südgrenze des Raumes, für den diese Division verantwortlich war, wurde als «Kampfgruppe Hochalpen» bezeichnet und dem Territorialregiment 87 zugeteilt. Das Schwergewicht hatte das Ter. Bat. 175 zu tragen.

Die Gruppe Hochalpen wurde in mehrere Abschnitte unterteilt: Gemmi, Lötschenpass, Mutthorn und Jungfrau.

Da im südlichen Vorfeld der Stellung die starke Gebirgsbrigade 11 stationiert war, wurden nur wenige feste Verteidigungsstellungen an dieser auf dem Alpenkamm an der Grenze der Kantone Bern und Wallis entstehenden Linie erstellt. Zumeist wurden Unterkunftsbaracken und Schutzhütten gebaut. Dazu kamen etliche Seilbahnen zum (temporären) Einsatz.

Bekannt ist im Abschnitt Gemmi die Waffenstellung Gemmi. © BAR

Die Planung der Transport- und Verbindungswege auf den Lötschenpass. © BAR

Skizze eines nicht realisierten Infanteriewerkes in der Klus (Eingang Gasterntal/Kandersteg). © BAR

Ein Buchtipp: Wunderwaffen – Ergänzungsband – Leider hat es der Verlag VSAM noch immer nicht geschafft, seinen Shop mit diesem Buch zu aktualisieren. Also Bestellungen wohl am besten per Mail machen -> shop@armeemuseum.ch (am bestem mit Hinweis auf festung-oberland.ch als Quelle 

Das Buch «Die Wunderwaffen der Schweizer Armee» hat grosses Interesse an diesen unbekannten und oft auch wenig beachteten Sperrsystemen geweckt. In der Folge tauchten viele neue Fragen auf, und neue Dokumente wurden entdeckt. Daraus entstand ein Ergänzungsband mit 200 Seiten.

Im neuen Buch – herausgegeben vom Verein Schweizer Armeemuseum – sind als Hindernisse die geplanten Überflutungen im Detail abgehandelt, mit denen ein Feind gestoppt werden sollte. Das ganze Spektrum der Unbrauchbarmachungen wurde neu integriert und auch das Kapitel Hindernisse mit zahlreichen «Trouvaillen» vervollständigt. Das Kapitel der Sprengobjekte konnte mit einem Bericht über die Sprengversuche 1970 im Gasterntal mit dem Permanenten Sprengdispositiv PSD 75 ergänzt werden. Ein echtes Bedürfnis wird zudem mit der vollständigen Liste der Sprengobjekte, die nach 1975 gebaut wurden, inklusive Koordinaten, abgedeckt.

Im 600-seitigen Hauptband ist die Geschichte der permanenten Zerstörungen der Armee zusammengefasst. Die Vorbereitungen für gezielte Sprengungen, um so einen feindlichen Vormarsch zu stoppen, beeindruckten und stärkten das Bild der abwehrbereiten Schweiz in den ausländischen Köpfen. Dass in diesem Zusammenhang von «Wunderwaffen» gesprochen wird, ist kein Zufall. Das System war relativ kostengünstig, effizient, der Einsatz wäre für einen möglichen Gegner meist überraschend gekommen und hätte dessen Vormarsch empfindlich verzögern können. Im Inland waren die Sprengstoffstollen in Brücken und unter Strassen hingegen kaum ein Thema – die Geheimhaltung funktionierte. Der Autor hat die Geschichte der militärischen Zerstörungsvorbereitung in allen Facetten zusammengetragen und in eine geordnete Form gebracht.

Mit künstlichen Hindernissen wurde starkes Gelände noch zusätzlich verstärkt. In einem zweiten Teil des Buches sind diese Typen und deren Einsatz und Wirkung beschrieben. Von den einfachen Betonröhren über eingerammte Stahlträger geht die Liste bis zu speziell in die Landschaft eingepassten Höckersperren («Tobleronen»).

Der Autor: Jürg Trick aus Muri bei Bern – auch Autor des immer noch lieferbaren Buches «Übersetzmittel der Schweizer Armee ab 1815» – war als Bauingenieur HTL in der Abteilung und später im Bundesamt für Genie und Festungen bei der Planung und Ausführung von Geländehindernissen und militärischen Bauten beteiligt.

Zumindest seinen Namen kennen militärgeschichtlich Interessierte sicher: Max Rudolf. Er hat zahlreiche Schriften zur aargauischen Militärgeschichte verfasst und ist trotz seines fortgeschrittenen Alters noch voller Ideen und vor allem Wissen.

Seine sehr detaillierten Publikationen umfassen jeweils (Bunker-)Pläne, einzigartige und bisher nicht publizierte Bilder und Originaldokumente. Max Rudolf fasst die jeweilige Geschichte kompetent zusammen und bringt dem Leser so ein Stück Lokal- und Militärgeschichte lebhaft nahe.

Aktuell sind folgende seiner Publikationen noch erhältlich:

  • Von den «Schuflenpuren» zur Grenzbrigade 5
    Auf Spurensuche in der Zurzacher Gegend.
    2006. 68 Seiten. 128 Abbildungen.
    Letzte Exemplare im Militärmuseum Full erhältlich.
  • Abwehrvorbereitungen der Grenzbrigaden 4 und 5 1936-45
    Auf Spurensuche von Leibstadt bis Kaiseraugst.
    2006. 96 Seiten. 170 Abbildungen.
    Letzte Exemplare im Militärmuseum Full erhältlich.
  • Als die 47er in Birmenstorf waren…
    Abwehrvorkehren des Gebirgs-Infanterieregiments 20 1939-1940 – Bauten im rückwärtigen Raum der 8. Division.
    2013. 111 Seiten. 193 Abbildungen.
  • Noch einmal die FÜNFTE
    Hinterlassenschaft der 5. Division in ihrem Verteidigungsabschnitt 1939-1941 zwischen Aare und Schinberg
    2015. 145 Seiten. 400 Abbildungen.
  • Rund um das Gebenstorfer Horn
    Abwehrvorbereitungen unserer Armee 1939-45 im Abschnitt des Gebirgs-Infanterieregiments 19
    2017. 100 Seiten. 287 Abbildungen.

Info/Bezugsquelle: Jede Publikation 40 CHF + Porto.
Schweizerisches Militärmuseum Full. General Guisanstrasse 1, 5324 Full oder
Max Rudolf, Oberzelglistrasse 13, 5413 Birmenstorf