Seite heute sind zwei neue Videos im Youtube-Kanal aufgeschaltet – Merci Lorenz!

Weiteres Material aus dieser Sperrstelle gibt es hier

 

 

Zwischen den beiden Weltkriegen bauten die Franzosen am Rhein entlang eine unglaublich lange und moderne Befestigungsanlage. Wir sprechen von der MAGINOT-Linie.

Die Schweizer verlängerten diese auf ihrem eigenem Territorium und nannten sie MAG I NO KO. Der Name war Frage und Programm zugleich. Wir machen uns auf Spurensuche und untersuchen in 20 Minuten:

  • Die Festung Üetliberg
  • Die Befestigungen in der Stadt Zürich (vor allem Quaibrücke)
  • Die alte Kernbefestigung von Dietikon

Zudem wird Bonus-Material angehängt.

Die Zeit des Stillstandes kann man ja prima für die Planung der ersten Bunker-Besichtigungen nach der Krise nutzen. Wie wärs denn mit einem Ausflug in den rückwärtigen Raum der ehemaligen Grenzbrigade 4?

  • A3669 Kommandoposten Lobisei (Grenzbrigade 4)
  • F4300 Kommandoposten Längen Tannen (Infanterieregiment 49)

Dank der Betriebsgruppe historische Militäranlagen des Kantons Solothurn können diese zwei speziellen Objekte auf Anfrage besichtigt werden. Der Kanton hat seit März 2017 seinen Willen umgesetzt, einige Anlagen zu übernehmen und zugänglich zu machen. Aktuell ist die Leistungsvereinbarung zwischen der Betriebsgruppe unter Dach und Fach und die oben erwähnten Anlagen mit all ihren Annex-Objekten sind in der Obhut der Betriebsgruppe. Die Anlagen befinden sich in einem hervorragenden Zustand!

Die Anlagen

  • A3669 befindet sich zwischen St. Wolfgang/Balsthal und Mümliswil und ist die grösste militärische Anlage im Kanton Solothurn. Erstellt wurde ein erster Kommandoposten 1942, der heutige bauliche Zustand wurde 1965 erstellt. Ein letzter Totalumbau wurde 1990 geplant, aber nicht mehr realisiert. Zu diesem Brigade-Kommandoposten für 120 Mann gehörten auch mehrere Atom-Schutz-Unterstände (ASU) für die Aussensicherung sowie die Übermittlung.
  • F4300 ist 1982 zwischen Mümliswil und Ramiswil erstellt worden, der Regiments-Kommandoposten Typ 76 war der modernste KP im Raum der Grenzbrigade 4. Es entstanden nur rund ein Dutzend Bauten dieses Norm-Typs. 60 Arbeits- und 51 Schlafplätze wurden auf einer Grundfläche von 400 Quadratmetern im Tagbau realisiert. Zur Infrastruktur gehören ebenfalls ASU-Bauten. Das dort eingesetzte Infanterieregiment 49 hatte seit jeher die Pässe Schelten und Passwang sowie die Klusen von Balsthal zu sperren.

Die Besichtigung der Anlagen ist auf Anmeldung und geführt möglich. Terminanfragen sind zu richten an Marc Balmer (marc-balmer@bluewin.ch).

 

 

 

Die eindeutige Identifizierung von Objekten ist das A und O der Bunkersuche. Im Laufe der Jahrzehhnte wurden jedoch verschiedene Nummerierungssysteme verwendet, was die Zuordung oder in den Archiven die Suche oftmals erschwert. Die heute gängigste Kennzeichnung sind die AGFA-Nummern. Was das bedeutet?

AGFA bedeutet Abteilung für Genie und Festung Anlageverzeichnis, wie Recherchen der Armasuisse in den Archiven ergeben haben – merci für die Abklärung!

Die neue und heute noch gültige Nummerierung von militärischen Objekten wurde in der Westschweiz angefangen und dann im Uhrzeigersinn abgearbeitet. Da die Abteilung für Genie und Festung (AGF) mit der Truppenordnung 51 geschaffen wurde, wird auch die Einführung dieses Systems auf das Jahr 1951 zurückgeführt.

Die Vorgängerorganisation Abteilung für Genie (1875-1950) dürfte allerdings die Vorarbeiten dazu ausgeführt haben.

Nach jetzigem Stand tauchen diese AGFA-Nummern erstmals auf Skizzen und Plänen vom 15. Juni 1951 (Situation A6802/GL138) und 30. Dezember 1954 (Situation der Terrain-Veränderung beim Bunker A6802/GL138) auf. Der Akten-Ersteller wollte offenbar durch die gleichzeitige Nennung der neuen und der alten Registernummer sichergehen, dass keine Missverständnisse auftauchen.

Eine Liste von militärischen Objekten und ihren AGFA-Nummern (soweit heute vorliegend, leider aber aufgrund des grossen Aufwandes wohl niemals komplett) ist hier angefangen.

Das EMD respektive VBS hat nicht nur die militärischen Objekte nummeriert (AGFA), sondern auch an die Sperrstellen Nummern vergeben. Diese sind jetzt gesucht.

Zum Download gibts hier eine Liste mit Sperrstellen – zu Beginn die nicht bekannten, am Ende die Liste der bereits bekannten Nummern. Da man ja noch wie vor möglichst zu Hause bleiben sollte, ist das doch die ideale Zeit, um mal diese Nummern zusammenzusuchen… meist sidn diese in irgendwelchen ADAB-Verzeichnissen oder sonstigen Akten zu finden.

Schwarmwissen ist also gefragt. Wer Nummern ergänzen kann, bitte per Mail (und wenn möglich mit der Quelle) melden: info@festung-oberland.ch

Ich bedanke mich schon mal ganz herzlich für Tipps!

Die Ergänzungen sind auf der Downloadliste farbig markiert – in nächster Zeit gibts eine besser strukturierte Liste!

 

Manchmal erhält man ungefragt solch überraschende Infos: Im Tessin ist eine neuer Verein gegründet worden, der sich dem Erhalt von Anlagen verschrieben hat. Die Associazione Fortificazioni Gambarogno ist in Magadino daheim.

Alle Infos dazu gibt s unter diesen zwei Links – VereinMuseum

In den 1950er-Jahren wurden die militärischen Anlagen neu durchnummeriert (AGFA-System). Man begann im Südwesten des Landes und bewegte sich im Uhrzeigersinn. So kam es, dass das Werk Mont Telliers im Raum des Grossen St. Bernhards die Nr. A1 erhielt.

Es handelt sich dabei um ein hoch gelegenes Felsenwerk mit vier Mg-sowie 3 Beobachtungsständen für 20 Mann Besatzung – Koordinaten 577320 082681.

A00001 – Kaverne Mont Telliers © ASPMNE

 

 

 

 

 

 

 

 

Heute berichtet die Südostschweiz/Bündner Zeitung, dass der Verein Pro Castellis die Objekte der Sperrstelle Berninahäuser übernimmt. Diese stammen aus verschiedenen Epochen. Interessant ist vor allem «Bison»-Minenwerfer, der wohl einmalig sein dürfte ;-).
Zitat Südostschweiz: «So existieren Reste eines Festungsbaus aus dem Ersten Weltkrieg, Panzersperr- und Panzerabwehrstellungen aus dem Zweiten Weltkrieg sowie eine erst im Herbst 2003 eingeschossene «Bison»-Minenwerferstellung, die kurz nach ihrer Fertigstellung bereits wieder ausser Dienst gestellt wurde.»

Die Standortgemeinde Pontresina verzichtet auf das von Armasuisse eingeräumte Vorkaufsrecht. Pro Castellis besitzt oder betreut Anlagen in Graubünden, St. Gallen, Zürich und Bern, darunter die ehemalige P26-Ausbildungsanlage «Schweizerhof» in Gstaad.

Der untenstehende Blog-Beitrag ist natürlich nicht ganz ernst gemeint, vor allem, da er an einem 1. April publiziert wurde. Interessanterweise hat er dennoch einige recht ernst gemeine Mailnachfragen provoziert. So ganz von der Hand zu weisen ist das Thema wohl doch nicht… 

Hans Rudolf Schneider

 

Gestern Abend haben wir grosse Augen gemacht, als uns die nachstehende Information aus der wöchentlichen Medienkonferenz nach der Bundesratssitzung erreicht hat:

Reaktivierung aller Bunkeranlagen

An der letzten wöchentlichen Sitzung hat der Gesamtbundesrat überraschend beschlossen, sämtliche Befestigungsanlagen sei es aus dem Ersten oder Zweiten Weltkrieg zu reaktivieren. Gründe dazu nannte er keine und verwies auf die wieder eingeführte und verschärfte Geheimhaltung. Wie der Bundesratssprecher erläuterte, werden aktuelle Besitzer von ehemaligen militärischen Bunkeranlagen, seien es Vereine oder Privatpersonen, in den nächsten Tagen über das weitere Vorgehen direkt informiert, wie der Rückkauf zu einem fix festgelegten Preis von 100 CHF – egal, welche Anlagengrösse und Zustand der Anlage – erfolgen soll. Weitere Auskünfte wurden nicht erteilt.

 

Was bedeutet das?

Anlagenkenner haben festgestellt, dass erste zugeschweisste Anlagen durch die Logistikbasis der Armee (LBA) wieder geöffnet und mit einem unbekannten Vorhängeschloss sofort betriebsbereit wieder verschlossen wurden.

Experten und private Bunkerforscher hätten seit längerem mit diesem Schritt gerechnet. Aufgrund der aktuellen Lage sei es ungemein wichtig geworden, dass alle Anlagen, sogar wenn sie aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg stammen sollten, unverzüglich wieder betriebsbereit zu halten seien. Einzig bei kleinen Solitäranlagen und Kleinstanlagen ist das Vorhaben fraglich. Hohe Beamte im VBS haben durchsickern lassen, dass sogar die Erneuerung der Luftwaffe deshalb ein Jahr zurückstehen müsse.

Die Frage stellt sich zudem: Was passiert mit dieser Website??

Es geht was im neuen Jahr bei der Militärhistorischen Gesellschaft des Kantons Zürich. Eine frühere Sauerstofffabrik der Armee konnte als Lager erworben werden. Mehr dazu im Newsletter.