Reduitbrigade 22


Das Gebiet der späteren Reduitbrigade 22 in der Innerschweiz hatte militärisch immer eine hohe Bedeutung. Mit dem Bezug des Reduit wurde dieses Gebiet dem 3. Armeekorps zugeteilt, zwischen Lopper und Brünig kam dabei die 8. Division zum Einsatz. Diese wechselte Mitte 1941 zum 2. Armeekorps, in Ob- und Nidwalden kamen dann zeitweise auch die 4. sowie 5. Division zum Einsatz.
Wichtig waren neben den Eingängen ins Reduit (Sarneraatal, Eneglbergertal) sowie dem Brünigpass auch die wachsende Infrastruktur sprich Flugplätze der Fliegertruppe, die Schutz bedurfte. Ende 1941 wurden Kredite für die grossen Artilleriewerke bewilligt, die bis zuletzt innerhalb der Brigade das Gerüst bildeten. Ab 1943 waren die meisten Werke einsatzbereit, jedoch dauerte die Fertigstellung bis Ende des Krieges. Fest zugeteilte Truppen für die Werke (Artillerie und Sperren) gab es nicht, zum Einsatz kamen Feldtruppen. Jedoch musste die teure Infrastruktur geschützt und bewacht werden.

Es gab deshalb die Kampfgruppe «Lopper» (Territorialregiment 78) sowie die «Kampfgruppe Brünig». Letztere war verantwortlich für die Sperrung der Zugänge des Brünigpasses, sie umfasste das Territorialregiment 83, verstärkt mit Festungskompanien und Zerstörungsdetachementen. Dies bildete die Grundlage für die 1947 gebildete Reduitbrigade 22. Auftrag war, den Zugang zum Brünig im Abschnitt Standstaad-Lopperberg, die Entlebuch-Achse und die Schüpfheim-Sörenberg-Achse zu sperren. Als Truppen wurden zusammengezogen: Das Territorial-Infanterieregiment 78 mit den Infanteriebatallionen 144 und 145, ferner die Territorial-Infanteriebatallione 171 und 189. dazu kamen die Festungsbesatzungen, eine Festungsfunkerkompanie, drei Zerstörungsdetachemente und ein Brieftaubendetachement.
Später kamen drei Seilbahndetachemente, ein HD-Magazin-Detachement und eine Feldpostkompanie neu dazu. Für die Flugplatzbewachung wurde das Gebirgs-Füsilierbatallion 47 zugeteilt. Mit der Schaffung der Armeekorps im Rahmen der Truppenordnung 61 kamen die Reduitbriagaden zum 3. Armeekorps. 1948 war die Festungsartillerie gegliedert in das Festungsartillerieregiment 22 mit den Abteilungen 10 und 16. 1952 ist zusätzlich die Festungsabteilung 23 in der Truppenordnung aufgeführt. Die R Br 22 wurde ergänzt mit einer Genieabteilung, einer Festungsflab-Abteilung sowie einer Trainkolonne. Dies blieb im Grundsatz so bis zur Auflösung Ende 1994.
Festungsregiment 22 1947
Festungsabteilung 10: Batterien 81 (AW Kilchlidossen), 84 (AW Durren), 86 (AW Zingel) und 89 (AW Fürigen) - Festungsabteilung 16: Batterien 82 (AW Vitznau), 83 (AW Wissiflue), 87 (AW Blattiberg) und 88 (AW Ursprung)
Festungsregiment 22 1952
Festungsabteilung 10: Batterien 81 (AW Kilchlidossen), 84 (AW Durren) und 89 (AW Fürigen) - Festungsabteilung 16: Batterien 82 (AW Vitznau), 83 (AW Wissiflue) und 88 (AW Ursprung) - Festungsabteilung 23: Batterien 85 (AW Drachenfluh), 86 (AW Zingel) und 87 (AW Blattiberg)
Festungsregiment 22 1961
Festungsabteilung 10: Feuerleitkompanie, Festungskompanie I/10 (AW Kilchlidossen), Festungskompanie II/10 (AW Kleiner Durren) und Festungskompanie III/10 (AW Vitznau) - Festungsabteilung 16:Feuerleitkompanie, Festungskompanie I/16, Festungskompanie II/16 (AW Wissiflue) und Festungskompanie III/16. -Festungsabteilung 22: Feuerleitkompanie, Festungskompanie I/23, Festungskompanie II/23 und Festungskompanie III/23 -Festungsflababteilung 22: Festungsflabkompanie I/23 und II/23
Festungsregiment 22 1991 (Ende 1994 aufgelöst): Festungsabteilung 10 (Typ A)
Feuerleitkompanie 10, Festungskompanie Typ A I/10 (AW Kilchlidossen), Festungskompanie Typ A II/10 (AW Durren) und Festungskompanie Typ A III/10 (AW Vitznau) -Festungsabteilung 16 (Typ A): Feuerleitkompanie 16, Festungsartilleriekompanie Typ A I/16 (AW Vitznau), Festungskompanie Typ A II/16 (AW Wissiflue mit 1 Kommandozug, 1 Infanteriezug, 1 Minenwerfer-Halbzug, 2 Artilleriezügen, 1 Werkschutzzug), Festungshaubitzbatterie III/16 (AW Ursprung) und Festungshaubitzbatterie IV/16 (Hb) -Festungsartillerieabteilung 22: Kompanie 22, Festungsartilleriekompanie I/22, Festungsartilleriekompanie II/22 -Festungabteilung 23 (Typ B): Festungsinfanteriekompanie I/23 (Aussenverteidigung MSB), Festungsartilleriekompanie II/23 (AW Mueterschwanderberg: Zingel, Drachenfluh, Blattiberg), Festungsdienstkompanie III/23 (MSB) und Festungsartilleriekompanie Typ B IV/23.