Reduitbrigade 21
Im Zweiten Weltkrieg waren die Besatzungen der Werke meist Feldtruppen. Festungseinheiten gab es nur in den drei Festungsräumen St. Maurice, Gotthard und Sargans, dazu kamen verschiedene neu aufgestellte Werkkompanien oder -Detachemente. Das Oberland gehörte zum Verantwortungsgebiet des 1. Armeekorps. Diesem unterstellt waren die 1. Division, die 2. Division, die 3. Division, die Gebirgsbrigade 10 und Territorialtruppen. Die 3. Division bezog gemäss Operationsbefehl schwerpunktmässig im Berner Oberland das Reduit. Nach dem Krieg wurde entschieden, dass Reduittruppen diese Schlüsselräume zu verteidigen hatten - die Geburtsstunde der Festungs- und Reduitbrigaden. Wir gehen hier näher auf unser Hauptgebiet, das Berner Oberland, ein und somit ist die Reduitbrigade 21 der Schwerpunkt (im östlichen Oberland kommen teilweise die Reduitbrigade 22 im Hasli und Brünig sowie die Festungsbrigade 23 auf der Grimsel zur Sprache).
Das bis zuletzt im wesentlichen unverändert gebliebene Gerippe der Festungsbauten im Raum der Reduitbrigade 21 stammt aus der Zeit von 1940-1945. Räumlich ist klar eine Aufteilung des Zuständigkeitsgebietes in zwei Abschnitte erkennbar: einerseits die Werke links und rechts des Thunersees sowie rund um das Bödeli, andererseits die Festungsbauten zur Verstärkung der Eingänge ins Pays d‘Enhaut und ins Jauntal.
Die Infanteriebunker am Thunersee auf der Linie Kander-Merligen-Gunten waren nach dem Weltkrieg ausgerüstet mit fest eingebauten 9 cm Panzerabwehrkanonen und Maschinengewehren, welche dank einer Panoramaausrüstung einen Waffeneinsatz auch bei ungünstigen Sichtverhältnissen oder bei Nacht ermöglichten. Die Besatzungen dieser Bunker wurden seit Bestehen der Reduitbrigade 21, das heisst seit der TO 51, durch die Wehrmänner der Werkkompanien 9 und 10 gebildet und im Einsatz der entsprechenden Abschnittstruppe unterstellt. Die Artilleriewerke am Thunersee, teils als Felskavernen für mobile Geschütze gebaut, wurden während des 2. Weltkrieges schrittweise in Betrieb genommen. Das Anschiessen der Festungsgeschütze durch die Abteilung für Schiessversuche erfolgte zwischen März 1942 und Februar 1944.
Die Besatzungen der Werke auf dem linken Thunerseeufer waren zusammengefasst in der Fest Abt 15 (Fest Kp 74, 75 und 76). Die Mannschaft der Werke am rechten Thunerseeufer und der Werke um das Bödeli stammte aus der Fest Abt 14 (Fest Kp 73, 77, 78). Aufgrund der heutigen Sicherheitsvorschriften ist kaum mehr fassbar, dass es noch Ende der 40er Jahre möglich gewesen war, aus den Festungswerken von der linken Thunerseeseite an den Sigriswilergrat, aus dem Werk Kammfluh an den Därliggrat und mit dem Werk Wilderswil an den Harder zu schiessen. Von der rechten Thunerseeseite aus wurde gemäss den Eintragungen im einem Rohrbüchlein noch am 17. September 1957 ein letztes Mal an den Niesen geschossen.
Die gleichzeitig mit den Werken am Thunersee gebauten Artilleriewerke im Pays d‘Enhaut und im Jauntal haben demgegenüber dem Fest Rgt 21 bis zuletzt die Möglichkeit geboten, auch in Friedenszeiten Artillerieschiessübungen durchzuführen. Die damals mehrheitlich französischsprachige Festungsabteilung 8 (mit den Festungskompanien 66, 67, 68, 71 und 72) stellte von Anfang an auch die Besatzungen der grossen Infanteriewerke an den Eingängen ins Jauntal und ins Pays d‘Enhaut. Erst auf den 1. Januar 1978 wurden diese aus der Fest Abt 8 herausgelöst und – entsprechend der Struktur im Raum Thunersee – in die Werkkompanien 11 und 12 übergeführt. Bis zu diesem Zeitpunkt waren die Artilleriewerke im gesamten Raum der Reduitbrigade 21 mit folgenden Artilleriegeschützen ausgerüstet:
* 24 x 7,5 cm Festungskanonen
* 26 x 10,5 cm Festungskanonen
* 8 x 10,5 cm Festungshaubitzen
* 16 x 15 cm Festungshaubitzen
Insgesamt 74 Rohre
Der Grundauftrag für die Artillerie des Festungsregiments 21 ist seit dem Bau der Festungswerke vor 60 Jahren derselbe geblieben, nämlich die Feuerunterstützung der im Raume Thunersee, auf dem Bödeli, im Pays d‘Enhaut und im Jauntal eingesetzten Infanterieverbände. Ab 1952 wurden die Fest Art Kp zu Fest Kp. Die Fest Abt 8, 14 und 15 bildeten den Kern des Fest Rgt 21.
Aufgrund der TO 61 wurde das Fest Rgt 21 zu einem wesentlichen Teil neu organisiert. Rein äusserlich feststellbar war die Umbenennung der Einheiten: Die Kp 66, 67, 68, 71, 72, 73, 74, 75, 76, 77 und 78 erhielten als Fest Kp neue Namen. Viel entscheidender war jedoch, dass die Artilleriechargen in den meisten Einheiten neu durch Wehrmänner des Auszugs besetzt wurden. Gleichzeitig entstand die Fest Flab Abt 21. Mit der Bildung der Rgt Stabskp 21 verfügte das Fest Rgt 21 ab 1968 auch über einen zugeteilten Artilleriewetterzug und die Feuerleitorganisation auf Stufe Rgt. Damit war eine Struktur erreicht, die für die nächsten zehn Jahre fest bleiben sollte.
Als Folge der Bildung der Festungstruppen auf den 1. Januar 1978 und dem damit verbundenen Übergang auf einen Dienstleistungsrhythmus von zwei Jahren erfuhr das Fest Rgt 21 auch grundlegende strukturelle Änderungen:
* Man eliminierte zahlreiche Festungsgeschütze des Kalibers 7,5 cm und bildete dadurch aus den Fest Kp III/8, IV/8 und V/8 neu die Wk Kp 11 und 12. Die von der Fest Kp III/14 besetzten 7,5 cm Werke rund um das Bödeli wurden aufgegeben.
* Die ehemalige Fest Kp II/14 wurde neu zur Fest Abt 24 mit der Fest Füs Kp I/24, den beiden Fest Art Kp I und II/24 und der Fest Dienst Kp IV/24.
* Die Fest Flab Abt 21 gliederte sich neu in die Fest Flab Stabskp 21 und die beiden Fest Flab Bttr I und II/21.
Um die durch die Liquidation der 7,5 cm-Geschütze entstandenen Lücken zu schliessen, wurden dem Regiment als Übergangslösung neu drei sogenannte Aussenbatterien zugeteilt (je sechs mobile 10,5 cm Haubitzen 42, jedoch ohne die für einen mobilen Einsatz notwendige Fahrzeugdotation). In verschiedene ehemalige 7,5 cm-Geschützstände wurden 10,5 cm Kanonen eingebaut. Mit der Übernahme der modernen 12 cm Festungsminenwerferanlagen und der Zuteilung der drei mobilen Fest Hb Bttr IV/8, II und III/14 war ab Beginn der 90er Jahre die Zwischenphase der Aussenbatterien abgeschlossen.
Besondere Artillerieschiessen
Abschliessend sei noch auf zwei besondere Arten von durchgeführten Artillerieschiessen hingewiesen, das Schiessen in den Thunersee und die kombinierten Schiessen zusammen mit der Infanterie:
* 1981 wurde während der Übung «Neptun» erstmals seit den 40er Jahren wieder aus Artilleriewerken am Thunersee geschossen, in Ermangelung geeigneter Zielgebiete mit inerten Geschossen direkt in den See.
* Bereits Ende der 60er Jahre wurde zur Schulung der Zusammenarbeit zwischen Infanterie und Artillerie im Gasterntal ein kombiniertes Schiessen zwischen dem Geb S Bat 3 und der Fest Abt 15 durchgeführt. Schiessen dieser Art wurden dann periodisch wiederholt und fanden im letzten Truppendienst der R Br 21 im 1993 mit der Übung «Stromboli» unter den Augen vieler Zuschauer ihren krönenden Abschluss. Dazu der Bericht aus dem «Berner Oberländer» vom 3. November 1993:
Blitz und Donner zum Abschied: «Es geht heute darum, den Besuchern ein Bild von der Kampfkraft der verbundenen Waffen der Reduitbrigade 21 zu geben und von den Vertretern der politischen und militärischen Behörden Abschied zu nehmen», sagte Brigadekommandant Urs Hofer bei der Begrüssung auf Seeberg/Diemtigtal. Auf Anfang 1995 fällt die seit 1952 bestehende Reduitbrigade der Reorganisation der Armee zum Opfer. Interessiert folgte nebst zahlreichen Gästen auch Korpskommandant Simon Küchler der Demonstration der ihm unterstellten Truppe. Die hohe Einsatzbereitschaft der Flablenkwaffe Stinger wurde von Rekruten der Flab RS in Payerne eindrücklich demonstriert. Dann waren die Flieger an der Rihe. Zuerst donnerte eine Mirage im Tiefflug über die Alp. Anschliessend bekämpften vier Hunter-Kampfflugzeuge Ziele an der Flanke des Seehorns in verschiedenen Einsätzen mit Bomben, Kanonen und Raketen. «Echt stolz auf seine fliegenden Oldtimer» war Oberst Walter Schafroth, der die Fliegereinsätze kommentierte: Die Ziele wurden präzis getroffen. Anschliessend bot ein verstärktes Füsilierbataillon ein Gefechtsschiessen im Gebiet Stierenberg/Obergestelen. Die Wehrmänner hatten den Auftrag, einen feindlichen Stoss über Meienberg und Seeberg ins Diemtigtal zu verhindern. Soweit dies vom «Feldherrenhügel» aus zu beurteilen war, gelang das Unternehmen, in dessen Verlauf mit Maschinengewehren, Sturmgewehren, Rakrohren und Minenwerfern geschossen und zahlreiche Handgranaten geworfen wurden. Schliesslich galt es, supponierte Luftlandungen zu bekämpfen.
Und schon donnerte es wieder am Seehorn: Diesmal krepierten Granaten aus 10,5 cm Haubitzen einer Artilleriebatterie, die aus sechs Geschützrohren von ihrem Stellungsraum auf Scheidwegen oberhalb Boltigen ihr Ziele anvisierte. «Die Kanoniere haben aus 6 Kilometern Distanz sehr gut getroffen», freute sich Oberst Marcel Michel, Artilleriechef der Brigade, ein gebürtiger Oberländer aus Bönigen. Die «fantastische Treffsicherheit» beeindruckte auch Nationalrat Fritz Hari. Der Überflug eines Pilatus Porter leitete die Reaktion der Truppe auf chemische Kampfstoffe ein. Frappant ein Vergleich zwischen den heute möglichen Abwehrmassnahmen und dem, was Soldaten demnächst zur Verfügung stehen wird. Die Besichtigung einer Sanitätshilfsstelle auf Hintermenigen schloss das eindrückliche Besuchsprogramm ab.
Auch einzelne Einheiten machten vor der Auflösung oder Überführung in die Armee 95 ihre letzten Dienstleistungen im gewohnten Rahmen und Umfeld. Als Beispiel ein Auszug aus dem Bericht vom 1. November 1993 im «Berner Oberländer» von der Festungsabteilung 103:
Auf dem Jaunpass fand auf würdige Art die Fahnenabgabe der Festungsabteilung 103 statt. Im Zuge der Armeereform wird diese Einheit aufgelöst und neu in das Fest Pi Bat 13 überführt. Die Festungsabteilung 103 absolvierte seit Mitte Oktober den EK im Raum Därstetten, Boltigen, Zweisimmen und Jaunpass. Die Wurzeln der Einheit reichen bis in den Zweiten Weltkrieg zurück. Im Jahr 1943 wurde die Fest Kp 43 gegründet, die Bildung der Fest Abt 103 in der heutigen Zusammensetzung fand 1988 statt. Die Fahnenabgabe fand nicht zufällig auf dem Jaunpass statt, machte doch das Gros der Abteilung seinen Dienstanfang 1988 in diesem Gebiet. Die Abt setzt sich mehrheitlich aus Deutschschweizern aus dem Raum Aargau-Bern-Solothurn zusammen. Als Erinnerung wurde eine Lärche gepflanzt, davor eine massive Sitzbank erstellt.
Die Kommandanten der R Br 21 und einige Erinnerungen
* Henri Mügeli (1952-53)
* Ernst Widmer (1954-1959)
* Pierre Bridet (1960-1967)
* Walter Käser (1968)
* Kurt Bührer (1968-1974)
* Kurt Weber (1975-1976)
* Peter von Deschwanden (1977-1983)
* Emil Hollenweger (1984-1986)
* Heinz Schmid (1987-1991)
* Urs Hofer (1992-1994)
Weder Raum noch grundsätzlicher Auftrag haben sich seit dem Zweiten Weltkrieg bis in die letzten Tage der Brigade verändert, wohl aber die Mittel. So ging es bis zum Schluss darum, die in die Tiefe des westlichen Oberlandes führenden Achsen zu sperren, gegnerische Stösse in den Raum Interlaken zu verhindern und in Zusammenarbeit mit den Flieger- und Flabtruppen die Kriegsflugplätze im Raum zu schützen. Im Abschnitt Thunersee wurden die Achsen beidseits des Sees mehrmals gesperrt, Schlüsselgelände gehalten und wichtige Räume behauptet. Im Westabschnitt wurden die Jaunpass- und Pays d'Enhaut/Simmental-Achse gesperrt. «Insbesondere wollte ich den Kampf in allen Abschnitten unter Ausnützung der Zerstörungen, der Hindernisse und des massiven Artilleriefeuers weit vorne aufnehmen», erklärt der letzte Brigadekommandant Urs Hofer (1992-94)
Pierre Bridel (Kdt von 1960-67) bemängelte, dass zu seiner Zeit trotz der Vielzahl an Rohren (über 70 Festungsgeschütze und zwei halbmobile Batterien im Jauntal und Pays d'Enhaut) die Wirkung und Reichweite der Artillerie unbefriedigend war. Das galt besonders für die Verteidigung des Bödelis Interlaken und die Wirkung vor den Rand der Abwehrzone (Aare- und Gürbetal). Die Hälfte der Geschütze waren moderne 10,5 cm Kanonen und Haubitzen, die übrigen waren 7,5 Feldkanonen (Reichweite 7-8 km) und alte 12 cm und 15 cm Feldhaubitzen (Reichweite 5-6 km), die bis 1945 zur pferdebespannten Artillerie der Felddivisionen gehörten. Zudem musste vor allem die neu erstellte Nationalstrasse N6 in das Dispositiv integriert werden. «Ein heikles Problem bildete das Aufhalten der Flüchtlingsströme und parallel dazu das Offenhalten der Verschiebungsachsen für militärische Bedürfnisse», so Bridel. Sehr arbeitsintensiv war das Planen «für das allenfalls erforderliche Ausweichen der Zivilbevölkerung aus den Wirkungsräumen der Festungsartillerie und der Waffen aus den Infanteriewerken – ein Problem, das im Ernstfall mit grössten Schwierigkeiten verbunden gewesen wäre.»
«Während Manövern fand einst ausserhalb der Übung eine wichtige Besprechung in Interlaken statt. Zuvor richtete ich also einen Gefechtsstand in Stollen der Gipsunion in Leissigen ein», erinnert sich Kurt Bührer (Kdt von 1968-1974). «Nach der Besprechung in Interlaken war mir aber die Rückkehr zum eigenen Kommandoposten wegen der Landung feindlicher Fallschirmtruppen verwehrt. So musste ich mich entschliessen, mit dem Brigadeeigenen Boot über den See zu setzen, um mich in einem der Artilleriewerke am rechten Thunerseeufer in die Übung zurückzumelden.»
«Unglaublich» war für den Adelbodner Peter von Deschwanden (Kdt von 1977-83) ein Artillerieschiessen im Diemtigtal. Die immer wieder als «nicht beobachtet» gemeldeten Schüsse schlugen infolge mehrerer Unstimmigkeiten auf dem Zeltplatz in Frutigen ein, rings um den Campingwagen eines deutschen Feriengastes. Die alarmierte Notfallequipe des Brigadestabes fuhr sofort los mit dem nötigen Material zu Spurensicherung, aber auch mit einigen Weingläsern mit Brigadewappen. «Der Gast war glücklich, nach der Schlacht von Stalingrad auch dem Feuer der Brigade heil entkommen zu sein.» Dank der kundigen Erläuterungen über die Gläser (samt Inhalt) war keine Rede von gerichtlichen Untersuchungen!
«Das Schwergewicht meiner Kommandotätigkeit lag bei der Verbesserung der Infrastruktur für die Führung und beim Ausbau der Waffenstellungen. So konnte der neue Brigadekommandoposten und ein verbessertes Übermittlungsnetz geplant und gebaut werden», beschreibt der Thuner Richter Emil Hollenweger (Kdt von 1984-86) seine Arbeit. «Die Standorte der neuen 12 cm-Festunsgminenwerfer wurden bestimmt und so die Basis für eine beträchtliche Verstärkung des Artilleriedispositivs gelegt.» Mehr durch Zufall erfuhr Hollenweger, dass es eine «Thunersee-Marine» gab, die der Reduitbrigade unterstellt war. Eine Besichtigung ergab, dass es sich dabei um das bewaffnete Verbindungsboot des Generals aus dem Aktivdienst handelte. «Nachdem die Seepolizei schriftlich zugesichert hatte, dass die Brigade im Ernstfall auf die leistungsfähigeren Polizeiboote zurückgreifen konnte, wurde das Generalsboot liquidiert. Der Aufwand für Unterhalt und Betrieb war zu gross geworden.»
Für den Saaner Heinz Schmid (Kdt von 1987-91) war das Erstellen eines Gebirgsatlasses eines der erwähnenswerten Ereignisse seiner Kommandantenzeit. «An einem Tag flogen wir mit dem Heli mehr als 60 Übergänge an. Dies ergab rund 600 km Distanz während gut 6 Stunden reiner Flugzeit. 1000 Fotos des Einsatzraumes, insbesondere der Pässe, waren das ansehnliche Resultat. Auch ein Mirage- und ein Tiger-Flug über das Brigadegebiet stellten für mich ganz besondere Ereignisse dar.»
Quelle: Erinnerungsbuch R Br 21 1952-1994
A95/AXXI: Schleichendes Ende
Als einziges Regiment der Brigade hat das Fest Rgt 21 – zwar mit der neuen Bezeichnung Fest Rgt 10 – auch in der Armee 95 seine Aufgabe erfüllt. Die Hauptwerke aus dem 2. Weltkrieg am Thunersee blieben in der A95 zum Teil noch erhalten und wurden in der Fest Art Abt 15, die Festungsminenwerfer im Festungs-Pionierbataillon 31 zusammengefasst. Zusätzlich wurde das Festungs-Pionierbataillon 32 im Oberwallis zugeteilt.
Mit der Armee XXI sind die Festungstruppen als eigenständige Truppengattung endgültig aufgelöst worden. Mit dem Zusammenfassen der restlichen Truppen – gerade genug, um die Bison-Abteilungen oder eine kleine Anzahl Festungsminenwerfer zu betreiben – in die Festungsartillerieabteilung mit gleichzeitiger Unterstellung unter die normale Artillerie hat die doch so spezielle Truppe (fast) ein Ende gefunden. Die meisten der Anlagen sind eingemottet und würden nur mehr nach entsprechend langer Vorbereitungszeit schussbereit sein, ganz zu schweigen von den notwendigen Besatzungen dafür. Die Mehrzahl der Festungsminenwerfer sind eingemottet, das heisst, dass sogar die Panzerdeckel mit Erde überdeckt worden sind. Den letzten passierte dies bereits kurz nach der Fertigstellung!