Festungsartillerie-Abteilung 13
Als einzige Festungsabteilung ist in der Armee XXI die Fest Art Abt 13 vorhanden geblieben. Sie ist der Gebirgsinfanteriebrigade 12 unterstellt. Sie hat die Aufgabe, das Fachwissen (so gut es geht als sogenannter Aufwuchskern), zu erhalten und im Ernstfall einige der verbunkerten Waffenstellungen in Betrieb zu nehmen. Die Hauptaufgabe der Festungsartillerieabteilung 13 ist, mit dem schweren Artillerie-Feuer aus den Bison-Batterien und mit den Festungsminenwerfern die Einsatzbrigade zu unterstützen. Mit dem Feuer werden gegnerische Einrichtungen und Bereitstellungen bekämpft, sowie indirekt schiessende Waffen (Konterbatteriefeuer) und gegnerische Reserven zerschlagen.
Gegliedert ist die Abteilung in den Stab, die Feuerleitbatterie 13 sowie die Festungsartillerie-Batterien 13/1, 13/2 und 13/3. Kommandant ist im Jahr 2008 Major i Gst Matthias Schelling.
Festungsartillerie-Abteilung 13 (AXXI)
* Stab Fest Abt 13 mit
* Feuerleit-Batterie 13
* Festungsartillerie-Batterie 13/1
* Festungsartillerie-Batterie 13/2
* Festungsartillerie-Batterie 13/3
Am Montag, 22. November 2004 hat die Fest Art Abt 13 bei der Caserma Motto Bartola in Airolo zum ersten Mal ihre Standarte übernommen. Unter Beisein diverser militärischer und ziviler Gäste wurde mit der Übernahme der Standarte die Fest Art Abt 13 im Rahmen der Armee XXI gegründet. Zum ersten Mal meldete der Kommandant Oberstlt i Gst Martin Wohlfender die Abteilung dem Brigadekommandanten Br Fritz Lier. Rund 600 Angehörige der Armee absolvierten in den folgenden drei Wochen ihren ersten Dienst in dieser neuen Formation.
Vom 22. November bis zum 10. Dezember 2004 fand in Airolo und Aigle der erste WK in der Form eines Umschulungskurses statt. Als grundsätzliche Zielsetzungen für diesen ersten WK hatte der Kommandant folgende Punkte formuliert:
* Die erste Dienstleistung und damit die Gründung des Verbands mit einer schlichten und würdigen Standartenübernahme beginnen.
* Die Truppe und das Kader können die beiden Hauptwaffensysteme 15,5 cm Fest Kanone und den 12 cm Fest Minenwerfer einsetzen
* Die Abteilung führt folgende neue Systeme erfolgreich ein:
INTAFF (Integriertes Artillerie Feuerführungs- und Feuerleitungssystem)
SE-135 (Sender-Empfänger 135)
Schiesskommandanten Fahrzeug EAGLE
Die Änderungen in der Infanterie Schiesstechnik, in der Logistik und im ABC-Bereich sind erfolgreich ausgebildet worden. Andere bereits durchgeführte Umschulungskurse haben gezeigt, dass INTAFF, das rechnergestützte Kommunikations- und Datenbanksystem, das den Austausch von Daten innerhalb des Gesamtsystems Artillerie ermöglicht, allfällige Schwächen auf Stufe Trupp und Gruppe im Gesamtrahmen schonungslos transparent macht. Deshalb war es wichtig, die Einzelelemente und den Gesamtverbund intensiv einzuüben, damit Mannschaft und Kader in der Lage sind, die gestellten Aufträge zu erfüllen.
Vom 21. November bis 16. Dezember 2005 führte die Fest Art Abt 13 im Raume Airolo und Bonaduz mit über 800 Soldaten unter der Führung ihres damaligen Kommandanten, Oberstlt i Gst Martin Wohlfender, ihren Wiederholungskurs durch. Vorrangiges Ziel des Kurses waren Artillerieübungen mit dem neuen computergestützten INTAFF (Integriertes Artillerie Feuerführungs- und Feuerleitsystem).
Hauptaugenmerk des WK der Fest Art Abt 13 war – neben den von einem kleinen Truppenteil repetierten Sicherungsfunktionen im Gebiet Bonaduz – die Übung mit dem planmässig 2004 eingeführten, Integrierten Artillerie Feuerführungs- und Feuerleitsystem (INTAFF), das rechnergestützte Kommunikations- und Datenbanksystem, das den Austausch von Daten innerhalb des Gesamtsystems Artillerie ermöglicht. Der grosse Vorteil des neuen Computersystems liegt darin, dass alle Akteure in der Truppe zeitverzugslos Daten austauschen können. Neben diesem Vorteil hat die Truppe indes noch mit Bedienungsfehlern zu kämpfen.
Die Fest Art ABt 13 wird aufgelöst
Hier die offizielle Medienmitteilung der Gebirgsbrigade 12 und Bilder des letzten WKs
Die Schweizer Festungsartillerie ist Geschichte
Chur / Altdorf, 23. Juni 2011 – Mit der gestrigen Standartenabgabe der Festungsartillerieabteilung 13 (Fest Art Abt 13) wird ein historisch geprägtes Kapitel in der Schweizer Geschichte geschlossen. Die Armee stellt die noch verbleibenden Bisonbatterien und Festungsminenwerfer ausser Dienst. Diesen Entscheid hat der Chef des Eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) Ende Mai gefällt. Das öffentliche Interesse am letzten Wiederholungskurs der Fest Art Abt 13 war sehr gross. Über 200 Personen besuchten während der letzten WK-Tage noch einmal eine der Festungen oberhalb Airolo.
Punkt 1200 Uhr war ist soweit. Der letzte Schuss aus der Gotthard-Festung hallte durch das Tal, bevor das Geschoss auf dem gegenüberliegenden Zielhang mit gewohnter Präzision einschlug. Mit diesem Akt des letzten Schusses ist die Schweizer Festungsartillerie und namentlich die Fest Art Abt 13 definitiv Teil der Schweizer Geschichte. Oberstleutnant i Gst Christoph Fehr, der Kdt der Fest Art Abt 13, hat in den vergangenen drei Wochen den Angehörigen seiner Abteilung nochmals alles abverlangt und damit auch im allerletzten WK der Abteilung die Leistungsfähigkeit der Festungsartillerie eindrücklich unter Beweis gestellt. Abgeschlossen wurde diese finale Dienstleistung mit der letzten Abgabe der Standarte vor dem Telldenkmal in Altdorf. Zahlreiche geladene Gäste und Zuschauer nahmen an diesem bewegenden und militärhistorisch bedeutenden Moment teil und wurden Zeitzeuge der Schweizer Geschichte.
Die Fest Art Abt 13 ist das letzte Kapitel eines interessanten Stücks Militärgeschichte. «Die Leistungsfähigkeit der Schweizer Festungsartillerie hat mit dazu beigetragen, dass die Schweiz in der Vergangenheit vor Krieg und Verwüstung bewahrt wurde», sagt Oberstlt i Gst Christoph Fehr. Der Festungsartillerie waren nach dem Zweiten Weltkrieg 30‘000 Mann zugeteilt, nach der Armeereform waren es noch 15‘000. Der grosse Schnitt kam mit der Armee XXI. Die Fest Art Abt zählte dazumal um die 1'000, aktuell noch 600 Mann. Seit 1. Januar 2004 war die Fest Art Abt Teil der Geb Inf Br 12 und damit auf Grund der «orde de bataille» eine Besonderheit. Einerseits war die Fest Art Abt 13 die einzige ihrer Art in der Schweizer Armee, andererseits war sie auch die einzige Artillerie-Abteilung innerhalb der Geb Inf Br 12.
Am 26. Mai 2011 bekam dann aber Brigadier Aldo Schellenberg, der Kommandant der Gebirgsinfanteriebrigade 12, dem auch die Fest Art Abt 13 unterstellt ist, einen Telefonanruf aus Bern. Die Würfel im Departement Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) waren gefallen. Die Abteilung werde aufgelöst, erfuhr der Brigadier. Einen Tag später erschien die Pressemitteilung. Es hiess, der weitere Betrieb und Unterhalt der permanenten Anlagen entsprächen nicht mehr den heutigen Bedürfnissen der Armee, die Bedeutung der Waffensysteme sei aufgrund der veränderten Bedrohungslage und ihres Kampfwerts in Anbetracht moderner Präzisions- und Abstandswaffen stark gesunken, zudem gäbe es für die Waffensysteme nicht mehr ausreichend Munition. Als gute Soldaten standen die Offiziere hinter dem Entscheid, insbesondere weil das enge finanzielle Korsett zu schmerzhaften Verzichtsmassnahmen führen musste. Die Kostenersparnisse durch die Auflösung der Festungstruppen kommen deshalb anderen Truppengattungen zugute, welche sich primär auf Unterstützungsbeiträge zugunsten der zivilen Behörden ausrichten. «Die moderne Festungsartillerie war über viele Jahrzehnte die richtige Antwort auf eine konkrete militärische Bedrohung. Sie leistete einen entscheidenden Beitrag, die Schweiz ab Landesgrenze und an den passages obligés mit wuchtigem und präzisem Feuer aus geschützten Werken zu verteidigen. Sie hat ihren Auftrag voll und ganz erfüllt», sagt Brigadier Aldo Schellenberg, Kdt Geb Inf Br 12, anlässlich der Standartenabgabe in Altdorf.