Unterirdische Munitionsanlagen


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Explosion Mitholz
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Explosion Dailly
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Explosion Steingletscher
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Brand Göschenen

Ohne Munition geht in der Armee gar nichts, genauso ohne Verpflegung. Im Aktivdienst wurden grosse Munitionslager angelegt, vorwiegend unterirdisch. Die Vermehrung der Munitionsreserven erforderte ebenfalls neuen Magazinraum. Während im Jahr 1939 vier unterirdische Munitions- und Sprengstoffmagazine zur Verfügung standen, betrug deren Anzahl Ende des Aktivdienstes 9, eine Reihe weiterer Anlagen war noch im Bau oder projektiert.

Im Hinblick auf die stets grösser werdende Gefahr der Angriffe aus der Luft konnte nur unterirdische Lagerung in Frage kommen. Auch sprachen die guten Erfahrungen, die bezüglich Haltbarkeit der Munition in Felsenkammern gemacht worden waren, für die Fortführung der unterirdischen Bauten, deren Anfang – abgesehen von den Festungen – in die Zeit des letzten Aktivdienstes zurückreichten. Vorsorglich wurden in allen Wehrkrediten nicht nur für Zeughäuser, sondern auch für Felsenkammen die notwendigen Bausummen aufgenommen. Vor dem Krieg waren dies 12 Millionen Franken, von 1940-45 86,5 Millionen Franken, die für unterirdische Bauten (Munitions-, Material- und Werkstattkavernen) bewilligt wurden.

Die im Aktivdienst bereits vorhandenen, im Bau begriffenen und projektierten Materialkammern wurden in der Hauptsache in Verbindung mit Munitionsmagazinen erstellt. Dadurch liessen sich Einsparungen erzielen, weil die zusätzlichen Kosten (zum Beispiel für Strassen- oder Bahnanschluss) eine grosse Anlage verhältnismässig weniger stark belasten als eine kleine. Eine Zusammenlegung war aber auch geboten, weil die für unterirdische Magazinanlagen geeigneten Baustellen gerade im Gebirge nicht so häufig sind, wie vielfach angenommen wurde. Nach aussen zeigen Berge wohl einen starken, soliden Aufbau, im Innern sieht es oft anders aus. Dort, wo nach militärischen Gesichtspunkten gebaut werden sollte, ist vielleicht der Fels schlecht. Für den Transport von Munition auf der Schiene bei den Kriegsmobilmachungen und Teilmobilmachung wurden bis zu 900 Güterwagen bei den Bahnen gleichzeitig eingesetzt.

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Nur ein düsterer Tunnel - oder ein grosses unterirdisches Munitionslager?

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Munitionsmagazin in einem Artilleriewerk (Geschosse nicht auf Paletten)

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Nächtlicher Munitionsumschlag

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Unterirdisches Munitionslager © Vsam

Unfälle mit Munitionsmagazinen
Die Munitionslagerung ist immer ein Gefahrenpotenzial. Verschiedene Vorfälle (Explosionen und Brände) sind in der Schweiz bekannt. Eines passierte am 28. Mai 1946 in Dailly (Festung St. Maurice), das schlimmste am 19. Dezember 1947 in Blausee-Mitholz im Kandertal.
* 26.05.1922 – Thun (Allmend) – Oberirdisches Magazin – 3 Tote
* 23.08.1943 – Uttigwald BE – Oberirdisches Magazin – 0
* 28.05.1946 – Fort Dailly
Felsmagazin in Festung – 10 Tote
* 25.06.1946 – Ruis – Felsanlage – Brand
* 19.12.1947 – Blausee – Felsanlage – 9 Tote
* 18.08.1948 – Göschenen – Felsanlage – Brand
* 01.10.1987 – Saignelégier – Oberirdisches Magazin – 0 – Sabotage?

Explosion Steingletscher (Susten)
Im November 1992 explodierten über 300 Tonnen Munition und Sprengstoff in einer Lagerkaverne am Susten (Steingletscher). Diese waren zur Vernichtung vorgesehen. Das nie restlos aufgeklärte Unglück forderte sechs Todesopfer.