Explosion Steingletscher am 2. November 1992


Wie gefährlich Sprengstoff und alte Munition sein können, erlebte die Schweiz am 2. November 1992 mit aller Wucht. Die Erde bebte am Sustenpass. Es war jedoch kein Erdbeben, sondern eine ungewollte Explosion. In einer Kaverne beim Steingletscher, einem Munitionssprengplatz der Armee, flogen über 300 Tonnen Munition und Sprengstoff in die Luft. Sechs Menschen fanden dabei den Tod. Es handelte sich um vier Angestellte der Munitionsfabrik Thun sowie zwei Pensionierte des Unternehmens. Diese waren mit einer Gruppe zu einer Besichtigung angereist. Das Unglück passierte um 16.10 Uhr. Die Explosion zerstörte den Eingangsbereich der Kaverne und hinterliessen ein riesiges Trümmerfeld. Die Ursache wurde nie geklärt, die Toten unter den Trümmern ruhen gelassen.

Seit 1976 wurde am Sustenpass gesprengt, vorher wurde alte Munition lange Zeit in den Schweizer Seen entsorgt. Der Steingletscher sollte nur noch solange in Betrieb bleiben, bis eine moderne Verbrennungsanlage zur Verfügung stehen würde. Die 155 Meter lange Kaverne wurde 1984 eingeweiht, kostete 11 Millionen Franken. Sie bestand aus einem Kommandoturm beim Eingang, einem Bereich für die Leute (Garderoben, Sanitäranlagen, Aufenthaltsraum) sowie der Technik und dahinter einem Verladeraum mit einer Rampe für die Transportfahrzeuge. Durch einen verengten Zugang kam man in zwei Lagerkammern, in denen die zu zerstörenden Munitionsteile und Sprengstoffe gelagert wurden. Rund 300 Tonnen davon befanden sich zum Zeitpunkt der Explosion dort, theoretisch hätten 1400 Paletten Platz. Kurz vor der Explosion ist offenbar noch ein Alarm per Funk aus dem Bunker ergangen, es sei ein Brand ausgebrochen.

Im Oktober 1993 wurde dort mit behelfsmässiger Infrastruktur bereits wieder gesprengt. Ende 1997 war nach 5600 Tonnen zerstörter Munition aus zivilen und militärischen Unternehmen endgültig Schluss mit dem Sprengplatz Steingletscher.

Bilder vom 2. November 1992: So trafen die Einsatzkräfte den Unglücksort an
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