K3 Harnischhut
Die Anlage K3 Harnischhut liegt in der Gemeinde Bolligen BE (Koordinaten 606'315/204'155).

Der Steinbruch Harnischhut in Bolligen
Ein rostiges Gitter verhindert den Zutritt zum ehemaligen Sandsteinbruch Harnischhut bei Geristein. Das Felsloch entstand ab 1872 durch den Abbau von Sandstein. Bis 1912 wurde eine über 100 Meter tiefe und bis zu 20 Meter hohe Kaverne ausgebrochen. Von den 50’000 bis 60’000 Kubikmeter abgebautem Sandstein wurden viele Blöcke unter anderem zum Bau des Bundeshauses, der Kaserne und des Kasino in Bern verwendet. Auf der Suche nach einem sicheren Kriegskommandoposten unweit der Stadt Bern, stiess General Guisan im Mai 1940 auf den ehemaligen Steinbruch. Weil die Kaverne seinerzeit als bombensicher galt, sollte sie zu einem Bunker umfunktioniert werden. In Angriff genommen wurde der Bau eines vierstöckigen Hauptquartiers mit der dazugehörenden Infrastruktur wie Büros und Unterkünften. Daneben waren Übermittlungsräume projektiert. Die Anlage hat einen Rauminhalt von rund 50’000 Kubikmeter, die Ausbaukosten wurden mit zwei Millionen Franken angegeben. Das Projekt scheiterte jedoch, die nicht fertig gebaute Anlage diente bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs als Lager für Munition und Sprengmaterial. 1948 meldete der Bundesrat sein Interesse an, um im Kriegsfall in einem Bundesratsbunker in der Nähe von Bern Unterschlupf zu finden. Der nördliche Teil wurde durch eine mächtige Betonmauer abgetrennt und man begann mit dem Bau von sanitären Einrichtungen, Strom- und Telefonleitungen sowie den Holzbaracken. Darin sollten 40 bis 50 Büros mit je 15 Quadratmeter Fläche entstehen. Als sich im südlichen Teil wiederholt grosse Deckenteile lösten und das Gestein Fahrzeuge unter sich begrub, scheiterte auch das zweite Bunkerprojekt Harnischhut. Quellen: Berner Zeitung/Der Bund vom 11.08.2003 - Bieler Tagblatt vom 07.02.2004 - private Gespräche

Einige Einbauten wurden gemacht, bevor das Projekt abgebrochen werden musste