Festung Oberland

Wehrhafte Schweiz - Bunker und Festungen

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A2288 Art Wk Mueterschwanderberg


Das sehr grosse Artilleriewerk Mueterschwanderberg (zwischen Stans und Alpnach) besteht aus den drei Etagen respektive Werken Blattiberg, Drachenfluh und Zingel. Diese sind unterirdisch durch eine Standseilbahn verbunden, ebenso durch eine Treppe (1372 Stufen).

Die Geschütze wirkten in Richtung Luzern und den Flugplatz Buochs. Zur Nahverteidigung des Werkes waren vier autonome Waffenstände mit 6 Maschinengewehren erstellt worden (später ersetzt durch 4xMg 51/80 auf Pivotlafette).

An mobilen Waffen waren unter anderem 8,1 cm Minenwerfer, 8,3 cm Raketenrohre, 300 Tretminen und 450 Springminen eingelagert. Die auf der Höhe des unteren Eingangs vorhandenen Maschinenwaffen (Infanteriewerk Blattiberg) waren Bestandteil der Sperrstelle Drachenried. Die Baukosten (ohne Waffen und Munition) werden mit 8 Millionen Franken beziffert. Mit dem Bau der Festung wurde im Juli 1941 begonnen. 1944 war dann die Festung komplett einsatzbereit. Die Festung gehörte zur Reduitbrigade 22. Der untere Eingang war zugleich der Zugang zum Kommandoposten des Festungsregimentes 22. Die Fest Abt 23 stellte die Besatzung des Artilleriewerkes. Die Fest Art Kp III/23 war für die Geschütze zuständig.

Die Werke wurden verschiedentlich aufgerüstet, insbesondere erfolgte in den Jahren 1983 und 1993 eine Umrohrung auf modernere Geschütze. 2001 wurde die Festung Mueterschwanderberg entklassifiziert und stillgelegt. Im Januar 2007 erfolgte die militärische Plangenehmigung zum Rückbau.

Gesamtanlage Mueterschwanderberg


Für die Besatzung waren 715 Liegestellen bereit (Zingel 395, Blattiberg 320)
  • 1 unterirdische Standseilbahn für 12 Personen resp. 1 Tonne Gewicht, Höhendifferenz 230 Meter bei 63 % Steigung (schräge Länge 435 Meter)
  • 2 Küchen (Zingel, Blattiberg), eingelagert waren zudem 34'000 Tages-Notportionen
  • 3 Dieselgeneratoren mit je 200 PS Leistung und einer Brennstoff-Reserve von 81'000 Litern.
  • 1 Grundwasserpumpwerk im Drachenried, Wasserreservoire von 128 Kubikmeter im Blattiberg und 120 Kubikmeter im Anlageteil Zingel.

Blattiberg A2288.1


Die Bewaffnung der untersten Anlage umfasste 12x7,5 cm Kanonen, das Anschiessen erfolgte am 26. Oktober 1943. Erste eingesetzte Einheit war die Feldartillerie-Abteilung 14. Bei der Desarmierung standen der Truppe 6x10,5 cm Haubitzen 42/84 auf Hebellafetten zur Verfügung. In den 60er Jahren wurde auf der untersten Ebene neben 2 Geschützen der Batterie rechts der Kommandoposten des Festungsregimentes 22 dort eingebaut. Die anderen 2 Geschütze sind in der zweiten Etage. In der dritten liegen die acht Geschütze der Batterien Mitte und links.

Drachenfluh A2288.2


Mit Schussrichtung Flugplatz Buochs waren im mittleren Bereich des Muetschwanderbergs die 2x10,5 cm Kanonen 35 (Hebellafetten) des Artilleriewerkes Drachenfluh installiert. Im Oktober 1943 wurde erstmals Schussbereitschaft gemeldet, als erste Truppe befand sich die Festungsartillerie-Kompanie 85 im Werk (Februar 1944).

Zingel A2288.3


Das Werk Zingel war 1941 schussbereit, es bildete die oberste der drei Ebenen des Muetschwanderbergs. Im 1944 waren 8x15 cm Haubitzen 1916 auf Feldlafetten mit Schussrichtung Kriens und 2x7,5 cm Kanonen mit Schussrichtung Horw eingebaut. Dazu kamen vier nicht mit dem Werk verbundene Stellungen für Mg 11 auf Pivotlafetten. Die Bauarbeiten allein kosteten rund 3,2 Millionen Franken. Als erste Werkbesatzung nahm die Schwere Feldhaubitzen-Abteilung 49 (Batterien 175, 176) das Werk in Beschlag. Zuletzt waren 4x10,5 cm Haubitzen 42/84 auf Hebellafetten installiert.

Feuerleitstellen
Während ursprünglich ein Schiessbüro für die 10,5 cm Kanonen und zwei für die 15 cm Haubitzen im Zingel/Drachenfluh sowie drei Schiessbüros für die 7,5 cm Kanonen im Blattiberg bestanden, war die Aufteilung zuletzt wie folgt:
  • Zingel/Drachenfluh: 1 Abteilungsfeuerleitstelle, 1 Batteriefeuerleitstelle 10,5 cm Haubitzen, 1 Batteriefeuerleitstelle 10,5 cm Kanonen
  • Blattiberg: 1 Batteriefeuerleitstelle 10,5 cm Haubitzen und eine Gruppenfeuerleitstelle

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