Festung Oberland

Wehrhafte Schweiz - Bunker und Festungen

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Kandersteg BE


Kandersteg ist nicht als Sperre zu bezeichnen, obwohl dem Ort mit dem Nordportal des Lötschberg-Bahntunnels natürlich eine wichtige Bedeutung zukommt.

Da im Zweiten Weltkrieg eine Besetzung der Nord-Süd-Verbindungen durch die Deutschen zu Befürchten war, wurde der Ort mit Truppen belegt. Auch eine Ortswehr wurde aufgestellt, zudem ist die Verlegung eines Teils der Pferdekuranstalt Sand-Schönbühl zu erwähnen. Ebenfalls sind bis zu 800 internierte französische Soldaten wurden einige Zeit in Kandersteg untergebracht, abgelöst durch zivile Flüchtlinge, die später oft als Feriengäste zurückkamen.

Mit dem Aufbau des Reduits wurde ein Teil des Armeesanitätsmagazin von Bern ins Landesinnern nach Kandersteg verlegt. Die Durisolbaracken entstanden, die in der nächsten Zeit verschwinden werden, da sie heute überflüssig sind. Ebenfalls das Zeughaus wurde in dieser Zeit aufgebaut.

Sprengobjekte wurden geladen und scharf gemacht (Bahnbrücken und Tunnel der Lötschberg-Bahnlinie).
  • M2822 Sprengobjekt Rothbachbrücke (BLS)
  • M2823 Sprengobjekt Lötschbergtunnel (BLS)
  • M2824 Sprengobjekt Bühlstutz (BLS)

Gasterntal-Lötschenpass


Über der Gfellalp und bei der Mutthornhütte wurden Munitionsmagazine errichtet. Noch heute sind im Raum Alpetli am Kanderfirn und im Raum Schöenbüel auf dem Weg zum Lötschenpass Mauerreste von Militärbauten zu finden. Grosse Angst herrscht, dass der Kanderfirn von deutschen Luftlandetruppen besetzt wird, die dann zum Tunnel vorstossen würden. Aus dem Plan Böhme: Am Morgen des ersten Angriffstages sind durch die Luftwaffe abzusetzen: Eine Fallschirmjäger-Division mit Einheiten in Brig (Lötschberg-Simplon), Frutigen (Lötschberg), Spiez-Thunersee, Thun (Simmentalbahn), ferner noch an den Reduitflugplätzen.» Beim Eingang des Gasterntals, beim Zusammenfluss von Schwarzbach und Kander, sind heute noch künstlich geschaffene Höhlen zu finden, die als Stellungen für Mg 11-Maschinengewehre dienten. Dort sollte Widerstand gegen allfällig im Gasterntal gelandete Einheiten geleistet werden. Auch die erste Seilbahn auf den Stock war militärisch.

Bilder sind auch von einer Nebelkompanie bekannt (siehe
Galerie Gasterental).

Oft waren Flabeinheiten in und um Kandersteg im Dienst, sie nutzten die heutige Adolf Ogi-Strasse als Standort, um auf Flugzeug-Schleppsäcke zu zielen. Auf dem Bühl war ein Fliegerbeobachtungsposten erstellt worden. Bevor das Gasterntal nach dem Weltkrieg zum regulären Flab-Schiessplatz wurde (und später von den Leichten und Mechanisierten Truppen genutzt wurde), benutzte eine Nebelkompanie das Tal als Übungsgelände (1942). Dies wohl auch im Zusammenhang mit den befürchteten deutschen Luftlandungen.

Ganz zuhinterst im Dorf, im Eggeschwand, steht die Kaserne Bären. Sie darf aber nicht mehr genutzt werden, da bauliche Mängel entdeckt wurden. Gemäss armasuisse ist geplant, als Zwischenlösung ein Containerdorf aufzustellen, dem irgendwann eventuell vielleicht eine Neubau folgen wird…

Gemmi-Pass (VS)
Die Route Kandersteg-Leuk über den Gemmipass gehörte bereits zur Gebirgsbrigade 10 und war auf Walliser Seite durch mindestens eine Waffenstellung gesichert. Zudem gibt es einen Tunnel im Wanderweg, der als Bunkertunnel bezeichnet wird.

Kaserne Baeren-0001
Die Kaserne Bären, zuhinterst in Kandersteg © 2011 - heute abgebrochen