Festung Oberland

Wehrhafte Schweiz - Bunker und Festungen

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Grenzbrigade 11


Die Grenzbrigade 11 war auch als Simplon-Brigade bekannt, was genau den Zweck dieses Verbandes umfasste. Sie entstand aus der Gebirgsbrigade 11 mit der TO61 und wurde mit der A95 aufgelöst. Offensichtlichstes Zeichen der Brigade ist der nach Süden blickende Steinadler auf der Passhöhe.

Der Raum
Südlich wurde der Raum durch die Landesgrenze gesetzt, nördlich durch die Berner Alpen.

Der Auftrag
Der im Laufe der Zeit kaum geänderte Auftrag der Brigade lautete: Sie schützte die Südgrenze der Schweiz mit der zentralen Verkehrsachse über den Simplon-Pass. den Simplon-Bahntunnel sowie die Achse quer durchs Brigadegebiet aus dem Unterwallis via Brig-Goms ins Gebietet der Fest Br 23.

Die Einheiten (1994)
  • Fest Abt 26 mit den Kompanien I/26 (Art Wk Naters), II/26 (Fest Mw) und III/26 respektive IV/26 mit Haubitzen.
  • Werk Kp 31 (Simplon-Gondo)
  • Inf Rgt 66

Bemerkungen
Aus Sicht Festungstruppen war die Fest Abt 26 (Art Wk Naters sowie mobile Haubitze-Batterien) zentral, die Sperren (vor allem auf der Simplon-Achse) wurden durch die Werkkompanie 31 (BE/VS) betreut.

Ihren Ursprung hat die Gz Br 11 in der Geb Br 11. Das Oberwallis war und blieb immer ihr Raum. Während des Zweiten Weltkrieges wurden das
  • Gebirgsgrenzbataillon 207 im Matter- und Saasertal eingesetzt
  • Gebirgsgrenzbataillon 208 auf der Simplon-Achse (Südseite und Nebenübergänge) eingesetzt
  • Gebirgsgrenzbataillon 209 zwischen Monte Leone und Hüllenhorn eingesetzt
  • Berner Oberländer Gebirgsinfanterieregiment 17 in der «Bistinenstellung» (Raum Visperterminen/Gebidem) eingesetzt - es hält von der Flanke mit Artillerieunterstützung den Simplon
  • ein Bataillon des Geb Inf Rgt (Bat 34 oder 36) verhindert in der «Rosswaldstellung» eine feindliche Rochade über Saflischpass hinter den Stützpunkt Simplen
  • Grenzgebirgsbataillon 210 zur Sperrung der Pässe zwischen Hüllenhorn und Hohsandhorn eingesetzt und verhindert einen Austrittst aus dem Sinntal
  • Gebirgsinfanterieregiment im Obergoms eingesetzt, um einen Stoss über die Grimsel in den Zentralraum zu verhindern

Die Grenzbrigade 11 entstand mit der TO61 aus der Gebirgsbrigade 11.

«Abtreten» für die Simplonbrigade (erschienen am 24.11.1994 im Berner Oberländer»)
Zum letzten Mal hat es am Donnerstag auf dem Simplonpass für die Simplonbrigade «Abtreten» geheissen. Nach 56 Jahren wird die kleinste Brigade der Schwyzer Armee – offiziell heisst sie Grenzbrigade 11 – im Rahmen der Armeereform 95 aufgelöst. Am Ende des letzten Ergänzungskurses weihten die Wehrleute ein von den Simplongemeinden gestiftetes Denkmal ein. In der Abschiedszeremonie vom Donnerstag morgen sagte der letzte Kommandant, Brigadier Jean Daniel Mudry, die Brigade trete stolz und mit wehenden Fahnen ab. Man habe die Brigade gebraucht, und sie sei dagewesen. Das von den Simplongemeinden gestiftete Denkmal zeuge von der Verbundenheit der Gegend mit «ihrer» Brigade. Auf dem neuen Gedenkstein ist eine Taube zu sehen; auf dem 1944 von der Brigade aufgestellten Soldatendenkmal prangte ein Adler. Durch dieses Denkmal, das an den Aktivdienst erinnert, war die Brigade in weiten Teilen der Schweiz bekannt geworden. «Der Simplonadler darf ruhig auch mal seinen scharfen Blick ins Landesinnere echten, um unser Land vor innerer Zerrissenheit zu bewahren, um unsere alte Geschlossenheit wieder herbei zu führen», sagte der Berner Wehrmann David Gander. Die Simplonbrigade wurde 1938 zum Schutz des gleichnamigen Passes gegründet. Die kleinste Brigade der Armee war gleichzeitig die «höchste», denn im von ihr bewachten Raum liegen 95 Prozent aller Viertausender der Schweiz. Zuerst war die Simplonbrigade eine Gebirgseinheit. Im Rahmen der Armeereform von 1961 wurde sie in Grenzbrigade 11 umbenannt. Ihre Wehrmänner rekrutierten sich vor allem aus dem Kanton Bern und aus dem Oberwallis. Wie es in einer Pressemitteilung heisst, ist es nicht zuletzt auch ihr zu verdanken, wenn zwischen Bern und dem Oberwallis harmonische Beziehungen bestehen. In ihrem letzten Ergänzungskurs übernahm die Simplonbrigade am vergangenen Wochenende die Streckensicherung der «Patrouille de glaciers».