Festung Oberland

Wehrhafte Schweiz - Bunker und Festungen

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A8385 Artilleriewerk Sasso da Pigna


Das Artilleriewerk Sasso da Pigna wurde im 2. Weltkrieg als Teil des «Réduit national» gebaut. Die Anlage war von 1943 bis 1999 operativ. Während dieser Zeit erfolgten kleinere technische Anpassungen. Im wesentlichen ist jedoch der ursprüngliche Zustand von 1945 (Abschluss der Bauarbeiten) erhalten geblieben. Mit ihren 2,4 km Stollenlänge und über 8'000 Quadratmeter Nutzfläche gehört die Anlage zu den grössten ihrer Art im Raum Gotthard.

Die Anlage verfügte über einen sehr hohen Autonomiegrad. Wasser-, Lebensmittel-, Munitions- und Treibstoffvorräte genügten, um für Monate unabhängig von der Aussenwelt überleben zu können. Mit ihren vier Geschützen konnte sie Ziele in der Leventina (Batterie Ost) sowie im Bedretto-Tal und auf dem Passo San Giacomo (Batterie West) bekämpfen. Zudem konnte die Besatzung die Aussenverteidigung im Hospizbereich mit eigenen Mitteln sicherstellen. Diese Autonomie verlangte entsprechend viel Personal. Die Unterkünfte boten für ca. 500 Mann Platz.

Die Bauarbeiten beginnen am 8. September 1941, wobei ein Jahr später die Bauleitung grundlegende Projektänderungen vornimmt. Sie lässt den Unterkunftstrakt nun dort errichten, wo er sich heute befindet (Fort-Abschnitt B). Ein neues Bauprogramm wird ausgearbeitet. Die Bauleitung entscheidet im Oktober 1942, in der Batterie West bis zur Lieferung der 15 cm Festungskanonen 42 zwei mobile 10,5 cm Kanonen provisorisch einzubauen.

Im Juli 1943 ist Baubeginn beim Fort Abschnitt B (Unterkunftsteil und Haupteingang). Die zwei 10,5 cm Kanonen sind schussbereit. Zwei weitere 10,5 cm Kanonen werden im Oktober 1943 eingebaut, womit alle vier Geschützstellungen provisorisch mit diesem Kaliber ausgerüstet sind. Im September 1944 sind die 15 cm Bunkerkanonen 42 schussbereit. Ende Jahr erfolgt die provisorische Übergabe des Fort-Abschnitts A an die Truppe (Fest Art Kp 27). Der Fort-Abschnitt A ist Ende Juli 1945 fertiggestellt, Ende 1945 die zweite Etappe (Fort-Abschnitt B). Der Bau der gesamten Anlage kostete insgesamt 10 Mio. Franken – fast das Doppelte des ursprünglich budgetierten Betrages. In den Jahren 1958-1959 erfolgt die Ausarbeitung von Ausbauplänen, die den Einbau von zwei weiteren Kanonen für mehr als 6 Mio. Franken vorgesehen hätten. Keiner dieser Pläne wird verwirklicht. 1997 erfolgt der letzte Wiederholungskurs der Fest Art Kp I/6 im Werk «Sasso da Pigna», 1999 wird die Anlage deklassiert.

Erlebniswelt Sasso
Und wie geht’s jetzt weiter? Das Projekt Sasso will das ehemalige Artilleriewerk auf dem Gotthardpass in einen Themen- und Forschungspark transformieren. Projektbeschrieb gemäss Homepage: An einem aussergewöhnlichen Ort werden auf eine zukunftsorientierte und erlebnisbezogene Weise jene Kernthemen dargestellt, die mit dem Namen San Gottardo seit jeher verknüpft werden: Wasser, Energie, Verkehr, Klima und Wetter, Sicherheit und Geschichte. Das Investitionsvolumen beträgt rund 7,4 Millionen Franken. Die Finanzierung erfolgt vorwiegend Sponsoren aus der Privatwirtschaft, aber auch durch die Kantone Tessin und Uri sowie durch Fördermittel des Staatssekretariats für Wirtschaft (seco). Der zukünftige Betrieb der Anlage wird durch die «Sasso San Gottardo SA» sichergestellt. Das Betriebsbudget ist ab einer Besucherzahl von 22'000 Personen pro Saison ausgeglichen. Dies entspricht einer durchschnittlichen Besucherfrequenz von 134 Personen pro Tag oder einer Auslastung von 45%.

Das ehemalige Artilleriewerk «Sasso da Pigna» wurde nun umgebaut, entstanden ist eine Erlebniswelt im Berg.

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Bekannte Objekte
  • A8385 Art Wk Sasso da Pigna
  • A8386 Infanteriebunker (Aussenverteidigung)
  • A8387 Unterstand (Aussenverteidigung)
  • A8388 Infanteriebunker (Aussenverteidigung)