Festung Oberland

Wehrhafte Schweiz - Bunker und Festungen

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A8350 Artilleriewerk Stuei


Dieses Werk wurde 1891 studiert, um mit zwei 8,4 cm Kanonen einige tote Winkel vor dem Werk Airolo zu bestreichen. Mitte 1892 war das Vorprojekt fertig. Die Anlage bestand aus einer Kasematte für zwei Geschütze und einer dahinterliegenden rund 15 Meter langen und 5,5 Meter breiten Kaverne als Unterkunfts- und Magazinraum. Das Ganze kam vollständig in die sehr steile Westflanke des Felskopfes unterhalb der Hütten von Stuei. Die Geologie des Felskopfes war jedoch ungünstig und gab Probleme auf. Ab Herbst 1893 konnte das Werk armiert werden und Ende 1894 wurde es dem Kommando der Gotthardbefestigung übergeben.

Die Erstbewaffnung der Anlage mit ausgezeichneter Flankierwirkung auf das Fort Airolo und Motta Bartola bestand aus zwei 8,4 cm Ringrohr-Kanonen aus Krupp-Fabrikation und der dort einmalig eingesetzten Kugelkopf-Kasemattlafette. Die Besatzung umfasste rund 30 Mann, dafür war jedoch die Unterkunftskaverne bald zu klein, 1910 wurde vergrössert mit je einer Munitions- und Maschinenkaverne. So konnte der ursprünglich ausgebrochene Raum ausschliesslich als Unterkunft genutzt werden. Zudem war in einem seitlichen Stollen ein 60 cm-Scheinwerfer montiert.

Nach dem zweiten Weltkrieg erhielt die Anlage durch den Bau von Stollen, neuen Kavernen und einer Geschützkasematte in Richtung Leventina eine grössere Bedeutung. Mit der Armierung dieser neuen Kasematte Ost mit zwei 7,5 cm Kanonen wurden auch die 8,4 cm-Rohre der neu Kasematte West genannten alten Kaverne durch moderne Geschütze auf Hebellafetten ersetzt. Die Ausmusterung der Anlage erfolgte 1977, da die 7,5 cm-Geschütze schweizweit stillgelegt wurden.

A8350-0000
Plan nach dem Ausbau 1910

Bekannte Objekte
  • A8344 Infanteriebunker (gehört zu Art Wk Stuei)
  • A8345 Infanteriebunker (gehört zu Art Wk Stuei)
  • A8350 Artilleriewerk Stuei
  • A8351 Gewehrgalerie (1. WK)
  • A8355 Unterstand (1. WK Scheinwerfer)
  • A8356 Unterstand (1. WK Scheinwerfer)