Festung Oberland

Wehrhafte Schweiz - Bunker und Festungen

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A6225 Pak- und Artilleriewerk Tschingel


Die Anlage Tschingel ist die grösste Artilleriefestung des Kantons Graubünden und wurde als Teil der Festung Sargans ab 1938 geplant und ab 1940 erbaut. Zur Realisierung der Anlage wurde von der Gemeinde Fläsch das entsprechende Grundstück erworben.

Die Festung ist in den massiven Fels gebaut und 4-stöckig angelegt. Zu Beginn gab es nur die Maschinengewehre und die Scheinwerfer für die Beleuchtung der Sperre in der Ebene vor Sargans. Daneben schützte noch eine 7,5cm Bunkerkanone die Ebene Richtung Bad Ragaz.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden zusätzlich 4 Stück 10,5 cm Pak eingebaut. Zum Betrieb der Anlage wurden rund 160 Mann benötigt. Die Bunkerkanone, sowie die Maschinengewehre und die 1,5 Meter grossen Flabscheinwerfer wurden in den 60er Jahren ausgebaut. In der Anlage war ebenfalls die Feuerleitstelle der Artillerie-Abteilung untergebracht, so dass dort alle Telefonverbindungen aus dem Kessel von Sargans zusammenlaufen.

Die Anlage war so ausgelegt, dass das Betriebspersonal über einen längeren Zeitraum unabhängig das Überleben und so den Auftrag sicherstellen konnte. Dazu gehört neben der Notstromanlage eine leistungsfähige Lüftung, grosse Trinkwasserreserven und Lebensmittelversorgung, Treibstoffvorräte, ein Notspital, sowie grosse Munitionslager und Ersatzteile für die Waffen und technischen Geräte. Eine Bestattungsnische wurde ebenfalls nicht vergessen. Die Festung Tschingel wurde im letzten Jahrzehnt erneuert und den gestiegenen Anforderungen angepasst. So wurde im Mannschaftsteil der ganze Bereich AC-sicher umgebaut und mit Überdruck betrieben. Nachdem der Fels in den 70er Jahren abrutschte, wurde eine neue Materialseilbahn sowie ein neuer Fussweg errichtet. Seit dem 1.1.2000 ist die Anlage deklassiert, nachdem alles wichtige Material inkl. der Munition aus der Anlage entfernt wurde.

Der Tschingel ist kein Museum – die Anlage wird vom Verein Tschingel betreut.