Festung Oberland

Wehrhafte Schweiz - Bunker und Festungen

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Grenzbrigade 8


Von Peter Hauser, Oberst a D und früherer Art Chef F Div 6

Der Einsatzraum der St. Galler/Appenzeller Grenzbrigade 8 erstreckte sich von Steinach bis zur Einmündung des Rheins in den Bodensee, durch das Rheintal hinauf bis Buchs und im oberen Toggenburg (Sperre Starkenbach).

Die Einheiten (1991)
Die Grenzbrigade 8 hatte ab 1991 folgende Gliederung:
  • Stab, Gz Br Stabs Kp 8;
  • Inf Rgt 59 mit Füs Bat 287, 288, 289
  • Inf Rgt 77 mit Füs Bat 141, 142, 187
  • Gren Kp I/8
  • Pak Kp II/8,
  • Mob L Flab Bttr III/8
  • Pal Kp 81, 82, 82
  • Füs Kp 646
  • Sch Füs Kp 920
  • G Abt 48
  • Fest Abt 108 mit Fest Flt Kp 108, Fest Kp I/108 (Mw), Fest Hb Bttr II-IV/108
  • Wk Kp 44, 45, 49
  • Gz Uem Kp 8

Der Einsatz
Die Grenzbrigade 8 hatte zuletzt den Auftrag, den NSD sicher zu stellen und die durch ihren Raum führenden Achsen zu sperren. Im Brigaderaum lag auch die 1939-1941 gebaute Festung Heldsberg, deren vier 7,5 cm Befestigungskanonen 39 bis in die 1980-er Jahre die Sperrverbände zwischen Altstätten und St. Margrethen unterstützten und bis nach Bregenz-Hohenems und fast bis zur Hafeneinfahrt von Lindau wirken konnten. Die Festung Heldsberg wurde 1992 aus der Geheimhaltung entlassen und ist seit September 1993 ein Museum.

Der wichtigste Auftrag der Grenzbrigade 8 war das Sperren der A 1 zwischen St. Margrethen und St. Gallen. Dabei spielte die Sperrstelle Blatten-Buechen-Steinerner Tisch östlich von Rorschach mit dem zwischen 1939 und 1941 entstandenen Infanteriewerk Halden nahe der heutigen Autobahn eine grosse Rolle. Dieses war neben der Sperre von Stadel im Zürcher Unterland eine der letzten grossen Anlagen aus dem Zweiten Weltkrieg, welche 1986, also kurz vor dem Ende des Kalten Krieges, modernisiert wurden. Der Schutz der Scharten der 5 Pak-Stände wurde durch Betonbauten und Aufschüttungen mit Steinen (Geröllcaisson) massiv verstärkt. Der Kampf dieser Sperre im «Rorschacher-Trichter» konnte von mehreren 12 cm Festungsminenwerfern unterstützt werden.
Der Bau von «Centi-Bunkern» mit Wirkung auf den nahe gelegenen Flugplatz Altenrhein, der sich als Bereitstellungsraum für luft-transportierte mechanisierte Mittel des Gegners eignet, wurde geplant aber nicht realisiert, obwohl bereits Sondierbohrungen stattgefunden hatten. Starke Permanenzen gab es auch an den Appenzellerpässen zwischen Oberegg und dem Hohen Kasten (Reute, Ruppen, Stoss) und beim Aufstieg von Grabs nach Wildhaus und im Toggenburg (z.B. Sperren von Wildhaus und Starkenbach zwischen Alt St. Johann und Stein). Die Grenzbrigade 8 war in den letzten Jahren ihres Bestehens im «Ernstfall» der Felddivision 7 unterstellt.

Ordre de bataille


Zu verschiedenen Zeiten waren natürlich die eingesetzten respektive unterstellten Einheiten im Raum der Gz Br 8 unterschiedlich. Aufschluss geben die jeweiligen Ordre de Bataille, die hier nach Verfügbarkeit abgebildet sind.

GzBr8-TO92
Ordre de bataille TO92