Festung Oberland

Wehrhafte Schweiz - Bunker und Festungen

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A577 Artilleriewerk Pré-Giroud VD


Die Festung Pré-Giroud in Vallorbe wurde zwischen 1937 und 1941 erbaut und ist ein typisches Festungswerk aus dem Zweiten Weltkrieg. Als eines der ersten wurde es für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

1935/36 plante das BBB ein Werk, um das Grenztal in Richtung Pontarlier und den Col de Jougne zu sperren. Ab Herbst 1937 wurden im Hang oberhalb Vallorbe die Arbeiten aufgenommen. Das Fort besteht aus drei Artilleriebunkern mit je einer 7,5 cm-Kanone sowie zwei Infanteriewerken. Unterirdische Stollen verbinden sie mit den Beobachtungsposten, Munitionslagern und der Schutzzone für die 130 Mann Besatzung. Dazu gehören die Feuerleitstelle mit Telefonzentrale, ein Operationssaal, ein Krankenzimmer, die Küche sowie Ess- und Schlafräume. Die Baukosten beliefen sich damals auf vier Millionen Franken (inkl. Einrichtung). Später kamen drei weitere – nicht verbundene – Infanteriebunker für die Nahverteidigung dazu.

Ab 29. August 1939 war das Werk von der Truppe besetzt – vorerst mit zwei Offizieren und 30 Mann unter dem Kommando von
Hauptmann Edouard Lambelet. Ab Weihnacht war der Unterkunftsbereich so ausgebaut, dass darin hätte übernachtet werden können. Allerdings fehlte noch die Lüftung und Heizung. Ein Teil der Besatzung musste zeitweise ausserhalb der Anlage untergebracht werden, da das Festungsartillerie-Detachement 214 zum Beispiel 1945 ganze 217 Mann umfasste.

Allein durch die rasche Waffenentwicklung war die Anlage kurz nach dem Krieg überholt: Sie war am Vorderhang gelegen, durch Raketen oder direkt schiessende
Hohlladungsgeschosse problemlos zu treffen. Nur wenige Änderungen und Anpassungen wurden in der Folge gemacht, bis 1975 wurde Pré-Giroud noch zur Ausbildung genutzt. Mitte der 1980-er Jahre kam das Aus. Zum Glück konnte diese Anlage erhalten bleiben und ist für Besichtigungen offen.

Vom Eingangsbunker mit 2 Maschinengewehren führt ein Treppenschacht mit Lastenaufzug rund 30 Meter in die Tiefe. Dort befindet sich der Maschinenraum mit zwei Diesel-Aggregaten sowie den Stromgeneratoren, den Ventilations- und Filtereinrichtungen. Durch eine Gasschleuse geht es in den Unterkunftsbereich mit Küche, Feuerleitstelle, Telefonzentrale, Essräumen und dem mit einem Operationssaal ausgerüsteten Spital.

In Gegenrichtung geht es zu den drei Kampfständen: In der Mitte ist ein 7,5 cm-Geschütz, eine 4,7 cm Pak und Beobachter, links und rechts davon je ein Kampfstand mit einer 7,5 cm-Artilleriekanone, einem Beobachter sowie einem Maschinengewehr.

Bekannte Objekte (zur Anlage gehörend)
  • A577 Artilleriewerk Pré-Giroud
  • A578 Infanteriebunker Pré-Giroud West (Aussenverteidigung) - 521’190/173’580
  • A579 Infanteriebunker Pré-Giroud E (Aussenverteidigung) - 521’405/173’710
  • AXXX Infanteriebunker (Aussenverteidigung) - 521’465/173’515