Verschiedene Geschichten


Das AW Burg und die Brieftauben
«Wir hatten eine Besetzungsübung im Artilleriewerk Burg in Wimmis durchzuführen. Dabei wird nach dem Bezug der Anlage durch die Truppe die Türe geschlossen und es herrscht Funkstille. Eher zufällig – ich wollte nach dem Wetter schauen – sah ich, dass draussen vor der Eingangstüre ein Soldat mit zwei Körben sass. Ich öffnete und fragte ihn, was er da mache. Er antwortet, dass er als Nachrichtensoldat zugeteilt sei und hier die Brieftauben bringe. Wir nahmen ihn in die Anlage und er äusserte den Wunsch, die Festung besichtigen zu können, da er das erste Mal in einer solchen Anlage sei. Ich zeigte ihm die wichtigsten Räume. Doch lange war der Mann nicht bei uns. Durch einen Unfall wurde er verletzt und musste abtransportiert werden. Doch wir hatten noch die beiden Körbe mit den Brieftauben – und keiner wusste, was mit denen machen. Wir liessen die Tiere zwischen künstlicher Tarnung und Eingangstor und irgendwann sagte uns jemand, dass wir die Tiere fliegen lassen sollten, die würden ja heim finden. Aber niemand hat uns gesagt, dass wir sie nicht am Abend frei lassen sollten. Denn: Am nächsten Morgen waren die Vögel noch immer in den Bäumen rund um den Eingang. Wir mussten ziemlich viel Lärm vor dem „geheimen“ Festungseingang machen, bis sie endlich losflogen. Die Tarnung der Festung wurde dadurch natürlich schon ein wenig aufgedeckt...»
Carlo Dummermuth


Thunersee- und andere Schiessen
Von einem ehemaligen Angehörigen der Reduitbrigade 21 stammten diese Erinnerungen: «Bei der Übung Neptun 1981 hatte ich als Schiesskommandant die Ehre, das Schiessen in den See zu leiten. Auf dem Polizeiboot von Spiez sind wir ins Zielgebiet gefahren (ich weiss leider nicht mehr genau, wo das lag, aber sicher am linken Ufer wahrscheinlich unterhalb Spiez) und habe dort eine Boje als Ziel mit einem Gewicht und einem langen militärisch grünen Seil festgmacht. Das hat mir dann Ungemach bereitet, weil wir das Seil nicht mehr heraufziehen konnten und ich einen Rüffel wegen Verschwendung von militärischem Material erhielt. Dieses Schiessen hatte nichts mit einem normalem Artilleriesschiessen zu tun. Es wurden nur Einzelschuss geschossen, ich bin nicht mehr sicher ob aus dem Werk Waldbrand oder Schmockenfluh. Es war sehr schwierig, die Schüsse zu beurteilen, da ausser einem kleinem Spritzer nichts zu sehen war. Wir habe dann ein bischen fantasiert, um die Geschützbedienungen auf Trab zu halten. Imposant war immer, den Mündungsblitz zu beobachten. Leider wurde die Übung nicht wiederholt.»

«In die Geschichte der Brigade ging auch das Schiessen aus dem Diemtigtal Richtung Krete Tschiparellenhorn ein. Die Granaten flogen über die Krete. Auch da war ich Schiesskommandant und mag mich noch gut erinnern, als wir nach drei Schüssen immer noch ratlos waren. Die Geschütze (10,5 cm Haubitzen) waren sehr nahe am Ziel aufgestellt, so dass das Ziel praktisch im aufsteigenden Ast der Flugbahn lag. Da die Sicherheitskarten falsch waren, wurde der zuständige Offizier von einem Militärgericht mit einem scharfen Verweis bedacht. Da es Übungsgranaten waren, die wenig Sprengstoff haben und aus Gusseisen sind, ist nichts passiert. Wir waren aber alle perplex, dass nie etwas in den Medien stand.» - Ergänzung: Die Granaten landeten damals auf dem Campingplatz Frutigen…