Festung Oberland

Wehrhafte Schweiz - Bunker und Festungen

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Fahrpanzer


Die Lafette des Fahrpanzers wies eine kreisrunde Grundplatte auf, an welcher eine, mit einer zweiflügeligen Tür versehene, zylindrische Panzerung angenietet war. Das Pivot war zweiteilig. Der untere, breit ausgeweitete Teil um den Stand des Geschützes beim Schiessen zu verbessern, drehte sich auf der Spurplatte, wobei es sich gleitend auf der oberen Fläche des Zahnkranzes stützte. Der obere Teil drehte sich mit dem unteren und trug die eigentliche Lafette mit dem Rohr und der Panzerkuppel. Profileisen, die auf zwei mit Spurrollen versehenen Achsen ruhten, verstärkten die Grundplatte. Damit konnte das Geschütz auf ein 60 cm breites Geleise verschoben oder zum Einsatz in eine Feldbefestigung auf ein Transportfahrzeug mit Protze verladen werden. Diese Geschütze waren im Raum Gotthard (Hospiz, Stöckli) sowie St. Maurice (Dailly) im Einsatz. Bis 1947 wurde in Dailly noch geschossen. Nachdem bei einem Schiessen ein Rohrkrepierer passierte, wurde das Schiessen untersagt.

Folgende Beschreibung stammt aus: Die Panzerlaffeten auf den Schiessplätzen des Grusonwerkes bei Magdeburg-Buckau und Tangermünde von Julius von Schütz, Ingenieur des Grusonwerkes. Zweite vervollständigte Auflage. 1889.

Die Construction der fahrbaren Panzerlaffete für eine 5,3 cm Schnellfeuer-Kanone entspricht in allen Theilen derjenigen der Panzerlaffete für eine 3,7 cm Schnellfeuer-Kanone und unterscheidet sich von derselben nur durch die Dimensionen. Die fahrbare Panzerlaffete besteht aus einem mit Boden und Thür versehenen Blechcylinder, welcher oben durch eine drehbare Panzerdecke A geschlossen ist. Letztere ruht einerseits auf 3 Armen einer Säule B, andererseits auf 3 Rollen a1, deren Lager an der Innenseite des Cylinders befestigt sind; die Säule B balanciert mit einem Spurzapfen a auf einer auf dem Boden des Cylinders angebrachten Spurpfanne.

Die Drehung der Panzerdecke wird durch ein Handrad f bewirkt, dessen Achse in zwei an der Säule B befestigten Armen gelagert ist und ein Zahnrad trägt, welches in einen auf dem Boden befestigten Zahnkranz eingreift. Da letzterer an jeglicher Drehung verhindert ist, so wird durch Drehen des Handrades f eine Drehung der Säule B und der Panzerdecke bewirkt. An der Panzerdecke ist der Rohrträger für de Kanone angenietet, deren Rücklauf vollständig aufgehoben wird. Der Cylinder H1 ist an seinem oberen Theile durch einen angenieteten Ring H, den Mantelpanzer, verstärkt und ruht auf 4 Fahrrollen, mit welchem die Panzerlaffete auf die Protze aufgefahren werden kann. Letztere ist ein zweirädriges Wagengestellt, auf welchem zwei Schienen mit entsprechender Spurweite befestigt sind. Die Laffete wird durch Hemmriegel und Haken auf der Protze festgehalten.

Vorbereitete Batteriestände für die fahrbaren Panzerlaffeten werden am besten in Beton ausgeführt und bilden Nischen von halbkreisförmigem Grundriss; auf dem Boden derselben sind zwei Schienen angebracht, deren Spurweite den Fahrrollen der Panzerlaffeten entspricht. Die Dicke der Panzerdecke richtet sich nach den Wünschen der Besteller; als Durchschnittsmass kann 40 mm angenommen werden.

Die Höhenrichtung der Kanone wird mit Hülfe einer doppelten Richtschraube i genommen, deren Anordnung aus der Zeichnung ersichtlich ist. Die Seitenrichtung wird mittelst des Handrades f durch Drehung der Panzerdecke genommen. Der Sitz e für den richtenden Kanonier ist an der Säule B drehbar befestigt. Für den Fall, dass dauernd in gleicher Richtung gefeuert werden soll, ist die Laffete mit einer Bremse versehen, welche durch den am Fuss der Säule B angebrachten Hebel h angezogen wird. Im Allgemeinen dürfte das direkte Richten durch die Scharte ausreichen, doch ist für Ausnahmefälle an der Panzerdecke ein Theilring und an dem Mantel ein Zeiger angebracht. Der Schiessscharte gegenüber befindet sich in der Panzerdecke ein verschliessbarer Beobachtungsschlitz, durch welchen das Terrain übersehen werden kann.

Die Munition ist in auf dem Boden des Blechcylinders stehenden Kasten untergebracht und wird dem Kanonier von einem zweiten Mann zugereicht, welcher seinen Platz auf einem in der Zeichnung nicht sichtbaren Sitz hat.