Festung Oberland

Wehrhafte Schweiz - Bunker und Festungen

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10,5 cm Kanone 35 L42


Dieses Geschütz (Lizenz Bofors) war nicht nur bei den Feldartillerie-Einheiten zum Standard geworden, auch in Festungen kam das Rohr in verschiedenen Lafettierungsvarianten vor. Oft wurden während des Reduitbaus einfach die Geschützstände mit den Zufahrtsstollen so gross ausgebrochen, das die 10,5 cm Kan 35 (oder andere Geschütze) komplett hineingefahren werden konnten. Das Rohr war ohne Mündungsbremse 4,41 Meter lang und wog mit Verschluss und Mündungsbremse 1,22 Tonnen. Die Feuergeschwindigkeit durch die sechsköpfige Bedienungsmannschaft betrug maximal 15 Schuss/Minute.

Zum Schutz der aus der Scharte herausragenden Teile wurde der Wiegenpanzer entwickelt.

Parallelhebel-Lafette
Zum Einsatz in Bunkern und Kasematten wurden von der K+W in Thun Parallelhebel-Lafetten entwickelt. Zum Einbau der mobilen Kanone wurden Ausgleicher und Schutzschild von der Oberlafette entfernt, Rohr, Wiege und Gabellafette aus der Unterlafette herausgehoben und in die Bunkerlafette eingesetzt. Der Wechsel erfolgte durch geübte Mannschaften in rund einer halben Stunde.

Als
Versuchsstand wurde der Bunker Hentschenried (Spiez) genutzt, um das System Hebellafette zu erproben. Je zwei dieser Geschütze wurden quasi als Prototyp für die neuen Bison-Bunker verwendet und in ein ähnliches Werk eingebaut (Art Wk Halsegg).

Die Ausserdienststellung der 10,5 cm Kanonen bei der Feldartillerie passierte auf Ende 1993, in den Festungswerken war das Ende mit der Armee 95 ebenfalls beschlossene Sache.
TECHNISCHE DATEN
Hersteller:
Kaliber:
Einführungsjahr:
Verschluss:
Kadenz/min:
Reichweite (m):
Munition:
Gewicht Munition (kg):
Ladungen:
Gewicht Geschütz (kg):
Länge total (mm):
Länge Rohr (mm):
Anzahl Züge:
Rücklaufbremse:
V0 (m/s):
Lafette:
Richtbereich Seite (Grad):
Richtbereich Höhe (Grad):
Mannschaft:
K+W, Lizenz Bofors
105 mm
1935
horizontaler Keilverschluss mit Schubkurbel
8-10
17'500
Stahl-, Rauch-/Brand-, Spitzgranate, Beleuchtungsgeschoss
15
1-6
-
-
4410
-
hydraulisch
280-785
Hebellafette, K+W 1941
+/- 31
-3/+45
6-7
Quellen der Angaben: «Artilleriewerk Waldbrand», Hans-Rudolf Schoch, 2014, hs-publikationen.ch. Übersicht Artillerie (ca. 1942), Archiv Stiftung HAM. «Geschütze der Schweizer Artillerie», Neujahrsblatt der Feuerwerker-Gesellschaft, Zürich 2007.