Abteilung Presse und Funkspruch (APF)
BILDER
Die Bevölkerung musste auch im Kriegsfall mit Informationen und Propaganda versorgt werden. Dazu wurden im zweiten Weltkrieg Reduitsender im Alpenraum gebaut. Laut dem damaligen Generalstabchef waren dies Kurzwellensender für den Rundfunk und die Übermittlung von Telephongesprächen, Mittelwellensender für den Rundfunk, Telegraphiesender und ein grosses Empfangszentrum. Die für den Rundfunk bestimmten Sender wurden von einer eigens zu diesem Zweck aufgestellten Landsturm Funkkompanie unterhalten, betrieben und von einem ebenfalls im Reduit gelegenen Studio aus besprochen. Die Apparate wurden in Kavernen oder betonierten Unterständen eingebaut. Die Notorganisation im Aktivdienst umfasste den Standort Bern sowie einen Kriegsstandort mit einem unterirdischen Radiostudio in Silenen und die Reduitsender Frutt, Klewenalp und Hirzenboden.
Für die Presse gab es einen Kriegspressezug (eine Druckerei auf Eisenbahnwagen bestehend aus der Lokomotive, einem Stabswagen, einem Wagen für die Satzherstellung, und einem Druckwagen sowie zwei Güterwagen für den Transport von Notstromaggregat, Material, Papier, Dieselöl) sowie eine stationäre geschützte Druckerei im Reusstal. 1953 wurde dann im damals aktuellen Bundesratsbunker im Berner Oberland eine neue moderne Druckerei installiert, was die Kapazität massiv erhöht. Dafür wurde der Kriegspressezug 1965 abgeschafft.
Auch nach dem Krieg wurden die Radio- und TV-Sender sowie die geschützten Druckereien von der Abteilung Presse und Funkspruch (APF) betrieben. Bekannt war diese Einheit als «Stimme, die durch Beton dringt», weil die Sendungen auch in den Zivilschutzanlagen zu empfangen waren. Mehrere der zivilen Sender wurden zur Einspeisung von militärischen und behördlichen Programmen vorbereitet, zum Beispiel der Kurzwellensender an der Lenk.
Die Radiokriegsversorgung RKV 77 bildete das Rückgrat der Information bis zuletzt. Für die Sender wurden zwei verschiedene Antennenarten erstellt: Einerseits wurde der Notsender in den unteren massiven Teil der normalen Antennenanlage integriert, andererseits war neben gefährdeten Anlagen eine unterirdische Teleskopantenne erstellt worden, die je nach Bedarf auf 30 Meter Höhe ausgefahren werden konnte. Die Nachrichtenbeschaffung der Abteilung Presse und Rundfunk APF geschah unter anderem durch Abhören der weltweiten Kurzwellensender.

Mobile Druckerei im Kriegspressezug © Stiftung HAM