Scheinwerfer der Festungstruppen


BILDER
Eine detailierte Übersicht über die Entwicklung der Scheinwerfertruppen innerhalb der Festungsgebiete sind im Buch «Die Scheinwerfer- und die Signaltruppe» von Rudolf J. Ritter zu finden (Verlag Merker im Effingerhof, ISBN 3-85648-119-2). Daraus - sowie aus anderen Quellen - stammt auch diese kurze Zusammenfassung.

Um 1892 hatte die Fussartillerie die ersten sechs mobilen Scheinwerfer-Einheiten erhalten. Früh wurde erkannt, dass nachts der Waffeneinsatz auch aus fest installierten Waffen nicht einfach war. Eine Gefechtsfeldbeleuchtung musste her, Leuchtgranaten wie heute gabs noch nicht. Die Lösung war die Bestreichung des Vorfeldes mit festen oder mobilen Scheinwerfer. Einige wurden fest in Kasematten installiert, andere auf Gleisen verschiebbar montiert. Als Folge des massiv gestiegenen Stromverbrauchs mussten diese Werke rasch mit elektrischem Strom versorgt werden, was vielerorts vorher nicht der Fall war (z.B. Dailly und Savatan 1904). Im Festungsbereich Andermatt wird 1905 der erste feste Scheinwerfer installiert, Versuche mit verschiedenen Typen folgen.

Zum Teil mit einer Fernsteuerung versehen, wurden mit den Lichtquellen Ziele für die Artillerie beleuchtet (Reichweite bis ca 5 km) oder der Gegner im Nahbereich aktiv gesucht. Da die Scheinwerfer natürlich offensichtliche Ziele für gegnerisches Feuer darstellten, mussten rasch erreichbare Ausweichstellungen erstellt werden. Gebildet wurden auch spezielle Scheinwerfertruppen, die mit der Zeit in der Artillerie aufgingen (für die Befestigungen warn dies die Festungs-Scheinwerfer-Pionierkompanie 1 Gotthard und 3 St. Maurice). 1947 wurde die Truppengattung aufgelöst, jedoch kamen die Scheinwerfer noch bis in die 1960-er Jahre in Befestigungen zum Einsatz.

Ein bekannter Einsatz von Scheinwerfern war zum Beispiel in der 1917 fertig gestellten Festung Gondo. Dort waren Lichtbogen-Scheinwerfer mit autonomer Stromversorgung eingebaut.

Scheinwerfer-Typen für Festungen
* 25cm-Glühlampen-Scheinwerfer, Hersteller BK&C: Mit einer Leuchtweite von 300 Metern ein in allen Scheinwerferkompanien eingeteiltes Gerät. 1917/18 wurden 230 Exemplare beschafft.

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25cm-Lichtbogen-Scheinwerfer, Hersteller Siemens-Schuckert: Beschafft wurden im Ersten Weltkrieg 30 Stück, der Einsatz bis 500 Meter erfolgte in allen Kompanien.

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30cm-Lichtbogen-Scheinwerfer, Hersteller Siemens-Schuckert: 24 Stück wurden beschafft, Reichweite 500 Meter. Der Kauf erfolgte aus überzähligem material der belgischen Armee 1916.

* 35cm-Lichtbogen-Scheinwerfer, Hersteller Siemens-Schuckert: 11 Exemplare wurden 1917/18 beschafft. Die Reichweite betrug 500 Meter. Einsatz in allen Kompanien.

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OA-Scheinwerfer 25-40 cm (Oxy-Acetylen), Hersteller Sprecher&Schuh, Bamag, Zeiss: Reichweite bis 800 Meter.
12 Ex. 25cm von Chance Brothers (1913)
36 Ex. 25cm von Bamag (1913/14)
12 Ex. 40cm von Zeiss (1913/14) – nur in St.Maurice eingesetzt
100 Ex. 28cm von Sprecher&Schuh (1917)
Eingesetzt in Infanteriebrigaden und Befestigungen.

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40cm-Lichtbogen-Scheinwerfer, ortsfest: 5 Stück beschafft, nur in St. Maurice im Einsatz.

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60cm-Lichtbogen-Scheinwerfer, ortsfest, Hersteller Siemens-Schuckert: 17 Exemplare zwischen 1911 und 1917 beschafft (entspricht dem 60cm-Scheinwerfer Mod. 1892).

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60cm-Scheinwerfer 1892, fahrbar, Hersteller Schuckert KG: Reichweite bis 3 km, 6 Stück 1892 beschafft, im Einsatz bis 1947.

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60cm-Festungsscheinwerfer 43, KTA: 18 Stück beschafft, (ab 1947 im AW Fürigen, AW Obere Nas, AW Untere Nas eingesetzt)

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90cm-Scheinwerfer, fahrbar, Hersteller Siemens-Schuckert (in der Armee als Modell 12 resp. 16 bezeichnet): Reichweite Modell 12 bis 5, Modell 16 bis 8 km. Zwei Einheiten Mod. 12 (1913) und sechs Einheiten Mod. 16 (1917) beschafft. Im Einsatz bis 1837.

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150cm-Lichtbogen-Scheinwerfer G150, Hersteller Schuckert KG: 1902 ein Ex. Für Dailly, 1914/18 ein weiteres Ex. Für Savatan beschafft.

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150cm-Flab-Scheinwerfer, Hersteller Siemens-Schuckert resp. Color Zürich: Reichweite bis 10 km. 8 Ex. 1938/40 bei Siemens-Schuckert, 112 Ex. 1942-45 bei Color beschafft. (12 Ex ab 1948 in Gotthard, Sargans und St. Maurice ortsfest eingebaut, u.a. 1948 im Pak-Werk Tschingel).


150cm-Scheinwerfer in St.Maurice