Kanton Zürich
Es waren in erster Linie die natürlichen Hindernisse der grossen Flüsse, welche den Befestigungsbau im Kanton Zürich seit frühester Zeit beeinflussten. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden im Zuge der Landesbefestigung erste Sprengladungen in wichtigen Rheinbrücken eingebaut, wie Maurice Lovisa und Patrick Geiger in der ADAB-Broschüre erklären. Allerdings wurden damals im Kanton Zürich noch keine permanenten Kampfanlagen gebaut. Dies erfolgte erst nach der Machtübernahme der Nazis in Deutschland ab Mitte der 30-er Jahre. Als erstes wurden die Rheinübergänge verstärkt, mit Tankbarrikaden und später Infanteriewerken. Die Anlage „Gütli“ sei als eigentlicher Bunker-Prototyp zu betrachten, heisst es. Zwischen Kaiserstuhl und Schaffhausen wurde Schritt für Schritt eine Kette von MG-Ständen errichtet, einem allfälligen feindlichen Durchbruch zwischen Kaiserstuhl und Eglisau begegnete man mit einer zweiten und dritten Befestigungskette hinter dem Rhein.
Unter der Leitung der 6. Division, des Stadtkommandos Zürich, der Gruppe Diektikon und des Baubüros Kyburg wurde der Zürcher Abschnitt der sogenannten Armeestellung erstellt. In den vorgeschobenen Stützpunkten Altstetten, Dietikon und Schlieren, sowie der Urdorfer Senke, der Stadt Zürich und in Wollishofen entstanden betonierte Waffenstellungen und Geländepanzerhindernisse, in den bewaldeten Anhöhen südlich der Limmat grub man mehrere Artilleriestellungen (Geschützstände, Mannschaftsunterstände).
Der Verzögerungsraum nördlich der Limmat wurde punktuell befestigt (Beispiel Stützpunkt Regensberg zwischen Lägern und Glatt). 1944 wurden die rückwärtigen Stellungen mit Tanksperren (Stützpunkte Birmensdorf, Rochadeachse Reppischtal) und Unterständen (Adliswil, Birmensdorf und Reppischtal) verstärkt.
Nach dem Zweite Weltkrieg wurde das Verteidigungsdispositiv der Grenzbrigade massiv verstärkt, dazu kam z.B. ein Musterstützpunkt mit Mannschaftsunterständen und drei 8,1 cm Minenwerferstellungen sowie einer Sanitätshilfstelle in vorfabrizierten Betonelementen. Solche wurden in den Folgejahren in der ganzen Schweiz erstellt. Eien weitere Modernisierung mit modernen Hindernissen, Unterständen und Beobachtungsposten erfolgte in den 80-er Jahren.