Kanton Waadt


Im ADAB-Inventar für den Kanton Waadt sind eigentlich nur wenige Sperrstellen aufgeführt, denn es gab insgesamt 650 Werke zu erfassen. Die Liste geht von einfachen Beobachterständen bis zu den grossen Werken von Dailly und Savatan, die für mehrere tausend Mann gedacht waren. Massgebend für die Bauten sind die Grenzbrigaden 1 und 2, die 1. und 2. Divison sowie die Gebirgsbrigade 10 und das Fortikfikationsbüro von St. Maurice. Vorhanden sind Anlagen aus allen Epochen des schweizerischen Festungsbaus zum Beispiel im Raum St. Maurice. Im Kommentar von Maurice Lovisa im ADAB-Inventar sind diverse geplante und unvollendete Stellungen erwähnt, so zum Beispiel die Menthue-Paudèze-Stellung, wo die Planung und Projektierung einer Reihe von Artilleriewerken nur bis zu ausgiebigen Rekognoszierungen durch Offiziere der Genietruppen gedieh. Oder eine vor 1914 begonnene Stellung im Osten von Yverdon, von der namentlich auf dem Hügel von Pomy noch Überreste zu finden seien.

Lovisa weist auf mehrere spezielle Räume hin:
* Grenzbrigade 1, die beginnend an der Grenze (Vallorbe, Ste-Croix) über die Gebirgskämme des Jura führt (Marchairuz, Mollendruz) und sich schliesslich auf die Wasserläufe stützt (Promenthouse, Aubonne)

* Gebirgsbrigade 10 mit dem Vorposten Chillon, gedeckt durch das Artilleriewerk Champillon, welches selber durch die Werke von Dailly geschützt wurde und die Strasse ins Wallis und somit ins Reduit verteidigte.

* 1. Division bei den Passstrassen in den Kanton Freiburg (Pillon, Mosses), wo die Werke poetische Namen tragen, die ihren kriegerischen Charakter kaum erahnen lassen: Mohn, Soldanelle, Rhododendron, Distel, Vergissmeinnicht, Narzisse.

* Dann ist speziell zu erwähnen der Komplex von Savatan-Dailly-Aiguille, der durch seine unheimlich grosse unterirdische Ausdehnung auffällt: Gänge mit einer Gesamtlänge von fast 25 Kilometern verbinden die Unterkünfte, Depots und Kommandoposten mit Dutzenden von Geschützen in Türmen, in Kasematten oder auf Geschützbänken.