Schrattenfluh


BILDER SCHIBEGÜTSCH - BILDER ACHSGÜTSCH
FILM HOHGANT-OSTGRAT von Christian Wüthrich (20 MB - langer Vorspann!)

Die etwa 6 km lange Schrattenfluh verläuft in Südwest-Nordost-Richtung im Grenzgebiet der Kantone Luzern-Bern. Begrenzt wird der Gebirgsstock im Süden durch das Tal der Emme, im Norden durch den Hilferenpass und im Osten durch das Tal der Waldemme. Von der Brienzer Rothorn-Kette im Südosten ist die Schrattenfluh durch die breite Passhöhe bei Salwiden getrennt.

Die Schrattenfluh weist vier markante Gipfel auf: Schibengütsch (2037 m ü. M.) an der Südwestecke, Hengst (mit 2093 m ü. M. die höchste Erhebung der Bergkette), Hächlen (2089 m ü. M.) sowie Strick (1946 m ü. M.) im Nordosten.

Die Verteidigungsstellung, die heute 16 Objekte umfasst, verläuft zunächst entlang der Kammlinie der Schrattenfluh vom Heidenloch bis zum Schibengütsch und zieht sich von dort zur Alp Hirswängiberg hinunter. Im angrenzenden Bumbachtal, das zum Kanton Bern gehört, befinden sich weitere 18 Anlagen, welche im Zweiten Weltkrieg die südwestliche Abschnittsgrenze der 8. Division bildeten (Hohgant). Obgleich das Gebirgsschützen-Bataillon 6 bereits im August 1940 die erste Rekognoszierung durchgeführt hatte, legte die 8. Division erst zwei Jahre später die definitive Lage der Objekte fest.

Da die Baukredite zunächst für wichtigere Abwehrabschnitte gebunden waren, setzte der Festungsbau auf der Schrattenfluh erst ab Frühling 1943 ein. Aufgrund der für die 8. Division typischen Kavernenbauten wurde diese Sperrstelle zum Objekt von «nationaler Bedeutung» erklärt. Wie von deren Kommandanten befohlen, wurden die Anlagen möglichst einfach und billig ausgeführt (keine Betonverkleidungen und Installationen). Bemerkenswert ist, dass in einigen Fällen bereits vorhandene Karsthöhlen zu Unterständen, ja sogar zu Waffenständen umfunktioniert bzw. ausgebaut wurden. Beeindruckend ist ausserdem die Lage einiger Anlagen (eigentliche «Adlerhorststellungen »).

Bekannte Objekte der Sperre:
* Infanteriewerk Schibengütsch
* Infanteriewerk Achsgütsch
* Höhle Böli (Unterstand)
* Unterstand Matten 1
* Mg-Stand Heidenloch
* Infanteriewerk Hirswängiberg
* Unterstand Matten (als Rossstall genutzt)

Wer sich für die Region Hohgant-Schrattenfluh interessiert (auch Führungen, Berggängigkeit vorausgesetzt), kann sich mit Christian Wüthrich in Verbindung setzen (079 327 40 30, chr.wue@bluewin.ch)


Mg-Stand Heidenloch/Hächle


Mg-Stand Heidenloch/Hächle


Infanteriewerk Hirswängiberg (Eingang)


Unterstand Matten (Rossstall)


Plan Rossstall © ADAB